23,04 sec: Gina Lückenkemper brilliert erneut

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Gina Lückenkempers Lauf geht ungebremst weiter: Deutschlands Ausnahmetalent auf der Sprintbahn machte am Sonntag bei der Bauhaus Junioren-Gala in Mannheim einen weiteren Schritt Richtung Weltspitze. In 23,04 Sekunden steigerte die 18-Jährige vom LAZ Soest ihre 200-Meter-Bestzeit um acht Hundertstel. Die Norm für die Weltmeisterschaften in Peking verpasste Lückenkemper nur um zwölf Hundertstel. „Ich wusste, dass die Form passt. Ein wenig hatte ich sogar mit einer 22er-Zeit geliebäugelt“, jubelte die Schülerin nach ihrem Gala-Sprint im Michael-Hoffmann-Stadion. In diesem Jahrtausend war keine deutsche U20-Sprinterin schneller als Lückenkemper über 200 Meter. Man muss bis ins Jahr 1999 zurückgehen. Damals war Sina Schielke eine Hundertstel flotter. Die WM-Norm über 100 Meter hatte die Soesterin vor zwei Wochen mit 11,25 Sekunden schon auf die Hundertstel erfüllt.

Das Rennen in Mannheim war gleichzeitig eine Generalprobe für die U20-Europameisterschaften in drei Wochen in Eskilstuna (Schweden). Denn Lückenkemper traf in ihrem Zeitlauf auf die schnellen Britinnen Shannon Hylton (Jahresbestzeit: 22,94 sec) und Charlotte McLennaghan (Jahresbestzeit: 23,09 sec) – und beide konnten der Soesterin nicht folgen. Während Lückenkemper über den neuen Meetingrekord von 23,04 Sekunden jubelte, mussten sich Hylton in 23,16 und McLennaghan in 23,56 Sekunden geschlagen geben. Im zweiten Zeitlauf schob sich die Französin Maroussi Pra (23,29 sec) zwischen die beiden Britinnen. Aus diesem Quartett dürfte in Eskilstuna mit größter Wahrscheinlichkeit auch die neue U20-Europameisterin kommen.

U20-Europameisterin 1999 über 200 Meter wurde übrigens vier Wochen nach ihrem 23,03-Sekunden-Sprint Sina Schielke. In Riga lief sie in 23,08 Sekunden zum Titel. Ganz nebenbei räumte die Dortmunderin auch über 100 Meter (11,39 sec) und mit der Sprint-Staffel (44,04 sec) Gold ab. Gute Aussichten also für Gina Lückenkemper, die vor dem 200-Meter-Rennen in Mannheim auch mit der Staffel im Einsatz war. Die Besetzung Lisa-Marie Kwayie, Lisa Mayer, Gina Lückenkemper und Chantal Butzek stürmte in 43,79 Sekunden zum Meeting-Rekord und in die Favoritenrolle für Eskilstuna.

Bestleistung beim wichtigsten Quali-Wettkampf des Jahres: Speerwerfer Tom Meier (LC Jena) hat am Sonntag bei der Bauhaus Junioren-Gala in Mannheim sein 800 Gramm schweres Arbeitsgerät auf 69,75 Meter befördert – und damit weiter als jemals zuvor. In einem internationalen Starterfeld belegte der Deutsche U18-Meister damit Rang drei. Besser waren nur der Leipziger Roman Klem (70,38 m) und der Rumäne Novac Alexandru (70,02 m). Marian Spannovsky (TuS Metzingen), in diesem Jahr mit 76,53 Metern bester deutscher Nachwuchs-Speerwerfer, landete in Mannheim mit 69,06 Metern auf dem vierten Rang. „Es war ein super Wettkampf. Der Anlauf war schnell und der Wind hat uns zum Glück verschont“, sagte Tom Meier.

Mit diesem Ergebnis in der Tasche darf der Schüler für seinen ersten internationalen Einsatz planen. Da neben Meier nur Spannovsky und Klem die Norm für die U20-Europameisterschaften in drei Wochen in Eskilstuna übertroffen haben, wird wohl auch dieses deutsche Trio in Schweden dabei sein. Die endgültige Nominierung durch den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) erfolgt in der kommenden Woche. Für Tom Meier wäre es der erste Start bei einer großen Meisterschaft.

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