Alina Reh rennt als Solistin zur WM-Norm

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Die Zuschauer stehen auf fast der kompletten Rundbahn auf Bahn vier und feuern die Läufer an. Pushende Musik kommt aus den Boxen. Dazu auf Mittel- und Langstrecken abgestimmte Zeitpläne spät am Abend: Die „Lange Karlsruher Laufnacht“ hat auch bei ihrer vierten Auflage viele Spitzenläufer und Athleten aus der zweiten Reihe begeistert.

WM-Norm gegen 22:15 Uhr

Für das absolute Highlight am Samstagabend sorgte gegen 22:15 Uhr Alina Reh. Die Langstrecklerin vom SSV Ulm 1846 legte über 5000 Meter ein beeindruckendes Solo hin und blieb in 15:12,96 Minuten knapp neun Sekunden unter der Norm für einen Start bei der WM in Doha (28. September bis 6. Oktober). Ihre Bestzeit verpasste die 22-Jährige dabei lediglich um knapp drei Sekunden. Im Ziel fand die EM-Vierte trotz der beinharten 12,5 Runden schnell wieder Luft. „Man soll ja ehrlich sein: Ich habe die WM-Norm schon erwartet. Ich wäre sogar gern noch einen Tick schneller gelaufen“, sagte die Laichingerin nach ihrer geglückten Attacke auf die WM-Norm.

Begleitung hatte sie dabei nur kurz. Nach 600 Metern konnte Tempomacherin Jana Reinert (LG Region Karlsruhe), die eine Stunde zuvor über 1500 Meter Platz drei erreicht hatte, der angeschlagenen Pace von Alina Reh nicht mehr folgen. So wurde es für die 22-Jährige ein Rennen gegen die Uhr. Und die hatte das Langstrecken-Ass immer unter Kontrolle. Nach Kilometer-Abschnitten von etwa 3:01, 3:03, 3:02 und 3.06 Minuten legte Alina Reh den finalen Kilometer in ziemlich exakt 3:00 Minuten zurück. Die schnellen letzten Runden zeigen ihr Potenzial über diese Distanz. Außerdem musste sie ca. 20(!) Läuferinnen im Rennen überrunden. Einige sogar doppelt. Das kostete natürlich einige Meter und damit Sekunden.

Alina Reh bereit für die 10.000 Meter

Hinter Alina Reh blieben drei weitere Läuferinnen unter 16 Minuten: Anna Gehring (ASV Köln; 15:48,02 min), Moira Stewartova (Tschechien; 15:53,83 min) und Diane van Es (Niederlande; 15:59,68 min). „Das Publikum hat mich um die Runden getragen“, beschrieb Alina Reh das Rennen zur WM-Norm. Nun hat die Langstrecklerin drei Wochen Zeit, um sich auf die Deutschen 10.000-Meter-Meisterschaften in Essen vorzubereiten. Auch über die längste Bahn-Distanz will sich die 22-Jährige für die WM empfehlen. Dafür sind 31:50,00 Minuten gefordert. Eine sehr schwierige aber für Alina Reh durchaus lösbare Aufgabe.

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