Im Revier auf Medaillenjagd

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Nach neun Jahren Pause machen die Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften wieder in der Dortmunder Helmut-Körnig-Halle Station. Am Wochenende werden in 26 Disziplinen die Besten ermittelt. Mit dabei ist auch ein Trio des Trackteam Burg-Wächter. Obwohl die Youngsters erst 17, 19 und 20 Jahre alt sind.

Der Jüngste von ihnen hat auch die kürzeste Anreise: Hochspringer Falk Wendrich. Der Soester im Trikot des TV Wattenscheid geht am Sonntagnachmittag (15:10 Uhr) in seinem „zweiten Wohnzimmer“ an den Start. Schließlich absolviert der Schützling von Brigitte Kurschilgen den Großteil seiner Trainingseinheiten in der Helmut-Körnig-Halle. „Dortmund wird eine besondere Herausforderung, da es mein erster DM-Start bei den Erwachsenen ist“, sagt der Schüler.

Obwohl es seine Premiere ist, kann der U20-Vizeweltmeister schon auf einen Platz auf dem DM-Podest hoffen. Schließlich reist der Wattenscheider mit 2,20 Metern und damit als Dritter der Meldeliste nach Dortmund. „Eine Medaille ist nicht unrealistisch“, sagt Wendrich. Besonders wenn es ihm gelingt, seine Form von der Jugend-DM am vergangenen Wochenende in Halle/Saale abzurufen: „Die ersten Sprünge waren dort einfach gut. Es hat sich ganz leicht angefühlt, darum habe ich mich auch so gefreut.“ Erst bei 2,22 Metern war Endstation für den Youngster. Gut möglich, dass der „Jugend-Leichtathlet 2012“ in Dortmund erstmals diese Höhe meistern kann. Die Sprungfolge sieht nach 2,20 allerdings 2,23 Meter vor, die Anfangshöhe beträgt 2,00 Meter.

Gold-Favorit in der Körnig-Halle ist Matthias Haverney. Der Dresdner erfüllte mit 2,26 Metern bereits die Norm für die Hallen-EM Anfang März in Göteborg (Schweden). Dahinter lauert der Leverkusener Matthias Przybylko (2,21 m) – ein guter Freund von Falk Wendrich – auf seine Chance. Eine gute Rolle konnte auch Martin Günther spielen. Der Frankfurter 2,30-Meter-Springer (beim Hallen-DM-Sieg 2010) ist nach einem 2011 erlittenen Achillessehnenriss auf dem Weg zurück. In der Hallensaison hat er allerdings noch keine Wettkämpfe bestritten und darf dank einer Sonderstartgenehmigung bei der Hallen-DM antreten.

Auf ein extrem spannendes Weitsprung-Finale bei der Hallen-DM am Wochenende in Dortmund ist Lena Malkus (SC Preußen Münster) eingestellt. Gleich zehn Athletinnen mit Saisonbestleistungen jenseits der 6,20 Meter gehen am Sonntag um 13:45 Uhr an den Start. Die 19-Jährige rangiert mit 6,39 Metern auf Platz vier der Meldeliste. „Ich hoffe, dass ich gut in den Wettkampf finde und zeige, was ich kann“, schaut die Studentin voraus.

Wie das aussehen kann, bewies Lena Malkus vergangenes Jahr in Karlsruhe. Im letzten Durchgang der Hallen-DM sprang die 1,80-Meter-Athletin mit 6,44 Metern noch von Platz acht auf den Silberrang nach vorn. Es war nicht das erste Mal, dass sie die letzte Chance nutzte und das Feld schockte. „Ich muss nur einen Sprung richtig gut erwischen, dann geht es weit“, sagt Malkus. Dass sie die nötige Geschwindigkeit für Top-Weiten hat, bewies Lena Malkus im Januar, als sie Anfang der Saison ihre 200-Meter-Bestzeit auf starke 24,31 Sekunden steigerte.

Die Gold-Favoritin für Dortmund kommt allerdings aus Berlin. Mit 6,68 Metern führt Melanie Bauschke die deutsche Bestenliste souverän an. Die EM-Achte ist auch die einzige deutsche Weitspringerin, die schon die Hallen-EM-Norm von 6,55 Metern übertreffen konnte. Dahinter rangieren Stefanie Voss (LAV Bayer Uerdingen Dormagen; 6,54 m) und die Frankurterin Maryse Luzola (6,47 m) auf den weiteren Plätzen.

Zum Abschluss der Hallen-DM schnürt Lena Malkus über 4×200 Meter die Sprintspikes. Vergangenes Jahr gewann sie im Trikot der LG Ratio Münster sensationell die Bronzemedaille. Da allerdings Top-Sprinterin Tatjana Pinto nicht für den SC Preußen startet, sind die Medaillen wohl außer Reichweite. Eine Zeit unter 1:40 Minuten könnte allerdings für einen Top-5-Platz reichen.

Hürdensprinter Gregor Traber startet am Samstag als Titelverteidiger in Dortmund. Über die Ziele des Tübingers lesen Sie später hier ein separates Interview.

Stabhochspringerin Lilli Schnitzerling (LG Lippe-Süd) muss auf einen Start bei der Hallen-DM in Dortmund verzichten. Die 19-Jährige laboriert an schmerzhaften Knochenhautproblemen. „Da die in den vergangenen Wochen schlimmer geworden sind, will ich die Sommersaison nicht gefährden. Außerdem steht in ein paar Wochen mein Sportabitur an“, sagt die Schülerin. Den Beweis ihrer Klasse hat Lilli Schnitzerling in diesem Winter ohnehin schon vollbracht. Mit 4,20 Metern steigerte die Detmolderin ihre Hallen-Bestleistung um fünf Zentimeter.

Diskuswerfer Benedikt Stienen (LAC Veltins Hochsauerland) wird natürlich nicht bei der Hallen-DM in Dortmund starten. Seine Disziplin wird wie alle langen Würfe nicht in der Halle ausgetragen. Das gibt es nur in skandinavischen Ländern, die über einige extrem große Hallen verfolgen. Trotzdem bewies der 2,00-Meter-Mann schon seine Form. Am vergangenen Sonntag in Kienbaum schleuderte er die Zwei-Kilo-Scheibe auf starke 56,76 Meter. Die zweitbeste Leistung seiner Karriere brachte ihm auch einen Startplatz beim U23-Ländervergleich in Ancona (Italien) in zwei Wochen. „Ich bin mit der Weite sehr zufrieden, schließlich habe ich im Winter noch nie weiter geworfen“, beurteilte Stienen Rang zwei hinter Michael Salzer (59,34 m).

Die Startzeiten des Trackteams bei der Hallen-DM in Dortmund

Gregor Traber (LAV Stadtwerke Tübingen)
60 Meter Hürden:
Vorlauf        23.02. (13:35 Uhr)
Finale:         23.02. (15:35 Uhr)

Falk Wendrich (TV Wattenscheid 01)
Hochsprung:
Finale:            24.02. (15:10 Uhr)

Lena Malkus (SC Preußen Münster)
Weitsprung:
Finale:            24.02. (13:45 Uhr)
4×200 Meter:
Zeitendläufe   24.02. (16:45 Uhr)

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