Hallen-DM: Silber ist für Alina Reh Gold wert

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Vergangenes Jahr Bronze, dieses Jahr Silber: Alina Reh (SSV Ulm 1846) ist am Sonntagnachmittag bei den Deutschen Hallenmeisterschaften über 3000 Meter mit Bestleistung auf Platz zwei gestürmt. In 9:00,58 Minuten verbesserte die Doppel U20-Europameisterin ihren Hausrekord gleich um rund acht Sekunden. „Ich bin überglücklich. Mit dieser Zeit hätte ich nie gerechnet“, jubelte die 18-Jährige nach ihrem Silber-Coup in der Arena Leipzig. Auch dass sie nur knapp eine „Achter-Zeit“ verpasstte, konnte das Langstrecken-Talent verschmerzen. „Die letzte Runde war dafür etwas zu langsam. Aber wir haben im Training bisher nur Grundlagen trainiert und nichts Spezifisches für die 3000 Meter“, stellte Alina Reh klar.

In der Arena Leipzig war nur eine Athletin schneller, die seit Wochen auf einer Erfolgswelle schwimmt: Konstanze Klosterhalfen. Die Leverkusenerin verbesserte den U20-Europarekord auf 8:56,36 Minuten. Schon zuvor hatte sie in diesem Winter die kontinentale Bestmarke über 1500 Meter gesteigert. Auch Alina Reh blieb in Leipzig noch deutlich unter der alten Bestmarke. Um die Zeit der Ulmerin noch einmal genau einzuordnen: Nur einmal haben in den letzten zehn Jahren 9:00,58 Minuten nicht zum Sieg bei der Hallen-DM gereicht – 2009 lief Sabrina Mockenhaupt 8:57,44 Minuten.

Das mit einer Top-Zeit garnierte Silber-Rennen war für Alina Reh ein wichtiger Schritt Richtung Sommer. Schließlich musste sich die Deutsche 5000-Meter-Meisterin nach ihrem Vereins- und Trainerwechsel im Herbst erst einmal neu orientieren. „Es ist so wichtig für mich und meinen Trainer zu sehen, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben. Im Sommer soll es dann noch ein bisschen schneller werden. Mein Trainer hat immer gesagt, dass ich Geduld haben muss“, sagte Alina Reh.

Zusammen mit ihrem genannten Trainer Wieland Pokorny nimmt die Ulmerin nun eine erfolgreiche Sommersaison ins Visier. Für sie im Fokus: nicht EM oder Olympische Spiele, sondern die U20-Weltmeisterschaften im Juli in Bydgoszcz (Polen). „Bis zu den Olympischen Spielen ist es noch ein weiter Weg. Ich möchte bei der U20-WM über 5.000 Meter angreifen“, gibt Alina Reh die Marschrichtung vor. Dass im Sommer mit ihr zu rechnen sein wird, hat sie am Sonntag in der Arena Leipzig jedenfalls eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Das 3000-Meter-Rennen war übrigens nicht der einzige Auftritt von Alina Reh in Leipzig. Am Samstag wurde das Lauf-Juwel als „Jugend-Leichtathletin des Jahres 2015“ ausgezeichnet. Alina Reh erhielt die Trophäe von Silke Morrissey (Projektleiterin leichtathletik.de) und Hans Schulz (Vorsitzender Freunde der Leichtathletik). Die Doppel-U20-Europameisterin hatte die Wahl bereits zum zweiten Mal in Folge gewonnen. Niklas Kaul (USC Mainz), der „Jugend-Leichtathlet des Jahres“, hatte die Auszeichnung schon vergangenes Wochenende bei der Jugend-Hallen-DM in Dortmund in Empfang genommen.

Patrick Zwicker im Pech > Doppeltes Pech hatte Patrick Zwicker bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig. Der Rehlinger musste sich im 1500-Meter-Finale am Sonntag nicht nur mit „Blech“ (3:51,95 min) begnügen, sondern nahm als „Andenken“ auch einen zerfetzten Spike mit nach Hause. Der 21-Jährige war im ersten Renndrittel in ein Gerangel verwickelt, bei dem ein Konkurrent mit seinen Dornen den Vorderteil seines Schuhs und einige Zehen aufriss.

Anstatt auf Podest zu klettern, musste Patrick Zwicker in Leipzig einen Arzt konsultieren, der den blutigen Fuß behandelte. „Ich glaube nicht, dass es etwas Ernstes ist. Aber es hat mich natürlich etwas behindert“, sagte der 21-Jährige. Seinem Abflug ins Höhentrainingslager nach Kenia in einer Woche sollte trotzdem nichts im Wege stehen. Dort wird Patrick Zwicker Grundlagen für die Sommersaison legen. Dann wird er auch wieder auf seiner Spezialstrecke, den 800 Metern, zu sehen sein.

Der Sieg in Leipzig ging an Florian Orth. Der Regensburger hatte am Samstag schon die 3000 Meter für sich entschieden. Der angehende Zahnarzt ließ sich auf kein Spurtrennen ein und zog nach 700 Metern das Tempo extrem an und rettete einen kleinen Vorsprung ins Ziel. Nach 3:51,20 Minuten wurde Florian Orth von seiner Lebensgefährtin Maren Kock im Ziel in den Arm genommen. Die hatte kurz zuvor den 1500-Meter-Titel bei den Frauen gewonnen. Den meisten Speed auf der Zielgeraden hatte in der Verfolgergruppe Marius Probst. Der Wattenscheider sicherte sich mit 3:51,54 Minuten die Silbermedaille. Bronze ging an Stefan Hettich (TSV Gomaringen; 3:51,60 min).

Lena Malkus muss passen > Die Deutsche Weitsprung-Meisterin Lena Malkus (SC Preußen Münster) musste kurzfristig aufgrund einer gereizten Sehne am Oberschenkelbeuger ihren Start bei der Hallen-DM in Leipzig am Sontag absagen. Mit Hinblick auf den Olympiasommer wollte die 22-Jährige kein Risiko eingehen. Schließlich geht es schon in der kommenden Woche nach Teneriffa ins erste Vorbereitungstrainingslager. Dort sollen die Grundlagen für den für Mitte Mai geplanten Einstieg in die Sommersaison gelegt werden.

Der Titel in Leipzig ging an Alexandra Wester (ASV Köln). Die Nummer eins der Weltjahresbestenliste (6,95 m) legte im zweiten Versuch 6,66 Meter vor und steigerte sich über 6,74 Meter im fünften auf 6,75 Meter im sechsten Sprung. Silber sicherte sich in einem übersichtlichen Feld von nur fünf Starterinnen Maryse Luzolo (Königsteiner LV) mit neuer Bestleistung von 6,51 Metern. Bronze ging an die Berlinerin Melanie Bauschke (6,42 m).

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