Celina Leffler glänzt im Konzert der Großen

Eingetragen bei: News | 0

Problemdisziplin ade: Dank einer fulminanten Hochsprung-Steigerung um neun Zentimeter auf 1,77 Meter als Krönung hat Siebenkampf-Talent Celina Leffler (SSC Koblenz-Karthause) beim Deichmeeting in Neuwied die nationale Mehrkampfspitze der Frauen aufgemischt. Die Studentin musste sich am Samstagnachmittag beim Vierkampf (100 m Hürden, Hochsprung, Speerwurf, 150 m) nur der EM-Vierten Carolin Schäfer geschlagen geben.

Die Siegerin vom TV Friedrichstein Alt-Wildungen sammelte 4498 Punkte, Celina Leffler als Zweite 4352 Zähler. Damit setzte sich die amtierende U18-Weltmeisterin unter anderem gegen die WM-Vierte Claudia Rath (LG Eintracht Frankfurt; Vierte mit 4207 Punkten), Hürden-Ass und „Teilzeit-Mehrkämpferin“ Cindy Roleder (LAZ Leipzig; Fünfte mit 4106 Punkten) und die überraschend starke Leverkusenerin Anna Maiwald (Dritte mit 4282 Punkten) durch. Die ehemalige WM-Zweite Jennifer Oeser (TSV Bayer Leverkusen) musste aufgrund einer Fersenprellung ihr Comeback nach Babypause vorzeitig beenden.

Feintuning bei Jörg Roos > „Mein schnellerer Anlauf hat sich ausgezahlt“, jubelte Celina Leffler nach ihrer starken Vorstellung in ihrer einstigen Problemdisziplin. Am Hochsprung hatte sie zuletzt mit Jörg Roos gefeilt. Der Trainer von Zehnkampf-U23-Europameister Kai Kazmirek (LG Rhein-Wied), der in der B-Jugend Deutscher Hochsprungmeister war, hat ein paar Neuerungen ins Training eingebracht. „Wir haben jetzt zweimal miteinander trainiert. Geschadet hat’s wohl nicht“, lachte der Schützling von Holger Klein.

Den zweiten Platz in diesem illustren Feld sicherte sich Celina Leffler nicht nur dank der tollen Hochsprung-Show – neun Zentimeter sind im Siebenkampf rund 115 Punkte wert –, sondern mit drei weiteren Bestleistungen in den drei anderen Disziplinen. Gleich zu Beginn verbesserte sich die 19-Jährige bei sattem Gegenwind über 100 Meter Hürden um eine Hundertstel auf 13,79 Sekunden, den Speer ließ sie auf 43,73 Meter segeln – exakt 3,01 Meter weiter als jemals zuvor. Über die selten gelaufenen 150 Meter steigerte sich Leffler um drei Zehntel auf 17,73 Sekunden. „An diese Form will ich bei den kommenden Wettkämpfen anknüpfen“, schaute Leffler schon wieder voraus.

Nach dem letzten Formtest in Neuwied steht für die Medizinstudentin am kommenden Wochenende in Kreuztal der erste Siebenkampf der Saison an. Gleichzeitig ist er der erste von zwei Qualifikationswettkämpfen für die U20-EM Mitte Juli in Eskilstuna (Schweden). In der Form von Neuwied dürfte der Vierten der U20-WM des Vorjahrs ein Startplatz kaum zu nehmen sein. Die Mindestnorm für einen Start liegt bei 5400 Punkten, Lefflers Hausrekord (noch) bei 5846 Zählern.

Desiree Singh verpasst Saison > Desiree Singh (LG Lippe-Süd) wird den Leichtathletik-Sommer 2015 verpassen. Dem Stabhochsprung-Talent fehlt einfach die Zeit, um nach ihrer schweren Knöchelverletzung rechtzeitig wieder in Form zu kommen. Erst seit rund drei Wochen kann die 4,40-Meter-Springerin wieder ohne Spezialschuh laufen, an spezifisches Training ist noch gar nicht zu denken.

„Der Fuß heilt leider nicht so schnell wie gehofft. Außerdem beginne ich am 1. August meine Ausbildung beim Kreis Lippe. Daher werde ich dieses Jahr brauchen und nutzen, um die Balance zwischen, Ausbildung, Sport und Familie zu finden“, sagte die Mutter der knapp dreijährigen Emma. Somit wird die 20-Jährige erst wieder in der Hallensaison ins Wettkampfgeschehen eingreifen. Im vergangenen Winter hatte sich das Stabhochsprung-Talent auf 4,40 Meter verbessert, bei den Deutschen Hallenmeisterschaften aber schwer verletzt. Sie war in Karlsruhe auf der Matte unglücklich mit dem Fuß hängen geblieben und umgeknickt. Vier gerissene Außen- und Innenbänder im linken Knöchel wurden diagnostiziert, die Saison-Absage war die bittere Folge.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.