Amanal Petros: „Werde so lange wie möglich auf Kurs Olympia-Norm laufen“

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Amanal Petros siegt bei der 10-Kilometer-DM in Siegburg

Ein langes und erfolgreiches Laufjahr 2019 liegt bereits hinter Amanal Petros. Von den 1500 Metern bis zum Halbmarathon stellte der Langstrecken-Spezialist von TV Wattenscheid 01 in diesem Jahr neue Bestzeiten auf. Doch damit nicht genug. Am Sonntag läuft der 24-Jährige beim Valencia-Marathon sein Debüt über die klassischen 42,195 Kilometer. Sein Ziel ist ambitioniert: Der Schützling von Trainer Tono Kirschbaum peilt die Olympia-Norm für Tokio 2020 von 2:11:30 Stunden an. Im Interview spricht Amanal Petros über die harte Vorbereitung, seine Renntaktik und die Erwartungen an die längste olympische Laufdistanz.

Amanal Petros, am Sonntag ist es so weit. In Valencia bestreiten Sie den ersten Marathon-Wettkampf Ihres Lebens. Sind Sie schon nervös?
Ehrlich gesagt, bin ich schon supernervös, aber gleichzeitig auch sehr neugierig. Ich bin einfach gespannt, meinen ersten Marathon zu laufen. Auf 42,195 Kilometern kann eine Menge passieren.

Warum haben Sie sich so spät im Jahr für das Marathon-Debüt entschieden?
Man kann pro Jahr zwei, vielleicht drei Marathons laufen. Da die Bahnsaison für mich bis in den Herbst dauerte, habe ich mich für den Start in Valencia entschieden. Damit habe ich vor dem Frühjahr eine zusätzliche Chance auf die Olympia-Qualifikation für Tokio 2020. Gelingt mir das in Valencia, kann ich mich im Frühjahr aufs Training konzentrieren. Außerdem ist Valencia eine schnelle Strecke. 2018 sind dort gleich sechs Läufer unter 2:05:30 Stunden geblieben.

Sie haben sich zuletzt knapp dreieinhalb Wochen in der Höhe Kenias vorbereitet. Wie steht es um Ihre Form?
Das Training ist mir nicht immer leicht gefallen, aber ich war fleißig und konnte die Einheiten durchziehen. Darum denke ich, dass die Form passt. Allerdings habe ich noch keine Erfahrung im Marathon. Nach 30 Kilometern kann viel passieren, ich hoffe aber natürlich, dass es auch nach Kilometer 30 gut läuft (lacht).

Amanal Petros: „Man darf im Marathon nicht die Geduld verlieren“

Wie lang war denn Ihr längster Dauerlauf im Training und wie schnell war der?
In Kenia bin ich auf 2500 Metern Höhe 36 Kilometer mit einem Schnitt etwas über 3:30 Minuten gelaufen. Zu Hause im Flachen bin ich auch schon einmal 40 Kilometer gelaufen.

Die Olympia-Norm für Tokio steht bei 2:11:30 Stunden. Werden Sie am Sonntag auf diese Zeit anlaufen oder werden Sie es als Debütant etwas langsamer angehen lassen?
Ich werde mich an die Pacemaker hängen, die 3:07 Minuten pro Kilometer laufen. Das ist exakt der Kilometerschnitt, den man für die Olympia-Norm laufen muss. Ich werde versuchen, dieser Gruppe so lange wie möglich zu folgen.

Sie trainieren in Wattenscheid zusammen mit Hendrik Pfeiffer. Der hat schon einige Marathons bestritten und die Rennen in Köln und Düsseldorf gewonnen. Welche Tipps konnte er Ihnen für die 42,195 Kilometer geben?
Er hat mir gesagt, dass ich nicht die Geduld verlieren darf. Ich soll nichts riskieren, sondern bis 37, 38 Kilometer hinter dem Pacemaker bleiben. Wenn bis dato alles gut läuft, ist die Zeit gekommen, die letzten Kräfte zu mobilisieren und alles zu geben.

Die Olympia-Norm von 2:11:30 Stunden ist das eine, eine ordentliche Debüt-Zeit das andere. Mit welchem Ergebnis wären sie am Sonntag im Ziel zufrieden?
Wenn ich die Tokio-Norm schaffe, wäre ich natürlich superglücklich. Die Zeit ist aber kein Muss. Wenn ich unter 2:14 Stunden und ohne größere Probleme ins Ziel komme, werde ich mich auch freuen.

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