Falk Wendrich ist bereit für neue Höhenflüge

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Es war still geworden im Sommer um Höhenjäger Falk Wendrich. Schon Ende Mai war die Freiluftsaison für den U20-Vizeweltmeister zu Ende, bevor sie richtig begonnen hatte. Zwei Oberschenkelverletzungen machten einen Strich durchs Projekt Sieg bei der U20-EM. „Als ich im Juni die MRT-Aufnahmen vom Muskelfaserriss gesehen habe, war mir klar, dass die Saison für mich zu Ende ist“, erinnert sich der Wattenscheider Hochspringer.

Doch mittlerweile schaut der 18-Jährige wieder voller Zuversicht aufs kommende Jahr. Wendrich ist gesund, das Training läuft und die Kraftwerte haben sich sogar im Vergleich zu den Vorjahren verbessert. „Ich möchte im Januar wieder meine ersten Wettkämpfe bestreiten“, sagt der 2,24-Meter-Springer. Dabei wird der Erstsemester an der Uni Bochum (Management and Economics) auf starke Konkurrenz treffen. Vier deutsche Springer mit Bestleistungen von 2,15 Metern und mehr werden 2014 noch der U20-Klasse angehören. Darunter auch Wendrich und Tobias Potye. Der Bayer wurde im Sommer in Rieti mit starken 2,20 Metern U20-Europameister. „Ich habe großen Respekt vor seiner Leistung“, sagte Wendrich bei der Saisonanalyse.

Angst vor der Konkurrenz hat der Jugend-Leichtathlet des Jahres 2012 aber nicht. Schließlich geht er mit hohen Zielen in die neue Saison: „Wenn ich gesund bleibe, bin ich mir sicher, dass ich bei der U20-WM in Eugene starten werde.“ Die WM in Amerikas „Track Town“ ist der Saisonhöhepunkt der Youngsters aus aller Welt. Pro Disziplin sind nur zwei Starter pro Land erlaubt. Bei U20-Europameisterschaften sind es deren drei.

Der deutsche U18-Rekordler will in Eugene dort anknüpfen, wo er vergangenes Jahr in Barcelona aufgehört hat: mit Höhenflügen. Im Olympiastadion von 1992 war Wendrich mit Bestleistung (2,24 m) auf dem Silberrang gelandet. „Als Zweiter von 2012 kann ich ja schlecht das Finale als Ziel ausgeben. Ich will in Eugene in Form für eine Bestleistung sein. Wenn ich damit dann Dritter werden sollte, kann ich auch sehr zufrieden sein“, schaut der Schützling von Brigitte Kurschilgen zuversichtlich auf die kommenden Aufgaben.

Seit einigen Wochen wird der 18-Jährige in der Vorbereitung auf die Hallensaison nicht nur körperlich gefordert. Wendrich studiert seit dem Wintersemester an der Bochumer Ruhr-Universität Management and Economics. Noch vor einigen Monaten wollte der Wattenscheider Schauspiel studieren. Der straffe Stundenplan in diesem Studiengang hätte sich aber nicht mit dem Hochleistungssport vereinbaren lassen. „Ich möchte mein sportliches Potenzial voll ausreizen. Darum habe ich mich für eine andere Richtung entschieden“, sagte Wendrich.

Ein wenig geht er aber auch jetzt „fremd“. Das Hochsprung-Ass hat sich beim Hochschulsport für einen Ballettkurs angemeldet. „Da wird der ganze Körper beansprucht, und ich tue viel für die Fußstabilität“, erklärt Wendrich seinen exotischen Ausgleichssport. Schon vor einigen Jahren hatte er seine Schwester zu Ballettstunden begleitet. „Zu dieser Zeit habe ich viele Sportarten ausprobiert“, erinnert sich Wendrich. Zum Glück für die deutsche Leichtathletik entschied er sich aber schlussendlich für den Hochsprung. Hält der Wattenscheider den eingeschlagenen Kurs, wird die aus den Verletzungen resultierende Ruhe der vergangenen Monate bald ein Ende haben.

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