Stienen holt ADH-Gold mit Hausrekord

Sonntag, 13. Mai 2012 22:36

Am vergangenen Sonntag zwang Niklas Zender noch eine Wadenverhärtung zur Aufgabe im 600-Meter-Rennen in Pliezhausen. An diesem Wochenende stand der Frankfurter schon wieder auf der Bahn - und das gleich zweimal. Bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften wagte der Medizinstudent den Doppelstart über 400 und 800 Meter. Überraschenderweise fuhr der 21 Jahre alte Viertelmeiler in Kassel dabei auf den ungewohnten 800 Metern die bessere Platzierung ein. Mit 1:53,42 Minuten musste sich Zender nur dem Ulmer Benedikt Karus (1:53,17 min) geschlagen geben. Der Sieger war auch auf einer „falschen” Strecke unterwegs. Seine Spezialdistanz sind die 3.000 Meter Hindernis.

Über die Stadionrunde verpasste Niklas Zender hingegen den Sprung aufs Podest knapp. In 47,70 Sekunden belegte er Platz vier. Der Titel ging an den Münchner David Gollonow, der sich in 46,97 Sekunden vor Zenders Trainingskollegen Benjamin Jonas (47,24 sec) durchsetzte. Bronze sicherte sich der Frankfurter Philipp Kleemann in 47,43 Sekunden.

Den richtigen Dreh hat Benedikt Stienen bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften gefunden. In Kassel schleuderte der Diskuswerfer die Zwei-Kilo-Scheibe auf 56,45 Meter. Damit sicherte sich der 20-Jährige nicht nur den ADH-Titel, sondern steigerte seinen Hausrekord auch um exakt 99 Zentimeter. „Eine solche Weite hatte sich schon im Training angedeutet”, sagte der Student der HS Ansbach, der erst in diesem Jahr vom 1,75-Kilo-Jugendiskus auf das 250 Gramm schwerere Männergerät gewechselt ist.

Dabei sah es lange Zeit gar nicht so aus, als sollte der Sauerländer noch in den Kampf um Gold eingreifen können. Bis zum fünften Durchgang lag Stienen nur auf Platz vier. Doch mit seinem neuen Hausrekord katapultierte er sich an die Spitze und die Konkurrenz konnte nicht mehr kontern. Silber ging an Robert Sammler (55,19 m). Der Berliner hatte noch am Samstag Benedikt Stienen in Wiesbaden mit 57,27 Metern geschlagen. Bronze ging an Marius Rosbach (51,10 m).

Außer Konkurrenz war die Gymnasiastin Lilli Schnitzerling bei den Deutschen Hochschulmeisterschaften in Kassel am Start. Daher durfte die Stabhochspringerin der LG Lippe-Süd auch nicht die für ihre glatten 4,00 Meter fällige Silbermedaille in Empfang nehmen. So ging diese an die Regensburger Studentin Julia Ott, die dieselbe Höhe bei mehr Fehlversuchen meisterte. Wie erwartet ging der Titel Annika Roloff. Die Studentin der Uni Hannover meisterte 4,20 Meter, Bronze sicherte sich die Saarländerin Anna Felzmann mit 3,80 Metern.

Sprinter Till Helmke ist bei den Meisterschaften des Oberbergischen Kreises in die Saison eingestiegen. Die Leverkusener 4×100-Meter-Staffel (in der Besetzung Niklas Rothes, Till Helmke, Florian Hübner, Aleixo-Platini Menga) setzte sich auf heimischer Anlage mit 40,79 Sekunden durch. Der erste Einzelstart steht für Helmke spätestens am 26. Mai in Weinheim an.

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Traber gelingt starkes Saison-Debüt

Samstag, 12. Mai 2012 19:43

Wie hat das Training der vergangenen Monate angeschlagen? Wie ist die Umstellung von den 60 Meter Hürden in der Halle auf die 110 Meter Hürden im Freien gelaufen? Kann ich mir Hoffnungen auf ein Olympia-Ticket machen? Auf die Fragen erhielt Gregor Traber (LAV Tübingen) am Samstagnachmittag positive Antworten. Denn der Hürdensprinter startete beim Sportfest in Mannheim mit starken 13,64 Sekunden in die Saison. Damit verpasste der 19-Jährige die Norm für die EM Ende Juni in Helsinki nur um drei Hundertstel, von der Norm für die Olympischen Spiele fünf Wochen später in London trennten ihn 15 Hundertstel.

„Für das erste Rennen bin ich sehr zufrieden, auch wenn es technisch noch nicht ganz rund lief”, bilanzierte der Deutsche Hallenmeister, der in beiden Rennen die deutsche Konkurrenz im Griff hatte. Im ersten Lauf setzte sich Traber auf der schnellen Mondo-Bahn gegen den Italiener Paolo dal Molin (13,88 sec), Marlon Odom (LAZ Zweibrücken; 13,88 sec) und Helge Schwarzer (Hamburger SV; 13,92 sec) durch. Im zweiten Rennen belegte der Abiturient in 13,71 Sekunden Platz zwei hinter Molin (13,64 sec). Dahinter folgten diesmal Schwarzer (13,84 sec) und Odom (13,85 sec). „Normalerweise kann ich mich im zweiten Lauf steigern, aber diesmal bin ich wohl mit zu viel Kraft gerannt”, sagte der Youngster.

Schon bei seinem nächsten Rennen in zwei Wochen will der Tübinger eine deutliche Steigerung hinlegen. Dann trifft er beim „Golden-Spike-Meeting” in Ostrava (Tschechien) auf die internationalen Top-Stars der Szene. Vielleicht kommt Traber auf der bekannt schnellen Bahn - der Kubaner Dayron Robles stellte 2008 in Ostrava mit 12,87 Sekunden den immer noch gültigen Weltrekord auf - schon in die Nähe der Olympianorm. Dass die Form passt, haben die beiden Mannheimer Rennen zum Saisoneinstand auf jeden Fall bewiesen.

Nur um 16 Zentimeter hat Benedikt Stienen (LAC Veltins Hochsauerland) beim Diskus-Cup in Wiesebaden seine Bestleistung verfehlt. Am Samstagnachmittag schleuderte der Zwei-Meter-Mann die Zwei-Kilo-Scheibe auf 55,30 Meter. Damit belegte der 20-Jährige im B-Wettkampf Rang zwei. Besser war nur der Wattenscheider Fabian Pudenz mit 56,77 Metern. „Ein bisschen weiter hätte es gehen können, aber ich bin zuversichtlich, in diesem Jahr noch weiter als 60 Meter zu werfen”, sagte Stienen. Bester Werfer beim traditionellen Einstand der Diskus-Asse war erwartungsgemäß Robert Harting. Der zweifache Weltmeister aus Berlin setzte sich mit starken 68,52 Metern klar gegen Martin Wierig (SC Magdeburg; 66,01 m) und den Wattenscheider Daniel Jasinski durch, der auf 62,97 Meter kam.

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Sophie Krauel meldet sich zurück

Donnerstag, 3. Mai 2012 22:14

Nach knapp 15 Monaten Verletzungspause hat sich Sophie Krauel (LC Jena) am Donnerstagnachmittag zurückgemeldet. Bei der Bahneröffnung im heimischen Ernst-Abbe-Sportfeld testete die Weitspringerin ihre Schnelligkeit über 150 Meter. Allerdings entpuppte sich die selten gelaufene Strecke für die 27-Jährige als wahre „Marathondistanz”. In 19,28 Sekunden belegte Krauel bei Gegenwind Platz zwei hinter ihrer Trainingskameradin Katja Demut. Die deutsche Dreisprung-Rekordlerin war nach 18,81 Sekunden im Ziel.

„Nach 100 Metern war der Ofen aus. Aber nach der langen Pause ist das wahrscheinlich logisch”, bewerte die zweimalige Deutsche Meisterin das Rennen. Insgesamt ist die Pharmazie-Studentin aber mit ihrer Form zufrieden. So zeigte die Jenenserin im gerade beendeten Trainingslager in Spanien gute Sprünge aus kurzem Anlauf. „Mein Trainer Michael Höhne und ich haben viel an der Höhe der Sprünge gearbeitet”, umschreibt die Thüringerin die Trainingsziele der vergangenen Wochen. Wie weit es dann aus dem langen Anlauf geht, wird sich in knapp zwei Wochen zeigen. Am 20. Mai in Garbsen bestreitet Krauel ihren ersten Weitsprung-Wettkampf der Olympiasaison.

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