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Jeß und Holzdeppe in Leipzig geehrt

Samstag, 21. Februar 2009 22:15

Als die momentan besten deutschen Stabhochspringer die 5,80 Meter angriffen, musste Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken) bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig bereits zuschauen. Der Junioren-Weltmeister belegte in der Endabrechnung mit ordentlichen 5,50 Metern Rang sieben.

DLV-Top-TalenteDabei war durchaus ein besserer Platz für den 19-Jährigen möglich. Denn bei 5,60 Metern hatte er im zweiten Versuch die Latte bereits überflogen, als er sie beim Hinunterfallen doch noch touchierte. Besser machte es da Danny Ecker. Der WM-Dritte aus Leverkusen meisterte 5,80 Meter und sicherte sich damit den DM-Titel vor Alexander Straub (Filstal), der dieselbe Höhe übersprang. Rang drei sicherte sich überraschend Malte Mohr (Leverkusen) mit 5,75 Metern.

Trotzdem gab es für Raphael Holzdeppe in Leipzig noch einen Grund zum Feiern. Der Junioren-Weltrekordler wurde von den „Freunden der Leichtathletik“ mit dem Tischi-Martens-Preis für den besten Nachwuchs-Leichtathleten 2008 ausgezeichnet.

Aus den Händen von Präsident Hans G. Schulz wurde auch Kimberly Jeß geehrt. Als Holzdeppes weibliches Pendant wurde die Hochspringerin von der LG Rendsburg/Büdelsdorf mit dem Maria-Jeibmann-Preis ausgezeichnet. Die 17-Jährige hatte überraschend 2008 als eine der jüngsten Teilnehmerinnen überhaupt in Bydgoszcz den Junioren-WM-Titel gewonnen.

Bei der Hallen-DM wurde Sabrina Buchrucker für ihren Mut im Vorlauf nicht belohnt. Über 800 Meter schied die Leverkusenerin im Vorlauf als Fünfte in 2:11,82 Minuten knapp aus. Dabei hatte die 19-Jährige Pech in Leipzig, dass sie das deutlich langsamere Rennen erwischte. Den Vorlaufsieg sicherte sich die Wattenscheiderin Janina Goldfuß in 2:09,47 Minuten.

Bis 100 Meter vor dem Ziel konnte Buchrucker noch auf einen der ersten beiden Plätze hoffen. Doch die dahinterlaufenden Athletinnen nutzten die Gelegenheit, um auf der Zielgeraden noch vorbeizuziehen. „Ich habe alles probiert, aber die anderen waren am Ende vielleicht ein kleines Stück stärker“, sagte die Mittelstrecklerin, die zudem von einer Hüftverletzung behindert wurde.

Ähnlich wie der Leverkusenerin erging es auch der DM-Favoritin Claudia Hoffmann. Die mit Abstand sprintstärkste deutsche 800-Meter-Läuferin kam nur knapp vor Buchrucker ins Ziel und verpasste mit 2:11,19 Minuten ebenso das Leipziger Finale.

Als „Aufgalopp“ für ihre Spezialstrecke, die 60 Meter Hürden, sprintete Anne-Kathrin Elbe über 60 Meter mit 7,46 Sekunden bei der Hallen-DM im Vorlauf zu einer Saisonbestzeit. Für den Einzug ins Leipziger Finale fehlte der Leverkusenerin im Zwischenlauf (7,58 s) nur ein Platz.

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Sabrina Buchrucker stürmt in Wien zur Bestzeit

Mittwoch, 11. Februar 2009 21:14

Wien ist eine Reise wert – speziell wenn man mit einer Bestzeit im Gepäck die Heimfahrt antreten darf. So wie Sabrina Buchrucker bei der „Vienna Indoor-Gala“. Als 800-Meter-Dritte kam die 19-Jährige vom TSV Bayer 04 Leverkusen nach 2:06,95 Minuten ins Ziel. Damit steigerte sie ihre Hallenbestzeit um anderthalb Sekunden. Der Sieg in der österreichischen Metropole ging an Buchruckers Vereinskameradin Annett Horna. Mit 2:05,73 Minuten lag sie exakt zwei Zehntelsekunden vor der Wattenscheiderin Janina Goldfuß.

Dass Buchrucker nach überstandener Virusinfektion in guter Form ist, hatte sich schon in den vergangenen Wochen angedeutet. Eine solche Steigerung hätte die Leverkusenerin aber nicht unbedingt erwartet. „Eine 2:07 hatte ich mir schon für den Winter vorgenommen. Aber die Zeit gefällt mir natürlich noch besser“, sagte die 19-Jährige. Bisher ist Buchrucker auch im Freien nur dreimal schneller gelaufen. Ihre Bestzeit steht seit 2007 bei 2:05,74 Minuten, vergangenes Jahr reichte es nach langer Krankheits- und Verletzungspause noch zu 2:08,35 Minuten.

Mit ihrem Wiener Resultat rangiert Buchrucker nun auf Platz sieben der deutschen Bestenliste. Wenn die Leverkusenerin bei den Deutschen Meisterschaften am 21. und 22. Februar in Leipzig ihre Schnelligkeit ausspielen kann, ist der Finaleinzug durchaus möglich.

Als Top-Favoritin reist Kimberly Jeß zu den Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften am Wochenende in Neubrandenburg. Im Jahnsportforum ist die Hochspringerin der LG Rendsburg/Büdelsdorf außerdem Titelverteidigerin. Obwohl gerade erst 17 Jahre alt, egalisierte die Schülerin in dieser Hallensaison bereits den Deutschen Jugend-Hallenrekord von 1,91 Metern. Damit liegt Jeß acht Zentimeter vor der zweitbesten deutschen Jugendspringerin, Nadja Kampschulte (TG Wetter). Daneben haben nur zwei weitere Spingerinnen die 1,80-Meter-Marke in diesem Jahr gemeistert.

Ein kleines Fragezeichen steht aber noch hinter der Form der Titelverteidigerin. Ende Januar wurde Jeß von einer hartnäckigen Erkältung erwischt und konnte nicht wie gewohnt trainieren. „Speziell beim Anlauf war die Spritzigkeit weg“, schaut die Schülerin zurück. In Normalform wird die Junioren-Weltmeisterin in Neubrandenburg im Hochsprungfinale (Samstag, Beginn 11:30 Uhr) aber nicht zu bezwingen sein.

Für Christian Duma ist die Hallensaison zu Ende, bevor sie überhaupt richtig angefangen hat. Nach Muskel- und Rückenproblemen musste der Langhürdler der LG Eintracht Frankfurt schon vier Wettkämpfe absagen, nun verzichtet er auch auf die restlichen Hallenstarts. Grund sind zwei leichte Bandscheibenvorfälle im Lendenwirbelbereich.

Die Sommersaison ist für den 27-Jährigen jedoch nicht in Gefahr. „Die Vorfälle können konservativ behandelt werden. Ich werde aber ein paar Details im Training umstellen, damit es nicht schlimmer wird“, erklärte der Student. Das Saisonziel 2009 hat der dreimalige Deutsche Meister über 400 Meter Hürden aber weiterhin klar vor Augen: die WM im August in Berlin. Dafür muss der Frankfurter im Sommer einmal 49,25 Sekunden anbieten, über die sogenannte B-Norm könnten dann aber auch zweimal 49,80 Sekunden ausreichen. „Das traue ich mir natürlich zu. Schließlich steht meine Bestzeit bei 49,17 Sekunden“, sagte Duma.

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Helmke mit zwei Titeln, Holzdeppe ohne Höhe

Sonntag, 1. Februar 2009 14:54

Je länger die Hallensaison dauert, desto besser kommt Till Helmke ins Rollen. Der Sprinter vom TSV Friedberg-Fauerbach stürmte bei den Süddeutschen Hallenmeisterschaften in Hanau zu zwei Titeln. Sowohl über 60 Meter als auch mit der Sprintstaffel (4×200 Meter) seines Vereins war der 24-Jährige nicht zu stoppen.

Nach einem gemächlichen Vorlauf (6,95 s) steigerte sich Helmke im Zwischenlauf auf 6,84 Sekunden, um im Finale sogar 6,82 Sekunden folgen zu lassen. Damit steigerte der Hesse seine Saisonbestzeit um drei Hundertstelsekunden. „Die Zeit ist für mich Ordnung. Wenn ich noch meine Beschleunigungsphase verbessern kann, ist noch eine 70er-Zeit möglich. Das ist auf jeden Fall mein Ziel für die nächsten Meetings und die Deutschen Hallenmeisterschaften“, sagte Helmke, der erst recht spät in der Vorbereitung ins spezifische Sprinttraining eingestiegen war. Rang zwei ging an Stefan Estelmann (TV Nussdorf, 6,84 s), der eine Hundertstel vor Helmkes Vereinskameraden Nils Müller über den Zielstrich sprintete.

Auch die TSV-Staffel verbuchte im Vergleich zu den Hessen-Meisterschaften einen deutlichen Leistungssprung. In der Besetzung Helmke, Müller, Lars Birger Hense und Michael Weber war das Quartett mit 1:26,26 Minuten eine knappe Sekunde schneller als vor zwei Wochen. Außerdem fehlt den Sprintern nur noch eine knappe halbe Sekunde zu ihrer Zeit von den Deutschen Hallenmeisterschaften 2008. In Sindelfingen hatten 1:25,78 Minuten zu Silber gereicht.

Beim „Russian Winter“ verpasste es Raphael Holzdeppe (LAZ Zweibrücken), sich richtig warmzuspringen. Beim top-besetzten Meeting in Moskau scheiterte der Stabhochspringer zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr an seiner Anfangshöhe. Dabei war der Junioren-Weltmeister jedoch in bester Gesellschaft. Auch der Russe Igor Pavlov, Hallen-Weltmeister 2004, und Maksym Mazuryk (Ukraine) scheiterten an 5,41 Metern.

Der Sieg in der russischen Metropole ging mit 5,81 Metern an den Franzosen Renaud Lavillenie, der sich gegen die Lokalmatadoren Pavel Gerasimov (5,76 m) und Yevgeniy Lukyanenko (5,66 m) durchsetzte. Auf diese drei Asse wird Holzdeppe in den kommenden Wochen wohl noch häufiger treffen. Schließlich plant der 19 Jahre alte Schüler vor den Deutschen Hallenmeiserschaften in Leipzig (21./22. Februar) noch Meeting-Starts in Stuttgart (7. Februar), Düsseldorf (13. Februar) und Karlsruhe (15. Februar). Bis dahin will Holzdeppe den durch die Abiturprüfungen entstandenen Trainingsrückstand schon deutlich verringert haben.

Nach überstandener Virus-Infektion hat Sabrina Buchrucker ein ordentliches Saison-Debüt bei den Westdeutschen Hallenmeisterschaften in Dortmund gefeiert. In einem taktischen Rennen musste sich die Mittelstrecklerin vom TSV Bayer 04 Leverkusen nur Mira Räker geschlagen geben. Die Dortmunderin lief in 2:11,12 Minuten knapp vor Buchrucker (2:11,49) ins Ziel.

„Nach 200 Metern wurde das Rennen so langsam, dass keine bessere Zeit mehr drin war. Aber das ist ja typisch für Meisterschaften“, sagte die 19-Jährige. Erst auf den letzten 200 Metern (unter 31 Sekunden) zogen die beiden Führenden das Tempo wieder an, jedoch konnte Buchrucker die spätere Siegerin nicht mehr überspurten.

Trotzdem war die Leverkusenerin mit ihrem ersten Hallenrennen in dieser Saison zufrieden. „Vergangenes Jahr fehlten mir aufgrund des Trainingsrückstands in der Schlussphase noch die nötigen Körner. Da ich den Winter fast komplett durchtrainieren konnte, ist das nun deutlich besser geworden“, sagte Buchrucker. Wie gut die Form wirklich ist, kann sie am 11. Februar in Wien beweisen. Bei der ASVÖ Indoor-Gala trifft die Mittelstrecklerin auf schnelle nationale und internationale Konkurrenz.

Wie eng der Terminplan im Leichtathletik-Winter gestrickt ist, musste Anne-Kathrin Elbe am vergangenen Wochenende erfahren. Sie hatte die Wahl zwischen den Westdeutschen Meisterschaften in Dortmund und dem Erdgas-Athletics in Leipzig. Die Hürdensprinterin vom TSV Bayer 04 Leverkusen entschied sich für die Rennen in Sachsen und hatte damit Erfolg. Mit 8,32 Sekunden stellte die 21-Jährige eine neue Saisonbestzeit auf. Nach ihrem Autounfall im Dezember bewies sie damit eindeutig aufsteigende Form.

In der Endabrechnung reihte sich Elbe damit als schnellste deutsche Hürdensprinterin auf Platz sechs ein. Der Sieg in der Arena – in drei Wochen Austragungsort der Deutschen Hallenmeisterschaften – ging Danielle Carruthers. Die US-Amerikanerin setzte sich im Finale in souveräner Manier vor Lucie Skrobakova (Tschechien, 8,13 s) und der schnellen Italienerin Micol Cattaneo (8,17 s) durch.

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