2:10:29 Stunden: Amanal Petros knackt Olympia-Norm beim Marathon-Debüt

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Amanal Petros mit gleichmäßigem Rennen

Am ersten Advent und 23 Tage vor Heiligabend hat sich Amanal Petros selbst das wohl größte Weihnachtsgeschenk gemacht. In Valencia blieb der Langstreckler vom TV Wattenscheid 01 am Sonntagvormittag bei seinem Marathon-Debüt in 2:10:29Stunden deutlich unter der schnellen Olympia-Norm für Tokio (2:11:30 h). Der 24-Jährige teilte sich das Rennen extrem gut ein und ließ nach einer ersten Hälfte von 65:04 Minuten eine zweite von 65:25 Minuten folgen. Den schnellsten Fünf-Kilometer-Abschnitt von knapp unter 15 Minuten absolvierte Amanal Petros zwischen Kilometer 35 und 40. Und damit in einer Phase, in der selbst viele Spitzenläufer abbauen, weil die Energiereserven des Körpers zur Neige gehen.

„Ich hätte nicht gedacht, dass ich eine solche Zeit laufen würde. Die harte Arbeit der letzten Monate hat sich ausgezahlt. Wichtig war, dass ich bis Kilometer 35 geduldig geblieben bin“, jubelte Amanal Petros, der am Freitag direkt aus dem Höhentrainingslager in Kenia nach Valencia gereist war, über seinen Olympia-Coup beim Marathon-Debüt. Dabei hielt er sich im Rennen genau an seinen Fahrplan und absolvierte die Kilometerabschnitte um 3:07 Minuten. Denn exakt diese bringen am Ende eine Endzeit von unter 2:11:30 Stunden und die Tokio-Norm. Wobei die Tokio-Norm eigentlich eine „Sapporo-Norm“ ist. Denn aufgrund der im Sommer herrschenden feuchten Hitze in Japans Hauptstadt wurden die Straßenwettbewerbe der Leichtathleten in die ca. 800 Kilometer entfernte Stadt Sapporo verlegt. Dort wurden 1972 die Olympischen Winterspiele ausgetragen.

Amanal Petros Neunter der ewigen deutschen Bestenliste

Um die Zeit von Amanal Petros einzuordnen: Gleich bei seinem Debüt katapultierte er sich auf Platz neun der ewigen deutschen Bestenliste. In den 2000er-Jahren war lediglich der deutsche Rekordler Arne Gabius schneller als der Wattenscheider. Apropos Rekord: Den 22 Jahre alten Westfalen-Rekord von Michael Fietz steigerte der 24-Jährige um 31 Sekunden. Der wurde zu seiner aktiven Zeit vom selben Trainer betreut wie Amanal Petros heute: Tono Kirschbaum.

Der Wattenscheider Chefcoach feierte am Sonntag übrigens seinen 65. Geburtstag. „Ich glaube, dass ich ihm ein tolles Geburtstagsgeschenk gemacht habe“, sagte Amanal Petros, der nun fast sicher mit dem Olympia-Start planen kann. Schließlich werden kaum drei andere deutsche Läufer im kommenden Frühjahr schneller laufen als 2:10:29 Stunden. „Ich werde im Januar in Kenia meine Vorbereitung auf die Olympischen Spiele fortsetzen. Aber jetzt steht erst einmal Ruhe auf dem Programm, die kommenden Wochen werde ich genießen“, sagte der Zweite des diesjährigen 10.000-Meter-Europacups.

Starke Zeiten an der Spitze, Weltrekord über 10 Kilometer

In der Endabrechnung belegte Amanal Petros in Valencia bei idealem Marathonwetter mit Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad sowie nur leichtem Wind Platz 21. Ganz vorn verbesserte Sieger Kinde Atanaw (Äthiopien) den Streckenrekord auf 2:03:52 Stunden. Dahinter folgte Kaan Kigen Özbilen in 2:04:16 Stunden. Damit verbesserte der aus Kenia stammende Türke den Europarekord des viermaligen Olympiasiegers Mo Farah (Großbritannien) gleich um 55 Sekunden. Auch die dritt- und viertplatzierten Guye Adola (2:04:41 h) und Abebe Degefa (beide Äthiopien; 2:04:52 h) blieben unter der 2:05-Stunden-Marke.

Auch das Frauen-Feld lieferte in Valencia Weltklassezeiten ab. Gleich vier Läuferinnen blieben unter 2:19 Stunden. Schnellste war in 2:18:30 Stunden Marathons Roza Dereje (Äthiopien). Dahinter kamen Azmera Abreha (Äthiopien; 2:18:34 h), Birhane Dibaba (Äthiopien; 2:18:47 h) und Vivian Cheruiyot (Kenia; 2:18:52 h) ins Ziel. Beim parallel ausgetragenen 10-Kilometer-Rennen gab es in Valencia sogar einen Weltrekord zu bejubeln. Joshua Cheptegei (Uganda), amtierender Weltmeister über 10.000 Meter und im Crosslauf, steigerte die Bestmarke des Kenianers Leonard Komon um sechs Sekunden auf 26:38 Minuten.

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