Alina Reh vor der U23-EM: „Über einen Doppelstart entscheiden wir erst vor Ort“

Eingetragen bei: Alina Reh, News | 1
Alina Reh jubelt bei der U23-EM 2017 in Bydgoszcz
Schon 2017 konnte Alina Reh bei der U23-EM jubeln: In Bydgoszcz gewann sie Silber über 5000 Meter. In Gävle startet die Ulmerin als Nummer eins über 5000 und 10.000 Meter (Foto: Iris Hensel)

Als Nummer eins der Meldeliste über 10.000 Meter (31:19,79 min) am Freitag (19:50 Uhr) und 5000 Meter (15:04,10 min) am Sonntag (18:35 Uhr) startet Alina Reh bei der U23-EM in Gävle (Schweden). Ob es allerdings zu einem Doppelstart für die Langstrecklerin vom SSV Ulm 1846 kommen wird, ist noch offen. Im Interview spricht Alina Reh über die nicht optimale Vorbereitung, die weiteren Saisonhöhepunkte und ihre Ziele in den kommenden Jahren.

Alina Reh, Schweden ist läuferisch ein gutes Pflaster für Sie. Freuen Sie sich schon auf den Start bei der U23-EM in Gävle?
Ja, Schweden gefällt mir als Land sehr gut. Und natürlich habe ich gute Erinnerungen an Schweden. Ich hoffe auf eine schöne und erfolgreiche EM.

2015 wurden Sie im schwedischen Eskisltuna Doppel-Europameisterin in der U20. Nun sind Sie als klare Nummer eins der Meldelisten wieder die Top-Favoritin auf die Titel über 5000 und 10.000 Meter …
… das mag von der „Papierform“ her stimmen. Aber 10.000 Meter und 5000 Meter binnen drei Tagen zu laufen, ist deutlich härter als 3000 und 5000 Meter. Ob ich wirklich einen Doppelstart machen werde, entscheiden wir erst vor Ort.

Nehmen Sie denn die Favoritenrolle gern an?
Nicht wirklich. Mir ist es eigentlich lieber, wenn der Fokus auf anderen liegt und ich mich dann „im Schatten“ aufhalten kann. Auf der anderen Seite geht es um Medaillen. Vielleicht pusht da die Rolle der Favoritin.

Beschäftigen Sie sich eigentlich vor einer solchen Meisterschaft mit der gemeldeten Konkurrenz?
Wenn dann erst am Tag vorher.

Alina Reh mit Problemen in der Vorbereitung

Die 10.000 Meter stehen am Freitag an, die 5000 Meter am Sonntag. Speziell über 10.000 Meter heißt es: Kräfte sparen. Mit welcher Taktik gehen Sie ins Rennen?
Über die genaue Taktik haben mein Trainer Jürgen-Austin Kerl und ich uns noch keine Gedanken gemacht. Denn leider verlief die EM-Vorbereitung alles andere als rund. Wir mussten das Training von Tag zu Tag planen. Fest steht: Ich werde die 10.000 Meter nicht riskant anlaufen. Aber das Ziel ist natürlich eine Medaille.

Mit welchen Problemen hatten Sie denn in der Vorbereitung auf Gävle zu kämpfen?
Nach den Deutschen 10.000-Meter-Meisterschften hat mich der Rücken ziemlich geplagt. Vergangene Woche kamen dann Magen-Darm-Probleme hinzu. Das hat ganz schön Kraft gekostet und den Trainingsrhythmus beeinträchtigt.

Sie haben die 10.000-Meter-DM schon angesprochen. Haben Sie vor dem Rennen in Essen gespürt, dass sie die Top-Zeit von 31:19,87 Minuten in den Beinen hatten?
Nein (lacht). Mit so einer Zeit habe ich wirklich nicht gerechnet. Die WM-Norm von 31:50,00 Minuten war mein Ziel. In Essen hat einfach alles gepasst. Ich glaube auch nicht, dass ich in jedem 10.000-Meter-Rennen diese Zeit abrufen kann.

Mit den 10.000 Metern scheinen Sie Ihre Lieblingsdistanz auf der Bahn gefunden zu haben. Welche Zeit trauen Sie sich über die 25 Runden in den kommenden Jahren zu?
Ja, die 10.000 Meter machen mir richtig viel Spaß. Jedoch habe ich immer noch sehr viel Respekt vor Länge und der Rundenanzahl. Der Kopf spielt dabei auch eine große Rolle. Aber ich traue mir in der Zukunft eine weitere Steigerung zu.

Ziel von Alina Reh: Irgendwann unter 31 Minuten laufen

Damit würde auch der deutsche Rekord von Kathrin Ullrich in Reichweite kommen. Der steht seit 28 Jahren bei 31:03,62 Minuten. Haben Sie diese Zeit schon im Hinterkopf?
Dieses Jahr auf jeden Fall noch nicht. Ich bin auch nicht auf der Jagd nach Rekorden. Es kommt wie es kommt. Aber in den nächsten zwei bzw. drei Jahren traue ich mir eine Zeit unter 31 Minuten zu.

Nach Gävle ist vor den Deutschen Meisterschaften in Berlin und der WM in Doha: Welche Rolle spielen da für Sie die U23-Europameisterschaften?
Für mich ist es der erste Saisonhöhepunkt. Der zweite ist dann Doha. Gävle wird meine letzte Nachwuchsmeisterschaft. Darum habe ich schon 2018 klar gesagt, dass ich dort dabei sein möchte.

Haben Sie die U23-EM wie eine große Meisterschaft vorbereitet oder werden Sie die Läufe aus dem Training heraus bestreiten?
Das wollten wir eigentlich schon. Aber wie gesagt: Es lief leider nicht alles so rund. Für mich ist die U23-EM nicht nur ein Wettkampf auf dem Weg nach Doha, sondern schon etwas ganz Besonderes. Schließlich habe ich die Möglichkeit, meine „Nachwuchskarriere“ mit einer Medaille zu beenden.

Die WM in Doha steht erst in knapp zwölf Wochen. Werden Sie bis dahin im Training voll durchziehen oder die Intensitäten zwischenzeitlich noch einmal drosseln?
Die Intensität komplett hochzuhalten, wird nicht möglich sein. Ich werde nach EM ins Trainingslager nach St. Moritz reisen und dort zunächst einige Tage regenerativ trainieren, ehe die Laufbelastungen wieder intensiver werden. Aus St. Moritz geht zur DM nach Berlin mit den 5000 Metern. Anschließend beginnt die finale WM-Vorbereitung. Ob und wenn ja welche Rennen ich zwischen DM und WM bestreiten werde, steht noch nicht fest. Ich hoffe, dass ich gesund bleibe und freue mich, dass die Saison noch einige Monate dauert.

  1. Michael Daun

    Liebe Alina,
    viel Erfolg wünsche ich dir für die Teilnahme bei den U23-Leichtathletik Europameisterschaften.
    Vor dem Fernseher werde ich mitfiebern.
    Nach den Leichtathletik Europameisterschaften geht es für dich nach St.Moritz ins herrliche Oberengadin,zur Zeit trainiert dort Amanal Petros,nach der persönlichen Bestzeit in London.Im Oberengadin habe ich viele Urlaube verbracht und habe dementsprechend viele Laufkilometer genossen.
    Immer gute Beine vom Startschuss an wünsche ich dir beim ersten Wettkampf am Freitag dem 10000-Meter-Lauf, leider kann ich dich nicht so lautstark anfeuern wie ich das in Essen-Stoppenberg getan habe.
    Vielleicht dann am Sonntag über 5000 Meter der zweite Start auch dafür alles erdenklich Gute und viel Gesundheit.
    Viele liebe Grüße
    Michael Daun

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.