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Raphael Holzdeppe ist „Leichtathlet des Jahres“

Mittwoch, 7. Januar 2009 12:34

Deutschlands Sport-Fans haben Raphael Holzdeppe zur Nummer eins 2008 gekürt. Die Leser der Fachzeitschrift „leichtathletik“ und die User des Internetportals www.leichtathletik.de wählten den Stabhochspringer vom LAZ Zweibrücken mit großem Vorsprung zum „Leichtathleten des Jahres“. Der 19-Jährige ist bei der seit 1991 durchgeführten Wahl der erste Jugendliche überhaupt, der die Spitzenposition einnimmt. Bei den Frauen setzte sich mit Irina Mikitenoko (Wattenscheid) die weltweit beste Marathonläuferin des Jahres durch.

Raphael Holzdeppe im Olympiafinale von PekingObwohl hinter dem Pfälzer Gymnasiasten eine perfekte Saison 2008 mit U20-Weltrekorden im Freien (5,80 Meter) und in der Halle (5,68 Meter) sowie Platz acht bei den Olympischen Spielen in Peking liegt, hätte er nie mit diesem Resultat gerechnet. „Einfach Wahnsinn. Das kommt für mich total überraschend, da ja einige Athleten nominiert waren, die in Peking viel besser abgeschnitten haben als ich“, sagte Holzdeppe.

Hinter dem Junioren-Weltmeister, der 33,5 Prozent der Stimmen erhielt, landeten Hochspringer Raul Spank (Dresden, 18,4 Prozent), Olympia-Fünfter in Peking, und Holzdeppes Stabhochsprung-Kollege Alexander Straub (Filstal, 16,4 Prozent) auf den Plätzen. „Gerade dass mich die Fans zum besten deutschen Leichtathleten gewählt haben, bedeutet mir sehr viel“, erklärte Holzdeppe, der nun die Nachfolge des Leverkusener Stabhochspringers Danny Ecker antritt.

Ein bisschen knapper fiel das Resultat bei den Frauen aus. Die Ränge hinter Siegerin Irina Mikitenko (31,3 Prozent) belegten Hochsprung-Aufsteigerin Ariane Friedrich (Frankfurt, 21,7 Prozent) und die Speerwurf-Bronzemedaillengewinnerin von Peking, Christina Obergföll (Offenburg, 17,0 Prozent). Damit folgt die 36 Jahre alte Marathonläuferin auf die dreimalige Diskus-Weltmeisterin Franka Dietzsch (Neubrandenburg).

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Ein rasantes Jahr liegt hinter Till Helmke

Mittwoch, 10. Dezember 2008 15:39

Wenn jemand Till Helmke vor den Olympischen Spielen gesagt hätte, dass er als bestplatzierter hessischer Leichtathlet aus Peking heimkehren wird, hätte er ihn wahrscheinlich für verrückt erklärt. Doch genau so kam es. Mit der DLV-Staffel lief der Sprinter vom TSV Friedberg-Fauerbach auf einen beachtlichen fünften Platz. Vor vier Jahren in Athen hatte der 24-Jährige noch um Haaresbreite den Finaleinzug verpasst.

Trotzdem hätte der BWL-Student gern auf diese Ehre verzichtet. „Ich habe mir gewünscht, dass Ariane Friedrich eine Medaille holt. Aber leider sollte es nicht sein“, sagt Helmke. Auch Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler verpasste den Sprung aufs Treppchen als Neunte.

Im Gegensatz zur Frankfurterin durfte der Sprinter mit seinem Olympia-Abschneiden vollauf zufrieden sein. 38,58 Sekunden wurden für die deutsche Staffel im Finale gestoppt. Keine Superzeit, aber schließlich hatten sich schon favorisierte Quartetts wie die USA und Großbritannien im Vorlauf nach Wechselfehlern um die Medaillen gebracht. „Unser Ziel war es, sicher ins Finale zu kommen. Das haben wir trotz der mäßigen 38,93 Sekunden im Vorlauf geschafft. Da war der fünfte Rang nur noch Zugabe“, stellt der 200-Meter-Spezialist klar.

Im Finale vor 90.000 Zuschauern („eine einmalige Atmosphäre“) lieferte Helmke dann das Rennen der Saison ab. In keinem Staffelwettbewerb des Jahres war er schneller unterwegs als im wichtigsten Lauf 2008. „Die Auswertung hat gezeigt, dass ich auf den Punkt topfit war. Das ist natürlich ein gutes Gefühl, wenn man sagen kann: Ja, wir haben richtig gearbeitet.“ Noch deutlich schneller als in Peking war die DLV-Staffel beim Europacup am 21. Juni in Annecy. Beim überraschenden Sieg wurden 38,30 Sekunden gestoppt, nur eine Hundertstel fehlte zum 25 Jahre alten Deutschen Rekord. Nachträglich wurde der deutsche „Vierer“ jedoch disqualifiziert, weil Alexander Kosenkow auf die Linie getreten war.

Doch schon allein das Ergebnis zeigt, wie groß das Potenzial der DLV-Sprinter für die kommenden Jahre ist – und das nicht nur in der Spitze, sondern auch in der Breite. Etwa zehn Sportler kommen für einen Staffelplatz bei der WM 2009 in Berlin infrage. Obwohl Helmke sich mit konstant schnellen Zeiten und sicheren Wechseln einen Stammplatz in der Nationalmannschaft erkämpft hat, muss er sich kommendes Jahr erneut der Konkurrenz stellen. Angst davor hat er nicht: „2009 muss man wieder 20,59 Sekunden für einen Einzelstart über 200 Meter bringen. Das ist neben der Staffel mein klares Ziel.“ Wenn es mit den 200 Metern klappen sollte, wird Helmke in Berlin aber wohl nicht erneut bester Hesse werden. Ein Umstand, mit dem er bestens leben kann.

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EAA-Chef Wirz ehrt Holzdeppe als „Rising Star 2008“

Sonntag, 19. Oktober 2008 13:22

Es gibt diese Tage, da muss auch ein Jugendlicher Jeans und T-Shirt gegen den ungewohnten Anzug tauschen. Bei Raphael Holzdeppe war es an diesem Wochenende so weit. Der Stabhochspringer vom LAZ Zweibrücken wurde vom europäischen Leichtathletik-Verband EAA in Amsterdam als „Waterford Crystal European Athletics Rising Star 2008“, als „aufgehender Stern“ unter 23 Jahre, ausgezeichnet. „Ich war am Anfang ein bisschen nervös. Als ich dann aber auf der Bühne stand, hat sich das wieder gelegt“, sagte der Schüler.

Mit dem Preis wurden Holzdeppes herausragende Leistungen dieses Jahres gewürdigt. So sprang er als Jugendlicher bei den Olympischen Spielen in Peking (China) auf Platz acht, wurde in Bydgoszcz (Polen) Junioren-Weltmeister und egalisierte am 28. Juni in Biberach mit 5,80 Metern den Junioren-Weltrekord des Russen Maxim Tarasov. „Ich war total überrascht, als ich von der Auszeichnung erfahren habe. Niemals habe ich damit gerechnet, der europäische Aufsteiger des Jahres zu sein. Schließlich standen noch so viele andere gute Sportler zur Wahl, die teilweise bei den Olympischen Spielen sogar noch besser abgeschnitten haben als ich“, sagte Holzdeppe, nachdem er den Preis aus den Händen des EAA-Präsidenten Hansjörg Wirz erhalten hatte.

Der 19-Jährige hatte bei der Wahl Viertelmeiler Martyn Rooney auf den zweiten Platz verwiesen. Der Brite hatte 2008 den Europacup gewonnen, war Olympia-Sechster geworden und hatte seine Bestleistung auf 44,60 Sekunden gedrückt. Die Auszeichnung im weiblichen Bereich erhielt Stephanie Tewll (Großbritannien), U20-Weltmeisterin über 1500 Meter. Die „Rising Stars 2008“ wurden gemeinsam von den europäischen Leichtathletik-Fans, Journalisten, einer Experten-Jury und den EAA-Verbänden ermittelt.

Beim Gala-Diner, das in die „European Athletics Convention“ eingebunden war, wurden darüber hinaus Speerwurf-Olympiasieger Andreas Thorkildsen (Norwegen) und Stabhochsprung-Weltrekordlerin Yelena Isinbayeva zu „Europas Leichtathleten des Jahres“ gekürt. Diese beiden meistern die Auftritte im Rampenlicht schon seit Jahren ähnlich souverän wie ihre Wettkämpfe in den Stadien in aller Welt. Wenn es für Raphael Holzdeppe aber weiter so steil aufwärts gehen sollte wie 2008, muss er sicherlich häufiger den feinen Zwirn für Auftritte aus dem Schrank holen.

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