Beiträge vom Februar, 2008

Hallen-DM: Drei Titel plus Doppel-Silber

Sonntag, 24. Februar 2008 19:51

Mit dem besten Ergebnis der Geschichte trat das Trackteam Burg-Wächter die Heimreise von den Deutschen Hallenmeisterschaften in Sindelfingen den Heimweg an: Fünf Medaillen, davon drei goldene, waren die glitzernde Bilanz des zweiten DM-Tags.

Zwei Titel sicherte sich Robin Schembera. Das 800-Meter-Ass vom TSV Bayer 04 Leverkusen spurtete auf der Zielgeraden zu seinem ersten DM-Einzeltitel bei den Erwachsenen. Zum Abschluss der Meisterschaften lief er mit dem TSV-Quartett über 4×400 Meter in 3:11,26 Minuten zu Gold.

Über 800 Meter traf der Schüler auf einen Athleten, gegen den er noch nie gelaufen war: den Sydney-Olympiasieger Nils Schumann. „Das war ein tolles Rennen gegen Nils. Er ist taktisch sehr gut gelaufen und hat mir alles abverlangt. Es gab Antritte und Rempeleien. So liebe ich das“, sagte der neue Deutsche Hallenmeister.

Der 19-Jährige konnte auf der Zielgeraden die Attacke Schumanns noch kontern und setzte sich am Ende souverän in 1:49,20 Minuten gegen den Erfurter durch. Schumann kam bei seiner ersten kompletten Hallensaison seit Jahren in 1:49,73 Minuten knapp vor dem Dortmunder Steffen Co (1:49,86) ins Ziel. „Robin ist der verdiente Sieger. Er ist clever gelaufen und hatte am Ende mehr zuzusetzen. Ich denke aber, dass ich im Sommer dagegenhalten kann“, lobte Schumann den Youngster aus Leverkusen.

Gold und Silber sicherte sich Anne-Kathrin Elbe. Nach Bestzeit und Platz sieben am Samstag über 60 Meter klappte es über die Hürden noch besser. Die Sprinterin vom TSV Bayer 04 Leverkusen musste sich an ihrem 21. Geburtstag nur der Leipzigerin Judith Ritz (8,15 s) geschlagen geben. Ein Fehler an der dritten Hürde brachte Elbe vielleicht sogar um den Titel. Mit der Steigerung ihrer Bestzeit von 8,21 s auf 8,19 s (Halbfinale) und 8,17 s im Finale war sie aber mehr als zufrieden.

Als Krönung eines langen und anstrengenden Geburtstages durfte sich Elbe am Ende der DM noch eine Goldmedaille umhängen. Als Startläuferin über 4×200 Meter führte sie das Bayer-Quartett in die Erfolgspur. In 1:36,56 Minuten lagen die Leverkusenerinnen vor den Staffeln der MTG Mannheim (1:37,13) und dem USC Mainz (1:38,24).

Sein Silber-Abo über 4×200 Meter verlängert Till Helmke. „Ich glaube, dass ist das fünfte Mal seit 2004, dass wir Zweiter bei der DM geworden sind“, sagte der Sprinter des TSV Friedberg-Fauerbach. Die Hessen wurden in 1:25,78 Minuten nur vom TV Wattenscheid bezwungen. Die Westfalen verteidigten in 1:24,85 Minuten den Titel. Für uns ist das eine gute Zeit. Aber vielleicht klappt es ja irgendwann mit Gold“, erklärte der Friedberger.

Thema: News | Kommentare (0) | Autor: mbn

Sophie Krauel: „Ich habe oft ans Aufhören gedacht“

Mittwoch, 20. Februar 2008 21:12

Arztpraxen, OP-Säle, Reha-Maßnahmen: Nach drei komplizierten Operationen, bei denen ein Geschwulst am Schienbein entfernt wurde, und dreieinhalb Jahren Pause ist Sophie Krauel zurück auf der großen Leichtathletik-Bühne. Die zweifache Junioren-Europameisterin 2003 (Weitsprung und 100 Meter Hürden) feierte ein beeindruckendes Comeback. Mit 6,49 Metern hat die 22 Jahre alte Athletin 2008 vom TuS Jena schon mehr erreicht, als sie selbst erwartet hatte. Im Interview erzählt die Deutsche Hallenmeisterin 2004 (Bestleistung 6,62 Meter), was sie sich für die Deutschen Meisterschaften in Sindelfingen (23. und Februar) vorgenommen hat und wie sie die dreieinhalb Jahre währende Wettkampfpause gemeistert hat.

Frau Krauel, erinnern Sie sich noch an den 17. Juli 2004?
Ja. Das war der Tag des Weitsprungfinals der Junioren-WM in Grosseto. Mit 6,47 Metern bin ich Zweite geworden.

Und es war Ihr letzter Wettkampf für 1267 Tage. Was haben Sie gefühlt, an was haben Sie gedacht, als Sie am 5. Januar 2008 erstmals wieder starten konnten?
Es ist schwer, das in Worte zu fassen. Meine Gefühle waren bunt gemischt. Ich war sehr aufgeregt, habe mich natürlich gleichzeitig riesig gefreut. Die lange „Abstinenz“ hat diese Situation aber auch irgendwie unwirklich erscheinen lassen. Natürlich hatte ich auch ein wenig Angst, dass ich mich blamieren und völlig unter Wert verkaufen würde – besonders, da es in den Trainingseinheiten zuvor nicht so gut lief. Aber das war ja nicht der Fall. So war es ein toller Wettkampf.

Haben Sie in den vergangenen dreieinhalb Jahren nie ans Aufhören gedacht. Schließlich haben Sie mit Ihrem Pharmazie-Studium genug zu tun?
Das stimmt allerdings. Das Studium ist unglaublich zeitintensiv, und so kam es mir fast „gelegen“, dass ich zu Beginn des Studiums etwas mehr Zeit hatte, um mich „warmzulaufen“. Aber nur fast: Denn die dreieinhalb Jahre waren auch sehr schwierig. Ich habe nicht nur einmal daran gedacht, alles an den Nagel zu hängen. Es gab viele Momente, in denen die Hoffnung einfach versiegt war, und ich nicht mehr an eine Rückkehr geglaubt habe.

Woher nahmen Sie diese Kraft und diesen unbändigen Willen, um zurückzukehren?
Zum einen aus der Freude am Leistungssport. Es war ein großartiges Gefühl, als ich das erste Mal wieder gesprintet bin, Hürden überquert habe oder in eine Grube springen konnte. Ich habe auch versucht, bei vielen Wettkämpfen zuzuschauen, denn das hat mir immer einen „Kick“ gegeben und mir gezeigt, wo ich wieder hin will. Zum anderen haben so viele Menschen an mich geglaubt. Der DLV hat mich immer wieder in einen Kader berufen, mein Sponsor Burg-Wächter und mein Ausrüster Adidas haben die ganzen schweren Jahre zu mir gehalten, mein Trainer Stefan Poser hat mir immer wieder versichert, dass ich es wieder schaffen kann. Und nicht zuletzt meine Familie, meine Freunde und mein Freund standen die ganze Zeit über hinter mir. Das machte Mut!

Die Hallen-DM wird Ihr erster Auftritt auf der großen Leichtathletik-Bühne seit langer Zeit. Wie sieht Ihre Zielsetzung für Sindelfingen aus?
Ich möchte gern an meine 6,49 Meter aus Chemnitz anknüpfen und wieder in den Bereich 6,40 Meter bis 6,50 Meter springen. Und hoffentlich erwische ich mal mehr als einen gültigen Sprung.

Einschließlich Sindelfingen werden Sie nur vier Wettkämpfe in diesem Winter bestreiten. Nehmen Sie und Ihr Trainer Stefan Poser damit Rücksicht auf Ihre lange Verletzung?
Aufgrund der Verletzung und auch der Studienbelastung sind wir sehr vorsichtig in die Vorbereitungsphase gegangen. Ich habe auf Sparflamme trainiert und habe noch nicht die Kraft und die Ausdauer, sechs oder acht Wettkämpfe durchzustehen. Außerdem merke ich auch, dass im Maximalbereich immer mal wieder kleine Belastungsbeschwerden auftreten. Es ist wichtig, dass ich nach jedem Wettkampf eine ausreichende Erholungszeit einhalte. Deswegen sind die vier Wettkämpfe völlig ausreichend. Ich hatte nach den ersten richtigen Sprüngen einen brutalen Muskelkater. Da springt man freiwillig nicht am nächsten Tag wieder.

Sind denn im Sommer mehr Starts geplant, vielleicht auch im Hürdensprint?
Auch den Sommer wollen wir ruhig angehen. Über die Hürden werde ich aber nicht starten, obwohl es mich schon sehr reizt. Die 100 Meter Hürden sind – so komisch es sich anhören mag – einfach noch zu lang. Aber ich hoffe, dass ich in der nächsten Hallensaison wieder über die Hürden starte.

Thema: News | Kommentare (0) | Autor: mbn