Team-EM: Auf Rang drei folgt Disqualifikation für Amanal Petros

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Die Winzigkeit von zwei Hundertstelsekunden fehlen Amanal Petros momentan zur WM-Nominierung. Der Langstreckler vom TV Wattenscheid 01 steigerte sich über 5000 Meter zwar deutlich um zwölf Sekunden auf 13:22,52 Minuten. Aber zur WM-Norm fehlen ihm halt die ominösen zwei Hundertstelsekunden – oder umgerechnet etwa zehn Zentimeter. Darum fehlte sein Name bei der zweiten WM-Nominierungsrunde des DLV am Freitag. Ihr WM-Ticket sicher hat hingegen das Trackteam-Duo Gina Lückenkemper (SCC Berlin) und Alina Reh (SSV Ulm 1846).

Doch es gibt für den 24-Jährigen noch zwei Chancen auf den Doha-Start. Entweder bleibt er bis zum endgültigen Nominierungsschluss am 8. September unter der Norm oder Amanal Petros muss auf eine Einladung des Weltverbandes IAAF hoffen. Denn nach Eingang aller internationalen Meldungen erfolgt ein Einladungsprozess der IAAF. Dieser hat für alle Disziplinen ein Ziel für die Teilnehmerzahl ausgegeben. In Disziplinen, in denen diese Zahl nicht erreicht wird, wird aufgestockt. Besonders hart sind die Normen dabei auf den Langstrecken. So besteht für Amanal Petros sowohl über 5000 Meter als auch über 10.000 Meter (27:52,52 min) die Chance auf den „WM-Start durch die Hintertür“.

Flottes Rennen in Bydgoszcz

Wie sich ein Lauf im Nationaldress anfühlt, erlebte Amanal Petros am Samstagabend bei der Team-EM der zwölf besten Leichtathletik-Nationen in Bydgoszcz (Polen). Dort vertrat er den DLV über 5000 Meter und holte als Dritter zehn wichtige Punkte für die Gesamtwertung. Welches Land nach 40 Wettbewerben die meisten Zähler auf dem Konto hat, darf sich Team-Europameister nennen.

Anders als erwartet, entwickelte sich in Bydgoszcz nach Tempoverschärfungen des Schweizers Julien Wanders ein flottes Rennen. Nur Amanal Petros und der Italiener Yemaneberhan Crippa konnten dem Halbmarathon-Spezialisten folgen. Am Ende hatte der spurtstarke Italiener in 13:43,30 Minuten die Nase vorn und sicherte seinem Team zwölf Punkte. Es folgten Julien Wanders (13:45,31 min) und Amanal Petros (13:50,45 min). Doch anstelle der zehn Punkte fürs DLV-Team musste Amanal Petros eine nachträgliche Disqualifikation wegen Betretens der Innenbahn in der Schlussrunde in Kauf nehmen. 

„Ich verstehe die Entscheidung und weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe. Es war eng auf der Bahn, dadurch passierte dieser Fehltritt nach links. Ich habe dadurch keinen Vorteil gehabt, eher einen Nachteil, weil ich aus der Balance geraten bin. Leider waren die Einwände des DLV auf den spanischen Protest vergeblich“, erklärte der Bielefelder die Situation.

Amanal Petros hat beste Erinnerungen ans Stadion

„Es war ein sehr schönes Rennen, Bydgoszcz ist nach Berlin mein Lieblingsstadion“, sagte Amanal Petros, der 2017 an selber Stelle Silber bei der U23-EM über 10.000 Meter gewonnen hatte, bevor er von der Disqualifikation wusste. Dazu gab’s vor zwei Jahren Rang vier über 5000 Meter. Der Sieger hieß übrigens damals wie heute Yemaneberhan Crippa. Zwischenzeitlich sah es sogar so aus, als könnten die Läufer die WM-Norm ins Visier nehmen. „Aber bei 3000 Metern habe ich gemerkt, dass es mit der WM-Norm nichts mehr werden würde, zumal meine Beine von den Deutschen Meisterschaften in Berlin noch müde waren“, sagte der Wattenscheider.

Die WM-Norm will der 24-Jährige noch einmal beim Meeting Ende August in Rovereto (Italien) ins Visier nehmen. In Bydgoszcz setzte sich am Ende Gastgeber Polen mit starken 345 Punkten vor dem deutschen Team (317,5 Punkte) durch.

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