Gregor Traber sprintet Olympia-Norm

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Die erste Hürde zu den Olympischen Spielen in London hat Gregor Traber mit Bravour gemeistert. Beim internationalen Meeting in Genf unterbot der Tübinger Hürdensprinter am Samstag die Olympianorm in 13,47 Sekunden um zwei Hundertstel. Schon im Vorlauf hatte der Deutsche Hallenmeister mit 13,50 Sekunden an der Norm geschnuppert und seine Bestzeit um fünf Hundertstel gesteigert. Gleichzeitig unterbot Traber in der Schweiz die Vorgabe für die Europameisterschaften Ende Juni in Helsinki (13,61 sec) deutlich.

„Es läuft von Woche zu Woche besser, und es war wichtig, die Olympianorm so schnell wie möglich anzuhaken“, jubelte der 19-Jährige nach seinem Coup. Für den Sieg in Genf reichte es trotz der Top-Zeit nicht. Mit 13,25 Sekunden lag Garfield Darien klar vorn. Mit dieser Steigerung zählt der Franzose nun auch zu den EM-Medaillenkandidaten. Dahinter folgten Lawrence Clark (Großbritannien; 13,33 sec), Dmitri Bascou (Frankreich; 13,37 sec) und der Tübinger.

Eine weitere Steigerung ist auch für Gregor Traber nicht ausgeschlossen. Schließlich will der Hürden-Youngster nach dem Hallen-Titel auch den „Freiluft-Titel bei den Deutschen Meisterschaften holen“. Um in zwei Wochen in Wattenscheid ganz oben zu stehen, muss auf jeden Fall eine Top-Zeit her. Denn nur eine Stunde nach seinen 13,47 Sekunden unterbot Alexander John (LAZ Leipzig) in Regensburg Trabers Marke um zwei Hundertstel. Auf die Möglichkeit, sich die deutsche Jahresbestzeit schon am morgigen Sonntag in La Chaux-de-Fonds (Schweiz) zurückzuholen, verzichtet der Abiturient allerdings: „Es soll nass und kalt werden Darum will ich kein Verletzungsrisiko eingehen. Wichtig ist, dass ich die London-Norm abgehakt habe.“

Hauchdünn an einer neuen Bestleistung ist Lilli Schnitzerling in Regensburg vorbeigeschrammt. Die Stabhochspringerin der LG Lippe-Süd scheiterte bei der „Sparkassen-Gala“ im zweiten Versuch nur knapp an 4,30 Metern. „Die anderen beiden Versuche war der Abstand zur Latte ein wenig zu nah“, analysierte Schnitzerlings Trainer Olaf Hilker. Erst vor Wochenfrist hatte die 18-Jährige ihre Bestleistung auf 4,25 Meter gesteigert. So belegte die Gymnasiastin in der Frauen-Konkurrenz mit im ersten Anlauf gemeisterten 4,20 Metern Rang vier. „Der Sieg ging an die Britin Kate Dennison. Die WM-Sechste von 2009 meisterte 4,35 Meter und scheiterte danach an 4,50 Metern. Die Plätze dahinter belegten mit jeweils 4,30 Metern Melanie Blouin (Kanada) und Sally Peake (Großbritannien).

Obwohl Lilli Schnitzerling das Podest knapp verpasste, konnte sie mit dem Regensburger Ergebnis sehr zufrieden sein. Schließlich hielt die Detmolderin mit Julia Ott eine weitere Anwärterin auf einen Startplatz bei der U20-WM in Barcelona (10. bis 15. Juli) auf Distanz. Die Springerin vom TV Gunzenhausen blieb als Fünfte mit 4,10 Metern ebenfalls über der U20-WM-Norm (4,05 m). Endgültig entscheidet sich bei der Junioren-Gala in drei Wochen in Mannheim, welche beiden DLV-Stabhochspringerinnen in Barcelona antreten werden.

Zu einer neuen Saisonbestleistung ist Niklas Zender in Regensburg gestürmt. Bei der „Sparkassen-Gala“ wurden für den 400-Meter-Läufer 46,62 Sekunden gestoppt. Damit war der Frankfurter genau eine Zehntelsekunde schneller als vor Wochenfrist in München. In der Endabrechnung der Zeitläufe belegte der Medizinstudent Rang drei hinter dem Münchner Kamghe Gabe (46,29 Sekunden) und dem Deutschen Meister Jonas Plass (Team Wendelstein; 46,55 Sekunden).

„Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen. Leider habe ich die ersten 200 Meter total verschlafen und so eine bessere Zeit verschenkt“, sagte der 21-Jährige zum Lauf im Uni-Stadion. Insgesamt war Zender zufrieden mit dem fünftschnellsten Rennen seiner Karriere: „Die Formkurve zeigt nach oben und ich glaube, dass ich noch einiges mehr drauf habe.“

Seine Top-Form muss der Frankfurter in zwei Wochen unter Beweis stellen. Dann geht es bei den Deutschen Meisterschaften in Wattenscheid um die Staffel-Tickets für Olympia. Einen Startplatz in London haben die deutschen 4×400-Meter-Läufer nach ihren Vorleistungen aus dem Jahr 2011 schon so gut wie sicher. Eine bestimmte Norm muss das Quartett nicht nachweisen. Stattdessen werden die 16 schnellsten Länder (Durchschnitt der zwei besten Zeiten) vom IOC für die Olympischen Spiele in London (3. bis 12. August) eingeladen.

Aus reiner Vorsicht hat Hochspringer Falk Wendrich (LAZ Soest) die „Sparkassen-Gala“ am Samstag in Regensburg frühzeitig beendet. „Ich hatte einen leichten Schmerz im Sprunggelenk und wollte nichts riskieren“, sagte der 16-Jährige, der zuvor alle Höhen einschließlich 2,12 Meter im ersten Durchgang gemeistert hatte. Trotzdem war der Schüler mit dem Wettkampf nicht unzufrieden: „Technisch war es sehr gut, auch der erste Wettkampf aus langem Anlauf hat prima geklappt“, sagte der Hochsprung-Youngster. In der Endabrechnung reichten Wendrichs 2,12 Meter übrigens noch zu Platz zwei. Höher sprang nur Eike Onnen (LG Hannover). Der WM-Siebte von 2007 überflog 2,26 Meter und setzte sich damit an die Spitze der deutschen Bestenliste. Erst die EM-Norm (2,28 m) war in Regensburg zu hoch.

Eine solide Serie hat Weitspringerin Lena Malkus (LG Ratio Münster) in Regensburg abgeliefert. Der beste ihrer fünf gültigen Versuche landete nach 6,32 Metern. Das reichte bei der „Sparkassen-Gala“ in der Frauen-Konkurrenz zu Platz drei. Weiter sprangen nur die chinesische Olympia-Kandidatin Wang Wupin (6,49 m) und Lokalmatadorin Michelle Weitzel (6,36 m).

Um Weiten jenseits der 6,50 Meter zu erreichen, fehlte der Abiturientin am Samstag ein wenig die Explosivität. Schließlich war Malkus auch zuvor schon über 4×100 Meter angetreten. Mit 46,98 Sekunden hakte das Münsteraner Quartett, das ohne 11,19-Sekunden-Sprinterin Tatjana Pinto angetreten war, die DM-Norm problemlos ab. Der Sieg ging an die Nationalstaffel Sloweniens, die sich mit 44,46 Sekunden vor dem finnischen Quartett (45,69 sec) durchsetzte.

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