Gina Lückenkemper sprintet knapp am WM-Finale vorbei

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Blickt auf zwei starke 100-Meter-Rennen bei der WM: Am Ende fehlten Gina Lückenkemper in London nur neun Hundertstel zum Finaleinzug (Foto: Beautiful Sports)

Auch nach dem Aus im WM-Halbfinale verlor Gina Lückenkemper (LG Olympia) ihre gute Laune nicht. Im äußerst stark besetzten dritten 100-Meter-Semifinale sprintete die 20-Jährige am Sonntagabend in London mit 11,16 Sekunden auf Platz sechs. Der Sieg ging an die Olympia-Zweite Tori Bowie (USA; 10,91 sec), Zweite wurde Murielle Ahouré (Elfenbeinküste; 10,99 sec).

Nur die besten zwei Läuferinnen in den drei Rennen kamen direkt ins Finale. Zwei weitere qualifizierten sich über die Zeitregel fürs WM-Finale am späten Sonntagabend. Dafür waren im Olympiastadion 11,07 Sekunden nötig. Damit fehlten Gina Lückenkemper nur ganze neun Hundertstelsekunden zum Einzug ins WM-Finale.

Geschichte geschrieben

„Ich bin trotzdem sehr zufrieden mit dem Rennen. Meine Ziele waren eine Zeit unter elf Sekunden und das Halbfinale, beides habe ich geschafft“, sagte die 20-Jährige, die im Vorlauf am Samstag mit 10,95 Sekunden als erste Deutsche über 100 Meter seit 26 Jahren unter der prestigeträchtigen Elf-Sekunden-Marke geblieben war. „So eine Zeit läuft man halt nicht alle Tage“, sagte Gina Lückenkemper. Mit ihrem 10,95-Sekunden-Coup von London hat die Deutsche Meisterin allerdings endgültig bewiesen: Ihr gehört die Zukunft auf den Sprintstrecken.

Im Halbfinale musste Gina Lückenkemper dem Feld nach einer mäßigen Reaktionszeit von 0,217 Sekunden hinterherhetzen. So war beim Start die beste Konkurrentin schon eine Zehntelsekunde enteilt. „Leider hatte ich in der Beschleunigung ein, zwei Strauchler dabei“, sagte die Soesterin. So kam sie im Gegensatz zum Vorlauf nicht ins „Fliegen“, sondern konnte gegen die extrem starke Konkurrenz nur wenig Boden gut machen.

In der Endabrechnung der drei Halbfinals belegte Gina Lückenkemper mit 11,16 Sekunden Rang 14. Den letzten Finalplatz ergatterte die 10,84-Sekunden-Sprinterin Kelly-Ann Baptiste (Trinidad & Tobago) mit 11,07 Sekunden. Schnellste in den Halbfinals war erwartungsgemäß Olympiasiegerin Elaine Thompson (Jamaika) mit 10,84 Sekunden. Ihre drei Landsfrauen sowie zwei US-Amerikanerinnen schieden hingegen im Halbfinale ebenfalls aus wie die LGO-Sprinterin. Weltmeisterin wurde am späten Sonntagabend Tori Bowie (USA; 10,85 sec).

Nun volle Konzentration auf die Staffel

Damit bleibt Melanie Paschke die bis dato letzte deutsche Sprinterin in einem 100-Meter-WM-Finale. 1997 wurde die Wattenscheiderin mit 11,19 Sekunden WM-Sechste. Zum Finaleinzug reichten ihr damals in Athen 11,34 Sekunden. Mit dieser Zeit hätte man in London nicht einmal den Vorlauf überstanden. Ein Beweis, wie sich der Sprint in den vergangenen 20 Jahren in Sachen Trainingsteuerung, Sprinttechnik sowie auch beim Bahn- und Schuhmaterial entwickelt hat.

Für Gina Lückenkemper ist die WM nach den beiden 100-Meter-Rennen noch lange nicht vorbei. Am kommenden Samstag steht die 20-Jährige mit der deutschen Sprintstaffel noch einmal im Olympiastadion auf der Bahn. Über 4×100 Meter zählen die DLV-Läuferinnen zum (großen) Kreis der Medaillenkandidatinnen. „Da wird es auch noch einmal schnell werden, wir wollen die Bahn rocken“, schaute Gina Lückenkemper nach dem Einzel-Halbfinale schon wieder voraus. Dass sie in exzellenter Form ist, hat der Schützling von Uli Kunst an den bisherigen WM-Tagen von London schon eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

2 Antworten

  1. Dirk Heidkamp

    Hallo Gina,
    erstmal Gratulation zu der tollen Leistung!! Hab heute beim Studium der SZ gelesen das Du nach Ersatz für eine ordentliche Bratwurst in London suchst. London ist eine der fantastischsten Städte der Welt und darum bin ich dort 2-3 mal im Jahr zu besuch. Und die beste Wurst gibt`s bei Herman ze German. Einfach mal googeln (ja, irgendwie haben die Briten ein Faible für etwas krude Wortspiele ;-)) Hoffe Du kannst Dir mal nach den Wettkämpfen eine gönnen. Und dickes Daumendrücken für die Staffel!!
    Viele Grüße aus dem Bergischen Land.
    Dirk

  2. Corinna Berthold

    Wahnsinn. Mit ihrer Vorlauf Zeit wäre sie im Finale sogar Dritte geworden!!!

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