Gina Lückenkemper gewinnt Tausendstel-Krimi in Luzern

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Ein 100-Meter-Rennen ist immer erst auf dem Zielstrich zu Ende. Das mussten auch Gina Lückenkempers Konkurrentinnen beim EAA-Premium-Meeting „Spitzenleichtathletik“ am Dienstagabend in Luzern einsehen. Denn fünf Meter vor dem Ziel sah es im 100-Meter-Finale noch so aus, als würde die Sprinterin vom SCC Berlin „nur“ Rang drei belegen. Doch mit ihrem bekannt starken Finish fing sie die neben ihr laufenden Natalliah Whyte (Jamaika) und Tatjana Pinto (LC Paderborn) bei Gegenwind (-1,0 m/sec) in 11,20 Sekunden noch ab. Dabei gaben Zentimeter den Ausschlag. Denn für Natalliah Whyte wurde dieselbe Zeit gestoppt, Tatjana Pinto folgte eine Hundertstel später. Damit blieb die Paderbornerin erstmals in dieser Saison unter der WM-Norm von 11,24 Sekunden.

Nach Protest: Eine Stunde Warten bis zum endgültigen Sieg

„Da hat Lückenkemper die Lücke gefunden“, scherzte die 22-Jährige eine knappe Stunde nach ihrem Sieg. Denn so lange dauerte es, bis Platz eins endgültig feststand. Natalliah Whyte hatte gegen die Auswertung des Zielfotos Protest eingelegt. Doch die Jury blieb bei ihrer Entscheidung. Gina Lückenkemper hatte ihre rechte Schulter leicht vorgeschoben und war wenige Millimeter vor der Jamaikanerin im Ziel. Keine unwichtige Entscheidung: Schließlich werden die Sieger der internationalen Disziplinen in Luzern mit einem kleinen Diamanten ausgezeichnet.

Nach Platz sechs in Lausanne am vergangenen Freitag in 11,16 Sekunden und dem Sieg in Luzern liegt eine erfolgreiche Schweizer Woche hinter Gina Lückenkemper: Die WM-Norm ist abgehakt, dazu kommt der Sieg bei einem stark besetzten internationalen Meeting. So belegte beispielsweise 10,82-Sekunden-Sprinterin Michelle-Lee Ahye (Trinidad & Tobago) in 11,29 Sekunden nur Rang vier. Die Schweizer Rekordsprinterin Mujinga Kambundji (10,95 sec) schaffte es mit 11,53 Sekunden im Vorlauf gar nicht erst ins Finale anderthalb Stunden später.

Gina Lückenkemper: „Mein Kopf war müde, mein Körper dafür umso rennbereiter“

Die beiden Vorläufe entschieden übrigens Gina Lückenkemper (11,33 sec) und Tatjana Pinto (11,29 sec) zu ihren Gunsten. Das zeigt, dass bei der Soesterin auch die Sprint-Konstanz wieder passt. „Das waren zwei ordentliche Rennen. Speziell das Finale bei Gegenwind hat sich hinten raus gut angefühlt. Die Ergebnisse von Lausanne und Luzern zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, resümierte Gina Lückenkemper. Sie weiß aber auch um ihre Schwachstellen: „Mein Kopf war heute ein wenig müde, dafür war mein Körper umso rennbereiter. Auf den ersten Metern lief es allerdings noch nicht so rund. Daran werden wir weiter arbeiten.“

Das passiert nun im heimischen Soest zusammen mit Trainer Uli Kunst. Denn in den nächsten vier Wochen stehen Auftritte in zwei Olympiastadien für Gina Lückenkemper auf dem Programm. Nach der Diamond League am 20./21. Juli in London startet sie zwei Wochen später bei der DM in Berlin und damit an der Stelle, wo sie 2018 mit EM-Silber über 100 Meter den bisher größten Erfolg ihrer Karriere gefeiert hat. Gut möglich, dass es auf der blauen Bahn in Berlin dann wieder so ein enges Rennen gegen Tatjana Pinto gibt wie am Dienstag in Luzern.

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