Gina Lückenkemper im Interview: „DM-Titel verteidigen, bei WM in Top-Form sein“

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Gina Lückenkemper ist bereit für ihren ersten Start im SCC-Dress im Berliner Olympiastadion (Foto: Camera 4/SCC Berlin)

Voller Vorfreude reist Sprinterin Gina Lückenkemper (SCC Berlin) zu den Deutschen Meisterschaften an diesem Wochenende in Berlin. Die 22-Jährige läuft als Zweite der Meldeliste (Saisonbestzeit: 11,14 sec) über 100 Meter am Samstag (Finale: 19:45 Uhr) um ihren dritten DM-Titel in Folge. Im Interview spricht die Vize-Europameisterin über ihre Saisonziele, die stärksten Konkurrentinnen und ihre neue Startposition. Die ARD überträgt Samstag die Leichtathletik-DM im Rahmen der „Finals 2019“ in zehn Sportarten live. Sonntag sendet das ZDF.

Leichtathletik-DM im Berliner Olympiastadion. Wie klingt das für Sie Gina Lückenkemper?
Sehr gut! Ich freue mich schon riesig auf die anstehende Meisterschaft. Ich starte gern im Berliner Olympiastadion. Schließlich habe ich dort schon ganz besondere Momente erlebt.

Zum Beispiel bei der EM 2018. An welchen Augenblick bei den Europameisterschaften denken Sie besonders gern zurück?
An die Ehrenrunde nach dem 100-Meter-Finale. Das war mit Abstand der schönste Moment meiner bisherigen Karriere. Den werde ich wahrscheinlich mein ganzes Leben nicht vergessen.

Mittlerweile sind Sie nach Ihrem Wechsel zum SCC ja auch „Teilzeit-Berlinerin“. Ist das ein zusätzlicher Ansporn für Sie?
Absolut! Bei der DM steht für mich das nächste „Heimspiel“ an. Das pusht natürlich.

Das 100-Meter-Finale am Samstagabend ist ein Höhepunkt der DM. Sind Sie schon ein wenig nervös?
Nein, denn ich bin nie wirklich nervös vor meinen Rennen.

Gina Lückenkemper: „Die Form passt“

Wie beurteilen Sie Ihre aktuelle Form kurz vor der DM?
Die ist ganz ordentlich. Ich renne konstant gute Zeiten, das haben die letzten Meetings gezeigt. Klar: Die richtigen Top-Zeiten waren noch nicht dabei. Aber man darf nicht vergessen, dass zwischen der DM in Berlin und der WM in Doha als Saisonhöhepunkt noch fast zwei Monate liegen. Das war in den vergangenen Jahren anders, als der Saisonhöhepunkt schon zwei bis drei Wochen nach den Deutschen Meisterschaften folgte. Natürlich möchte ich in Berlin meinen Titel verteidigen. Doch für mich geht es darum, in Doha in Top-Form zu sein. Darum glaube ich nicht, dass ich bei der DM meine schnellste Zeit des Jahres laufen werde. Denn dass mein Trainer Uli Kunst mich zum Saisonhöhepunkt in die richtige Form bringen kann, haben die vergangenen Jahren bewiesen.

Sie sprechen Ihren Trainer an. Zusammen mit Uli Kunst haben Sie in dieser Saison Ihre Startposition umgestellt. Welchen Einfluss hat diese nach hinten verschobene Blockposition?
Die Winkel sind größer. Das soll eine flüssigere Startphase ermöglichen.

Wie beurteilen Sie die ersten Rennen aus der neuen Position?
Für eine so enorme Umstellung waren die Läufe echt gut. Natürlich fehlt noch die Praxis, wenn man über Jahre aus einer anderen Position gestartet ist. Die Bewegungsabläufe aus der neuen Position sind noch nicht automatisiert. Aber das geht auch nicht von heute auf morgen.

„Malaika Mihambo ist Kandidatin für die WM-Staffel“

In Berlin werden Sie auf drei Sprinterinnen treffen, die wie Sie bereits unter der WM-Norm von 11,24 Sekunden geblieben sind: Neben der Jahresschnellsten Tatjana Pinto (11,12 sec) und Laura Müller (11,15 sec) ist das Weitsprung-Europameisterin Malaika Mihambo (11,21 sec). Was trauen Sie der „Sprint-Novizin“ zu?
Malaika ist ja keine Unbekannte auf den Sprintstrecken. In der Halle ist sie auch schon über 60 Meter gestartet. Ich erinnere mich sogar noch an meinen ersten Start bei Deutschen Jugend-Meisterschaften mit 14 Jahren 2011 in Jena. Da sind Malaika und ich im Vorlauf und im Finale über 200 Meter gegeneinander gelaufen. Und natürlich ist sie schnell: Denn als Sieben-Meter-Weitspringerin muss sie ein enormes Tempo mitbringen. Sonst wären solche Weiten ja gar nicht möglich. Sie wird in Berlin mit Sicherheit über 100 Meter einen guten Job machen.

Wäre Malaika Mihambo auch eine Verstärkung für die deutsche Sprint-Staffel bei der WM in Doha?
Ja, wenn sie die Wechsel trainiert, kann sie eine Staffelkandidatin für die WM sein.

Apropos WM: Welche Rennen haben Sie bis Doha noch geplant?
Auf jeden Fall die Diamond League am 29. August in Zürich und das ISTAF drei Tage später wieder im Berliner Olympiastadion. Wenn ich mich fürs Diamond League Finale am 6. September in Brüssel qualifiziere, werde ich natürlich auch dort starten.

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