Hürden-Ass Gregor Traber im Interview

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Zweimal in Folge wurde Gregor Traber (LAV Stadtwerke Tübingen) zuletzt Deutscher Hallenmeister über 60 Meter Hürden. Nach einer Verletzung in der Vorbereitung ist der 20-Jährige am Wochenende in Dortmund allerdings nur Außenseiter auf der Jagd nach Gold. Im Interview spricht Gregor Traber über die starke nationale Konkurrenz und seine Ziele für den anstehenden WM-Sommer.

Gregor Traber, Sie starten am Samstag als Titelverteidiger über 60 Meter Hürden bei der Hallen-DM in Dortmund. Ist das Belastung oder Ansporn?
Definitiv Ansporn. Ich habe mir die letzten beiden Jahre den Titel in der Halle ersprintet und werde alles daran setzen, dies ein drittes Mal wiederholen zu können.

2012 haben Sie in Karlsruhe mit 7,59 Sekunden gewonnen. In diesem Jahr sind Sie bisher „nur“ auf 7,82 Sekunden gekommen. Woran lag es?
In den zwei bisherigen Hallenwettkämpfen habe ich nicht das zeigen können, zu was ich drauf habe. Sicherlich hat die knapp fünfwöchige Verletzungspause zwischen Dezember und Januar einen großen Anteil an meinem bisher eher mageren Abschneiden. Man braucht einfach eine gewisse Zeit, um diesen Trainingsrückstand kompensieren zu können. Außerdem sollte man auch nicht die Umstellung von der Schule aufs Studium ganz außer Acht lassen.

Wie sind denn die ersten Monate Ihres Studiums gelaufen?
Seit Herbst studiere ich in International Business Administration an der Eberhard-Karls-Universität in Tübingen. Das Studium macht mir Spaß. Die Anforderungen und Belastungen sind im Gegensatz zur Schule allerdings deutlich gestiegen. Daran muss man sich erst einmal gewöhnen. Der Prüfungsstress liegt nun hinter mir, was sehr angenehm ist.

Zum Sport: In welcher Form reisen Sie nach Dortmund?
Ich bin topfit.

Der Leipziger Erik Balnuweit läuft dieses Jahr konstant schnell. Bei 7,60 Sekunden ist er schon angekommen. Geht es am Samstag nur noch um Platz zwei?
Erik hat bisher sehr starke Hallenrennen gezeigt. Mein Respekt! Am Samstag jedoch werden die Karten neu gemischt. Die Uhren stehen dann für alle auf Null. Im Hürdensprint kann immer sehr viel passieren. Schließlich stehen fünf Hindernisse bis zum Ziel im Weg.

Die Hallen-EM-Norm steht bei 7,68 Sekunden. Spukt die Göteborg-Vorgabe noch in Ihrem Hinterkopf herum?
Nein, ich konzentriere mich ausschließlich auf die Meisterschaft am Samstag.

Ein Konkurrent von Ihnen wird in Dortmund fehlen, Matthias Bühler (LG Offenburg). Es wurde versäumt, ihn rechtzeitig zu melden. Wie beurteilen Sie das rigide Vorgehen?
Ehrlich gesagt kenne ich die Meldeliste gar nicht, deshalb kann ich dazu nicht viel sagen. Es wäre natürlich sehr schade, wenn Matthias nicht in Dortmund starten würde.

Im Sommer werden Sie sicher wieder gegen ihn antreten. Welche Ziele haben Sie sich für die Freiluftsaison gesetzt?
Die WM in Moskau ist der Saisonhöhepunkt. Da möchte ich im August auf jeden Fall hin! Daneben kann ich ja auch noch bei der U23-EM Mitte Juli in Tampere starten, das ist ein zweites großes Ziel. Selbstverständlich möchte ich gesund bleiben und von meiner Bestzeit her einen weiteren Schritt nach vorn machen.

Die Startzeiten von Gregor Traber bei der Hallen-DM in Dortmund

Gregor Traber (LAV Stadtwerke Tübingen)
60 Meter Hürden:
Vorlauf:        23.02. (13:35 Uhr)
Finale:          23.02. (15:35 Uhr)

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