Cross-EM: Zwei Medaillen für Reh, Rehberg 17.

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Im Ziel der Cross-EM in Hyères (Frankreich) lagen sich Alina Reh (TSV Erbach) und Konstanze Klosterhalfen (TSV Bayer 04 Leverkusen) in den Armen. Anschließend durften die beiden deutschen Lauf-Talente zusammen mit Sarah Kistner (MTV Kronberg), Franziska Reng (LG Telis Finanz Regensburg) und Anna Gehring (SC Itzehoe) auf das oberste Podest klettern. Souverän hatte das deutsche U20-Team mit 20 Platzpunkten die Mannschaftswertung auf der Pferderennbahn von Hyères für sich entschieden und entthronte nach fünf Siegen in Folge die starken Britinnen als Europameisterinnen. Grundstein für den Erfolg waren die starken Vorstellungen von Klosterhalfen und Reh, die als U20-Europameisterin (Klosterhalfen) und EM-Dritte (Reh) auf der 4,157 Kilometer langen Strecke glänzten. Damit beschloss Alina Reh mit zwei weiteren internationalen Medaillen ihr Meisterschaftsjahr 2015.

Dabei sah es zunächst an der Cote d’Azur gar nicht nach einer so starken Vorstellung der Laichingerin aus. Die sonst als „Frontrunnerin“ bekannte Läuferin fand sich nach dem ersten Kilometer nur auf Platz 21 wieder – und damit lediglich im vorderen Mittelfeld des 81-köpfigen Läuferfelds. „Mein Start war so schlecht. Darum musste ich mich Stück um Stück nach vorn arbeiten“, sagte die U20-Europameisterin über 3000 und 5000 Meter. Das gelang ihr. Mit einer Energieleistung kämpfte sich die 18-Jährige bis Kilometer 2,5 schon bis auf Platz fünf nach vorn. Bis zur Zielgerade war sie dann schon Dritte. Mit einem starken Schlussspurt sicherte Reh die Bronzemedaille – und damit ihr erstes Einzel-Edelmetall bei einer Cross-EM.

Entscheidung auf der Zielgeraden > „Das Ergebnis geht in Ordnung. Richtig glücklich bin ich natürlich über den Team-Titel“, sagte Reh, die nach 13:20 Minuten im Ziel war. Ganz vorn entschied Konstanze Klosterhalfen das Rennen auf der Zielgeraden zu ihren Gunsten. Rund 200 Meter vor Rennende zog die schnellste deutsche U20-Läuferin über 3000 Meter aller Zeiten an der bis dato führenden Britin Harriet Knowles-Jones vorbei und siegte in 13:12 Minuten. Die Britin folgte vier Sekunden später. „Der Erfolg kam für mich sehr unerwartet. Aber es war für mich ein perfektes Rennen mit tollen letzten 200 Metern“, sagte die Leverkusenerin.

Hinter Alina Reh (13:20 min) gingen die weiteren Plätze an Celia Anton (Spanien; 13:27 min), Mit-Favoritin Bobby Clay (Großbritannien) und U20 Berglauf-Europameisterin Sarah Kistner (MTV Kronberg; 13:35 min). Auf Rang zehn lief die Regensburgerin Franziska Reng ein. Das machte für das deutsche Quartett in der Team-Wertung 20 Platzpunkte. Damit setzten sich die deutschen Talente souverän vor den Britinnen (40) und Dänemark durch (62).

Maya Rehberg schlägt sich ordentlich > Den angepeilten Top-10-Platz hat Maya Rehberg bei der Cross-EM in Hyères (Frankreich) zwar verpasst. Doch am Sonntag schlug sich die Hindernisspezialistin der SG TSV Kronshagen/Kieler TB auf der Pferderennbahn nahe der Mittelmeerküste trotzdem achtbar. In einem starken U23-Feld belegte die 21-Jährige über die 5,947-Kilometer-Distanz in 20:31 Minuten Rang 17. Nur 16 Sekunden fehlten zum Platz unter den besten zehn. Bis zur Rennhälfte lag für Maya Rehberg dieser Rang noch in Reichweite, doch einer Tempoverschärfung der Spitzengruppe konnte sie nicht mehr folgen.

Wie stark das Rennen besetzt war, zeigt auch die Platzierung ihrer Dauerrivalin Marusa Mismas. Vor zwei Jahren in Budapest hatte die Kielerin die Slowenin im Spurt geschlagen und sich Rang drei in der U20 gesichert. Diesmal lag Mismas sechs Sekunden und zwei Plätze vor der Studentin. Was allerdings nicht vergessen werden darf: Mismas‘ Bestzeit über 3000 Meter Hindernis ist fast 15 Sekunden schneller als die von Rehberg. Im Crossgeläuf von Hyères konnte Rehberg also im Vergleich Boden auf die Weltklasseläuferin gut machen.

An der Spitze gab es eine ganz enge Entscheidung um den Sieg. Eingangs der 200 Meter langen Zielgeraden lag die Belgierin Louise Carton rund 20 Meter vor Jip Vastenburg und sah wie die sichere Siegerin aus. Doch die Niederländerin mobilisierte die letzten Kräfte und schloss noch einmal auf, vorbeilaufen konnte sie aber nicht mehr. In 19:46 Minuten setzte sich die Belgierin vor ihrer zeitgleichen Verfolgerin durch. Rang drei ging an die 1500-Meter-Spezialistin Amela Terzic (Serbien; 19:49 min), dahinter folgte die britische Mitfavoritin Laura Muir (19:53 min). Die zweite deutsche Starterin, Vera Coutellier (ASV Köln), belegte mit 21:30 Minuten Rang 39. Ein deutsches Team war nicht am Start.

Patrick Zwicker läuft Bestzeit > Während am Sonntag in Südfrankreich die besten Crossläufer Europas ermittelt wurden, testete Mittelstreckler Patrick Zwicker (LC Rehlingen) seine Form beim Straßenlauf in Rheinzabern. Und das mit Erfolg. Mit 30:42 Minuten steigerte der 21-Jährige nicht nur seine 10-Kilometer-Bestzeit um 48 Sekunden, sondern lieferte auch eine bemerkenswerte Überdistanzleistung für einen Mittelstreckler ab. „Die Zeit ist ein schöne Bestätigung für das Training der vergangenen Monate“, sagte der Rehlinger, der fast zwei Drittel des Rennens als Solist bestreiten musste und auf Rang vier einlief. Der Sieg ging in 30:04 Minuten an den Marathonspezialisten Simon Stützel (TSG 08 Roth).

Mit der Bestätigung seiner starken Ausdauerform kann Patrick Zwicker nun in aller Ruhe das „Projekt 1500“ in Angriff nehmen. Denn in der kommenden Hallensaison wird der U20-Europameister von 2013 über 800 Meter auf der langen Mittelstrecke seine Chance suchen. Kann er sein von den 800 Metern gut geschultes Temponiveau in den kommenden Wochen entwickeln, dürfte er sein Ziel, unterm Hallendach möglichst nahe an die 3:40-Minuten-Marke heranzulaufen, durchaus verwirklichen können. Das hat der gelungene Ausdauertest in Rheinzabern gezeigt.

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