Gold um den Hals, Gold rutscht aus der Hand

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Knapp 24 Stunden nach ihrem Gold-Lauf bei der U20-EM über 3000 Meter am Samstag hat Alina Reh (TSV Erbach) in Eskilstuna (Schweden) ein zweites Mal zugeschlagen. Am späten Sonntagnachmittag war die 18-Jährige auch über 5000 Meter nicht zu gefährden. In 16:02,01 Minuten stürmte sie zum zweiten EM-Titel und schlug im Ziel vor Freude die Hände vors Gesicht. „Ich bin wahnsinnig glücklich. Mit den beiden Goldmedaillen ist ein Traum wahr geworden“, jubelte Reh nach ihrem Langstrecken-Double.

Dabei hatte es ihr die Konkurrenz am Sonntag nicht leicht gemacht. Nach einem Kilometer forcierte Alina Reh das Tempo, zur Streckenhälfte konnte nur noch ein Trio mithalten. Auf den finalen vier Runden hatte die Laichingerin nur noch eine Verfolgerin: Anna Emilie Möller. Die Dänin musste erst auf der letzten Runde, die Reh in 71,5 Sekunden zurücklegte, abreißen lassen. „Sie war echt stark. Zwischendurch im Rennen hatte ich mich schon mit Silber angefreundet“, zollte Reh der Konkurrenz Respekt. Die Dänin hatte schon am Samstag beim 3000-Meter-Sieg des deutschen Lauf-Talents die Bronzemedaille gewonnen. Über die längere Strecke gab es für Möller sogar Silber in persönlicher Bestzeit (16:07,43 min), den dritten Platz auf dem Podium sicherte sich die Spanierin Carmela Cardama (16:23,81 min). Die weiteren deutschen Starterinnen Sarah Kistner (MTV Kronberg; 16:31,92 min) und Franziska Reng (LG Telis Finanz Regensburg; 16:49,37 min) liefen auf die Plätze fünf und neun.

Mit Alina Reh konnten auch die beiden nicht mithalten. In Eskilstuna sicherte sich die 18-Jährige die ersten beiden internationalen Titel ihrer Karriere. Die Klänge der Nationalhymne für ihren ersten Sieg beschrieb sie als „sehr emotionalen Moment“, der ihr noch einmal Rückenwind für das zweite Rennen gegeben hätte. Die Ausnahmeleistung von „Deutschlands Jugend-Leichtathletin 2014“ wurde vom fachkundigen Publikum in Eskilstuna mit lautem Applaus gewürdigt. Schließlich ist ein Doppel-Gold auf den Langstrecken binnen 24 Stunden, gewonnen mit einem Tempodiktat von der Spitze eine überragende Leistung.

Sie hatte den Staffelstab schon in der Hand – doch dann rutschte er Gina Lückenkemper unglücklich aus den Fingern. Der Traum von der zweiten Goldmedaille bei der U20-EM in Eskilstuna (Schweden) war für die Sprinterin vom LAZ Soest mit dem Aufprall des Alu-Stabs auf die Kunststofflaufbahn am Sonntagnachmittag vorbei. Entsetzt blickte die 18-Jährige auf den Stab am Boden und schlug enttäuscht die Hände vors Gesicht.

Dabei hatte das deutsche Quartett über 4×100 Meter (Nina Braun, Lisa Mayer, Gina Lückenkemper und Tracey Schulz) bis zum vermasselten zweiten Wechsel mindestens auf Medaillenkurs, wahrscheinlich sogar auf Goldkurs gelegen. „Das ist so schade, weil wir so gut im Rennen lagen. Mir ist der Stab einfach aus der Hand gerutscht. Es tut mir so leid für unsere Staffel“, sagte Gina Lückenkemper, die am Samstag die 200 Meter in fantastischen 22,41 Sekunden (+2,6 m/sec) gewonnen hatte.

So ging der Sieg in 44,18 Sekunden an das Quartett aus Großbritannien. Die weiteren Medaillen gewannen Polen (45,28 sec) und Frankreich (45,35 sec). Die schnellste Vorlaufzeit (44,61 sec) war nach einem schlechten ersten Wechsel noch aufs Konto der deutschen Staffel gegangen. Doch Vorlaufzeiten zählen halt nicht. Auch die Niederlande – mit 44,86 Sekunden Nummer zwei der Vorläufe – brachte den Stab im Finale nicht ins Ziel.

Obwohl die Britinnen eine gute Zeit im Finale erzielten, wäre fürs deutsche Quartett der Titel durchaus in Reichweite gewesen. Dreimal waren die deutschen Sprint-Talente in dieser Saison unter 44 Sekunden geblieben. Die U20-Weltjahresbestzeit der deutschen Staffel steht seit Anfang Juni in Regensburg bei 43,70 Sekunden. Neben Lückenkemper und Mayer zählten dort noch Lisa Marie Kwayie und Chantal Butzek zum „DLV-Vierer.“ Kurz vor bzw. bei der U20-EM waren Start- und Schlussläuferin jedoch verletzt ausgefallen. Dass im Finale ausgerechnet der eingespielte Wechsel Lisa Mayer auf Gina Lückenkemper danebenging, beweist die Tücken der Stabübergabe bei mehr als 35 km/h.

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