Comeback geglückt, Comeback geplatzt

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Ganze zwei Wettkämpfe konnte Simon Schütz im Kalenderjahr 2012 bestreiten. Einen in der Halle, einen im Freien. Immer wieder machten dem Sprint-Talent vom Wiesbadener LV massive Oberschenkelprobleme zu schaffen. Am Samstag dann endlich das Comeback nach rund acht Monaten Wettkampfpause.

Bei den Hessischen Hallenmeisterschaften in Hanau war der 17-Jährige sowohl im Vorlauf (6,95 sec) als auch im Zwischenlauf (6,93 sec) über 60 Meter nicht zu stoppen. Damit lag der Youngster nur vier Hundertstel über seiner Bestzeit. „Es war ein tolles Gefühl, wieder auf der Bahn zu stehen. Leider habe ich im Zwischenlauf den Start ziemlich verpennt und so eine bessere Zeit verschenkt“, analysierte der Deutsche Jugend-Hallenmeister von 2012 über 200 Meter seine Rückkehr.

Auf einen Start im 60-Meter-Finale verzichtete Simon Schütz. Nicht weil etwa die Muskulatur zwicken würde, die sei seit einer eingehenden Behandlung bei den Spezialisten im Klinikum Sendenhorst im September in bester Ordnung. Vielmehr wollte der Teenager Kräfte sparen für den kommenden Mittwoch. Dann steht nicht der nächste Wettkampf an, sondern der Einstellungstest bei der Hessischen Polizei. „Das geht über den ganzen Tag. Da ist nicht nur körperliche Fitness gefragt, sondern es stehen auch ein Computertest sowie Gruppen- und Einzelgespräche auf dem Plan“, erläuterte der schnelle Hesse. So konnte der Sprinter in Hanau nicht in den Kampf um die Medaillen eingreifen – von denen es gleich zwei goldene gab. Zeitgleich in 6,82 Sekunden ging der Titel an die beiden Friedberger Sprinter Felix Göltl und Michael Pohl. Bronze sicherte sich Nils Keßler (TV Herborn) mit 6,94 Sekunden.

Nach hoffentlich erfolgreichem Polizeitest muss Simon Schütz nicht wieder acht Monate auf den nächsten Start warten. Der steht schon am kommenden Samstag bei den Hessischen Hallen-Jugendmeisterschaften in Frankfurt-Kalbach auf dem Programm. Wieder über 60 Meter. Von seiner Spezialdisziplin – den 200 Metern – hat der Wiesbadener in der Hallensaison Abstand genommen. Für den langen Schlaks sind die engen Kurven einfach nichts – trotz großer Erfolge: „Wir wollen da kein Risiko eingehen. Da ist einfach zu schnell eine Verletzung möglich.“ Im Sommer wird man den U20-WM-Starter von 2012 dann aber natürlich wieder auf den 200 Metern sehen.

Ein zweiter Trackteam-Athlet musste hingegen sein Comeback verschieben. Hochsprung-Ass Falk Wendrich (TV Wattenscheid) – im Sommer 2013 von zwei Muskelfaserrissen ausgebremst – wird nicht wie geplant am Sonntag beim Hochsprung-Meeting in Herzebrock-Clarholz starten. „Ich habe seit rund einer Woche leichte Fersenprobleme. Da wollen wir zunächst abklären, wo die Ursachen liegen“, sagte der sichtlich frustrierte U20-Vizeweltmeister. Die nächste Chance, nach mehr als einem halben Jahr Pause wieder auf die Wettkampfbühne zurückzukehren, hat der Student schon am kommenden Wochenende bei den Westfalen-Meisterschaften in Dortmund.

Die Konstanz ist da, nur der Ausreißer nach oben fehlt noch. Am Freitagabend meisterte Stabhochspringerin Desiree Singh (LG Lippe-Süd) beim Paderborner Springermeeting erneut 4,10 Meter. Damit stellet die U18-Weltmeisterin von 2011 zum wiederholen Mal ihre Hallenbestleistung ein. Erst an 4,20 Metern scheiterte die 19-Jährige dreimal. „Ich bin ein bisschen schwer in den Wettkampf reingekommen. Erst am Ende lief es technisch ein wenig besser“, sagte der Schützling von Olaf Hilker nach Platz zwei im Ahorn-Sportpark. Nur die Leverkusenerin Franziska Kappes (4,20 m) war am Freitag in der Endabrechnung besser als Desiree Singh. Die zweite Leverkusener Springerin, Regine Kramer (4,10 m), landete auf Rang drei.

Für Desiree Singh wird es in den kommenden Monaten auch darum gehen, ihr neues Material noch besser in den Griff zu bekommen. Seit einigen Wochen springt sie mit einem neuen Stab-Set aus einem Fiberglas-Karbon-Gemisch, das der hohen Anlaufgeschwindigkeit der Schülerin entgegenkommt. In so einer anspruchsvollen Disziplin wie dem Stabhochsprung müssen Mensch und Material miteinander harmonieren. Sonst sind große Höhen kaum möglich. Die nächste Chance, ihren Hallen-Hausrekord zu steigern, hat Desiree Singh schon am kommenden Wochenende. Dann steht der nächste Start der Höhenjägerin auf dem Programm.

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