Celina Leffler: „2016 Richtung 6.000 Punkte“

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Celina Leffler (SSC Koblenz-Karthause) gehört zu den größten deutschen Siebenkampf-Talenten. Im Interview spricht die weltweit zweitbeste U20-Siebenkämpferin 2015 über den verpassten Start bei der U20-EM in Eskilstuna, die EM 2016 in Amsterdam und ihre Höhenflüge in einer früheren Problemdisziplin.

Celina Leffler, mit 5.835 Punkten sind Sie 2015 die zweitbeste U20-Siebenkämpferin der Welt. Bei der U20-EM mussten Sie trotzdem zuschauen. Wie schwer ist es Ihnen gefallen, den Siebenkampf nach einer Ellenbogenverletzung von der Tribüne aus zu verfolgen?
Natürlich hätte ich bei meiner letzten internationalen Jugend-Meisterschaft gern den Siebenkampf bestritten. Ich habe den Wettkampf verfolgt und mit den deutschen Starterinnen mitgefiebert, aber außer bei den 800 Metern wäre ich natürlich lieber im Stadion als auf der Tribüne gewesen. Für mich geht die Gesundheit aber klar vor, von daher stand ein Start nach der Verletzung außer Frage. So hatte ich ein paar Wochen Zeit, mich damit abzufinden.

Den Bänderanriss im Ellenbogen haben Sie sich Anfang Juni in Bernhausen zugezogen. Ist die Verletzung mittlerweile ausgestanden?
Ich habe seitdem nicht mehr geworfen, kann aber mittlerweile Übungen mit dem Medizinball ohne Probleme machen. Deswegen bin ich zuversichtlich. Zur Sicherheit wird noch ein MRT gemacht, um zu sehen, ob wieder alles gut verheilt ist.

Hinter der überragenden Schweizerin Caroline Agnou (6.123 Punkte) gingen Silber und Bronze in Eskilstuna an Hanne Maudens (Belgien; 5.720 Punkte) und Louisa Grauvogel (LG Saar 70; 5.704 Punkte). Welche Punktzahl hätten Sie sich gesund bei der U20-EM zugetraut?
Das ist immer schwer zu sagen. Die äußeren Bedingungen waren mit Kühle und Wind nicht leicht, bei den meisten Athletinnen gab es viele Höhen und Tiefen. Zwischen 5.800 und 5.900 Punkte wären vielleicht möglich gewesen.

War Ihr zehnter Platz über 100 Meter Hürden eine angemessene Wiedergutmachung oder trauern Sie der Medaillenchance im Siebenkampf noch hinterher?
Der Medaillenchance habe ich nie wirklich hinterhergetrauert. Außerdem hat Louisa Grauvogel Bronze gewonnen. Das hat mich sehr gefreut, da wir sonst immer gemeinsam im Einsatz waren. Den Start im Hürdensprint habe ich als eine neue Erfahrung mitgenommen. Ein Einzelstart ist vom Wettkampfablauf her und auch für den Kopf etwas ganz anderes. Ich hatte keinen Druck, keine hohen Erwartungen an mich selbst und konnte den Wettkampf locker angehen.

Sie haben sich im Hochsprung in diesem Jahr um neun Zentimeter verbessert, mit dem Speer um rund drei Meter. Kommt mit diesen Werten langsam die 6.000-Punkte-Marke in Reichweite?
Auf jeden Fall. Gerade der Hochsprung gibt viele Punkte, deswegen bin ich optimistisch, dass die 6.000 Punkte nächstes Jahr möglich sind. Vorausgesetzt ich komme gut und verletzungsfrei durch das Wintertraining.

Ihr Coach Holger Klein wird seit diesem Jahr im Hochsprung von Jörg Roos, dem Trainer von Götzis-Sieger Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied), unterstützt. War das der Schlüssel zur deutlichen Steigerung?
Ich denke schon. Nach ein paar gemeinsamen Trainingseinheiten, in denen wir vor allem am Anlauf gearbeitet haben, bin ich Bestleistung gesprungen. Vielleicht war genau das der richtige Ansatz, an dem wir in Zukunft weiterarbeiten können. An dieser Stelle nochmal ein Dankeschön an Jörg Roos, dass ich wie selbstverständlich bei ihm trainieren durfte.

In welchen Disziplinen haben Sie noch die meiste Luft nach oben?
Über die 800 Meter und im Weitsprung habe ich dieses Jahr Punkte liegen gelassen, daran werde ich in den kommenden Monaten arbeiten. Ansonsten sehe ich weiterhin das größte Steigerungspotenzial im Hochsprung.

2016 stehen die EM in Amsterdam und die Olympischen Spiele in Rio auf dem Programm. 2012 gab es bei der gleichen Konstellation keinen Siebenkampf-Doppelstart. Liebäugeln Sie mit einer EM-Teilnahme oder kommt die noch zu früh?
Das ist natürlich eine besondere Chance. Allerdings müsste ich dafür die EM-Norm schaffen und gleichzeitig zu den besten sechs deutschen Mehrkämpferinnen gehören. Das wird nicht leicht, daher ist es auch nicht erklärtes Ziel. Sollte es trotzdem irgendwie klappen, wäre das natürlich der Wahnsinn, zumal es 2016 in der U23-Klasse keine internationalen Meisterschaften gibt.

Vor einem Jahr haben Sie in Mainz mit dem Medizinstudium begonnen. Wie schaffen Sie es, dieses lernintensive Studienfach und das zeitintensive Mehrkampf-Training miteinander zu vereinbaren?
Während des Semesters ist es nicht ganz einfach, Training und Uni unter einen Hut zu bekommen. Wenn ich nicht in der Uni oder am Schreibtisch sitze, bin ich auf dem Sportplatz. Ich brauche den Sport einfach als Ausgleich zum Alltag, um den Kopf frei zu bekommen und alles andere zu vergessen. Wie zuletzt in den Semesterferien habe ich dafür umso mehr Zeit, mich voll und ganz aufs Training zu konzentrieren.

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