Amanal Petros knapp im Gold-Spurt von Richard Ringer geschlagen

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Amanal Petros drückte das Gaspedal am Samstagnachmittag bei der Cross-DM in Ingolstadt im finalen Rennen voll durch. Auf der Männer-Langstrecke über 10,1 Kilometer wollte der Läufer vom TV Wattenscheid 01 unbedingt Richard Ringer (LC Rehlingen) loswerden. Doch der 23-Jährige konnte seinen Konkurrenten nicht abschütteln. Schulter an Schulter ging es auf die Zielgerade. Da hatte am Ende der Neu-Rehlinger die Nase vorn. In 32:03 Minuten setzte sich Richard Ringer mit einer Sekunde Vorsprung auf Amanal Petros durch. „Klar hätte ich gern gewonnen. Aber es war trotzdem ein richtig gutes Rennen“, sagte der Wattenscheider nach dem spannenden Höhepunkt der Cross-DM.

Richard Ringer überrascht vom hohen Tempo

Während der zehn Runden hatte Amanal Petros für eine schnelle Pace gesorgt. Da Richard Ringer schon wenige Stunden zuvor die 4,1 Kilometer lange Mittelstrecke, die er ebenfalls für sich entschied, bestritten hatte, hoffte er, den amtierenden 10.000-Meter-Europacup-Sieger irgendwann müde gelaufen zu haben. „Ich war schon überrascht, dass Amanal so aufs Tempo gedrückt hat, dass es schneller war als auf der Mittelstrecke“, lobte Richard Ringer seinen Konkurrenten.

Um das „Gold-Double“ einzuordnen: Weder bei den Cross-Meisterschaften des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV), die bei den Männern seit 1961 mit der Mittel- und Langstrecke stattfinden, noch bei den früheren Titelkämpfen des Deutschen Verbandes für Leichtathletik (DVfL) der DDR – hier wurden von 1956 bis 1990 ein Mittel- und ein Langstreckenrennen gestartet – gab es jedoch bei den Männern einen Athleten, der beide Strecken gewonnen hat.

Eingangs der letzten Runde hatte auch mit Samuel Fitwi Sibhatu (LG Vulkaneifel) der letzte Verfolger des schnellen Duos abreißen lassen müssen. In 32:13 Minuten lief der als Gesamtdritter zum Sieg in der U23-Klasse. Es folgten Marathon-Spezialist Philipp Pflieger (LG Telis Finanz Regensburg) und Kilian Schreiner (ASC 1990 Breidenbach; beide 33:08 min).

Amanal Petros feilt in Flagstaff an der Form

In den kommenden Wochen werden Amanal Petros und Richard Ringer noch so manchen gemeinsamen Kilometer Schulter an Schulter absolvieren. Denn schon am Montag werden beide im Höhentrainingslager in Flagstaff (US-Bundesstaat Arizona) eintreffen, um weiter an ihrer Sommerform zu feilen. Knapp vier Wochen lang werden die beiden deutschen Top-Langstreckler in der Höhe ihre Kilometer abspulen, um für die Sommersaison in Top-Form zu kommen. Dann stehen für Amanal Petros wieder verstärkt Bahn-Rennen auf dem Programm. „Mein Ziel ist es, über 5000 oder 10.000 Meter bei der WM zu starten“, gibt er die Richtung vor.

Für die Fahrkarte zur WM nach Doha im Herbst müsste der 23-Jährige seine Bestzeiten deutlich steigern. 13:22,50 bzw. 27:40,00 Minuten sind gefordert. Beide Marken hat Richard Ringer in seiner Karriere schon unterboten. Nach seinen starken Auftritten beim Halbmarathon Mitte Februar in Verona und nun am Samstag in Ingolstadt dürfte auch der Schützling von Tono Kirschbaum eine Chance auf die schnellen WM-Normen haben. Denn dass er weiß, wo das Gaspedal ist, hat Amanal Petros am Samstag in Ingolstadt mal wieder unter Beweis gestellt.

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