B-Norm und Bestleistungen

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Der Pfingstmontag hat Sophie Krauel eine neue Bestleistung beschert. Beim Meeting in Wesel steigerte die Weitspringerin vom TuS Jena ihren Freiluft-Hausrekord um drei Zentimeter auf 6,63 Meter. Gleichzeitig überbot die 24-Jährige die B-Norm für die Weltmeisterschaften in Berlin (15. bis 23. August) um einen Zentimeter.

Trotz der Bestleistung war der Deutschen Meisterin in Wesel nicht nach Jubeln zumute. Schließlich musste sie sich mit Rang vier begnügen. Der Sieg ging an die WM-Fünfte Bianca Kappler (Rehlingen), die im fünften Versuch auf starke 6,81 Meter kam. Damit übertraf die 31-Jährige genauso wie Beatrice Marscheck (Gießen; 6,73 m) die WM-A-Norm (6,72 m). Auf Rang drei landete die Neu-Hamburgerin Claudia Tonn mit 6,71 Metern.

„Ich bin nicht zufrieden mit dem Wettkampf. Die Bedingungen waren so gut, da hätte ich auch über 6,70 Meter springen müssen“, sagte eine sichtlich geknickte Sophie Krauel. Zwar hatte die Pharmazie-Studentin auf der bekannt guten Anlage noch weitere „sehr gute Sprünge“. Doch waren diese leider alle ungültig. „Der Sprung auf 6,63 Meter hat sich wahrlich nicht nach Bestleistung angefühlt. Da hat mich die Weite dann schon überrascht.“

Neben Krauel und Tonn haben mit der Hamburgerin Annika Leipold (Siegerin des U23-Springens in Wesel; 6,67 m) und Karoline Köhler (Wattenscheid; 6,64 m) noch weitere zwei Springerinnen die WM-B-Norm erfüllt. Außer den beiden Springerinnen mit der A-Norm kann der DLV eine weitere Athletin mit B-Norm für die WM nominieren, sofern diese den Richtwert zweimal übertroffen hat. Das gelang allen Vieren bisher aber nur einmal. Die nächste Chance, die WM-Norm zu attackieren, erhält die Thüringerin aber schon am Samstag beim Weitsprung-Klassiker in Bad Langensalza. Dort tritt Krauel als Lokalmatadorin an. „Ich habe in Wesel gemerkt, dass die Form stimmt. Das gibt mir Selbstvertrauen für den Rest der Saison“, sagte die Jenaerin. Die letzte Chance, ein WM-Ticket zu ergattern, bietet sich den Springerinnen dann bei den Deutschen Meisterschaften am 4. und 5. Juli in Ulm.

Gleich bei seinem ersten Saisonrennen hat Robin Schembera seine 800-Meter-Bestzeit gesteigert. Beim Grand-Prix-Meeting in Hengelo (Niederlande) stürmte der 20 Jahre alte Mittelstreckler vom TSV Bayer 04 Leverkusen als Sechster nach 1:45,63 Minuten ins Ziel. Damit war der Deutsche Meister drei Hundertstel schneller als vor einem Jahr in Biberach. Den Sieg sicherte sich der Sudanese Abubaker Kaki. Für den Hallenweltmeister von 2008 wurden nach superschnellen ersten 400 Metern (49,19 s) 1:43,10 Minuten gestoppt.

Ein unrhythmisches Rennen mit insgesamt 14 Läufern auf der Bahn kostete Schembera allerdings eine Zeit unterhalb der WM-Norm von 1:45,40 Minuten. Ganz innen startend, war er schon früh im Rennen eingekeilt und musste sich auf den zwei Runden Position um Position nach vorne arbeiten. „Das hat schon ziemlich viel Kraft gekostet, außerdem war ich dadurch in Rempeleien verwickelt“, sagte der Leverkusener, der trotzdem sehr starke letzte 200 Meter hinlegte: „Bis auf die letzten 30 Meter war das in Ordnung. Aber ganz am Ende bin ich schon ein bisschen eingebrochen.“

Auf den Youngster warten aber schon in den nächsten Wochen einige weitere gute Rennen, um die WM-Norm, die einmal unterboten werden muss, zu knacken. So plant der Abiturient mit Starts beim Auftakt des DKB-Cups in Baunatal am kommenden Freitag sowie beim ersten Meeting der Golden-League-Serie 2009, dem Berliner ISTAF am 14. Juni.

Ein couragiertes Rennen hat Niklas Zender (TSV Friedberg-Fauerbach) beim 45. Pfingstsportfest in Rehlingen über 400 Meter abgeliefert. Der Jugendliche stellte sich den schnellsten deutschen Männern und musste sich mit 47,04 Sekunden nur dem Frankfurter Kamghe Gaba (46,06 s) beugen. Den amtierenden Deutschen Meister Simon Kirch (Sclau.com Saar 05 Saarbrücken; 47,10 s) konnte der Fünfte der U20-WM 2008 hingegen in Schach halten.

Damit unterbot Zender auch als erster deutscher Viertelmeiler die Norm für die U20-Europameisterschaft im Juli in Novi Sad. Für eine Teilnahme fordert der DLV 47,30 Sekunden. Die Bestzeit des Hessen steht allerdings schon bei beachtlichen 46,18 Sekunden. Diese Marke peilt der Schüler nach seinem ersten ernsthaften Auftritt auf der Stadionrunde in diesem Jahr schon bei den kommenden Meetings an.

Ihr erstes 400-Meter Rennen seit fast zwei Jahren hat Jana Neubert in Rehlingen bestritten. Nach einer langwierigen Fußverletzung meldete sich die Neu-Potsdamerin im Saarland mit 54,69 Sekunden zurück. Damit belegte die 24-Jährige nach mehreren Zeitläufen Rang neun. Der Sieg ging an die Britin Lee McConnell (51,52 s) vor ihrer Landsfrau Nicola Sanders (51,89 s).

Natürlich merkte man Neubert in Rehlingen jedoch noch an, dass sie nach der Plantarsehnenverletzung noch nicht wieder ganz zu alter Stärke zurückgefunden hat. Speziell die Schnelligkeit kann nur über weitere Wettkämpfe aufs alte Niveau gehoben werden.

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