Holzdeppe: „Bei WM Saisonrekord steigern“

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Stabhochspringer Raphael Holzdeppe, noch 21 Jahre alt, verfügt schon über reichlich internationale Erfahrung. Trotzdem betritt der Zweibrücker in Daegu Neuland. Denn in Südkorea startet der Olympia-Achte erstmals bei einer Weltmeisterschaft. Im Interview spricht Holzdeppe über die ersten Eindrücke in Südkorea, seine WM-Ziele, die Medaillenkandidaten und warum er seiner bisherigen Saison nur die Schulnote 3- gibt.

Raphael Holzdeppe, Sie sind seit ein paar Tagen im deutschen WM-Vorbereitungscamp auf der Insel Jeju. Wie sind Ihre ersten Eindrücke von Südkorea?
Die Vorbereitung läuft hier gut. Die Koreaner vor Ort geben sich sehr viel Mühe, uns die besten Trainingsbedingungen zu ermöglichen.

Wie unterscheidet sich das Leben dort vom Leben in der Heimat?
Es gibt einfach viel weniger nebenher zu tun als zu Hause. Auf der Insel gibt es zwar eine kleine Innenstadt, in der ist aber nicht viel mehr als Kaffee trinken möglich. Aber da wir am Donnerstag schon nach Daegu aufbrechen, ist das alles nicht so schlimm.

Sie sind natürlich voll auf den Sport fokussiert. Wie steht es um Ihre Form so kurz vor Ihrer Weltmeisterschafts-Premiere?
Die Form stimmt. In den vergangenen zwei Wochen kam mein Sprunggefühl wieder zurück und bin daher zuversichtlich für die WM.

Welche Schulnote würden Sie Ihrer bisherigen Saison geben?
Eine 3-.

Die Frage zielte auf Ihre eher inkonstante Saison ab. Bisher konnten Sie nur in drei Wettkämpfen Höhen von 5,60 Metern oder mehr anbieten. Wie kam das zustande?
Durch meine Verletzung im Winter hatte ich lange mit meinem Sprunggefühl gehadert. An einigen Tagen hat es sehr gut funktioniert, an manchen wieder überhaupt nicht. Darum konnte ich nicht die nötige Konstanz in den Wettkämpfen erreichen.

Sie sind bei vielen Sprüngen von oben auf die Latte gefallen, weil Sie nicht weit genug nach vorn abgesprungen sind. Konnten Sie diesen technischen Fehler mittlerweile wieder beheben?
Das ist passiert, weil ich kleine Fehler in der Anlaufgestaltung hatte. Diese habe ich mit vielen Technikeinheiten wieder beheben können.

Mitten in der Saison ist Ihr Coach Andrei Tivontchik wegen einer Krankheit länger ausgefallen. Haben darunter das Training und die Betreuung bei Wettkämpfen gelitten?
Das Training eher weniger. Gravierender war es bei den Wettkämpfen. Als Andrei krank war, stand auch die U23-EM auf dem Programm. Da war es natürlich schade, ohne Heimtrainer antreten zu müssen.

Sie sprechen die U23-EM an. In Ostrava waren Sie Titelverteidiger und wurden vom Polen Pawel Wojciechowski entthront, der zwei Wochen vor der WM mit 5,91 Metern die Führung in der Weltrangliste übernommen hat. Ist er der Favorit auf WM-Gold?
Das glaube ich nicht. Für mich ist noch immer Renaud Lavillenie der Top Favorit. Jedoch ist Pawel in starker Form und könnte ihn in Bedrängnis bringen. Sein Potenzial hat man ja schon in Ostrava gesehen.

Welche anderen Springer haben Sie noch auf der Rechnung?
Auf jeden Fall Malte Mohr. Aber auch Olympiasieger Steve Hooker sollte man nicht vergessen, obwohl er nur zwei Wettkämpfe bestritten hat und nicht über 5,60 Meter hinausgekommen ist.

Zu Ihnen: Welchen Platz, welche Höhe haben Sie sich in Daegu zum Ziel gesetzt?
Ich will ins Finale kommen und meine Saisonbestleistung von 5,72 Metern steigern. Zu welchem Platz das reicht, wird man sehen. Es haben sehr viele Springer in diesem Jahr Höhen zwischen 5,70 und 5,80 Meter geschafft. Das verspricht eine enge Entscheidung.

In Daegu wird es wahrscheinlich anders als momentan in Jeju sehr heiß und schwül werden. Ist das für Sie ein Problem?
Es ist unangenehm, aber kein Problem. Ich war schon zweimal bei großen Wettkämpfen in Asien dabei. 2006 bei der U20-WM und 2008 bei Olympia, beide Male in Peking. Deshalb kann ich mich relativ gut darauf einstellen.

Eine Einschätzung zum Schluss: Welche Rolle werden die beiden anderen DLV-Starter Malte Mohr und Karsten Dilla bei der WM spielen?
Malte Mohr ist definitiv ein Medaillenkandidat. Das haben die letzten Wettkämpfe und Trainingseindrücke bewiesen. Auch Karsten kann 5,80 Meter springen. Gelingt ihm das, wird er sehr weit vorn landen.

 
Die Startzeiten von Raphael Holzdeppe in Daegu

Qualifikation:             27.08. (10:40 Uhr / 03:40 Uhr MESZ)
Finale:                       29.08. (19:25 Uhr / 12:25 Uhr MESZ)

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