Jugend-DM: Drei Titel plus Doppel-Silber

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Eine im wahrsten Sinne des Wortes glänzende Bilanz hat das Quartett des Trackteam Burg-Wächter bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock abgeliefert: Langstrecklerin Maya Rehberg (zweimal Gold), Sprinterin Gina Lückenkemper (Gold und Silber), Stabhochspringerin Desiree Singh (Silber) und die kurzfristig vom Hochsprung auf die 400 Meter gewechselte Laura Voß nahmen von der Ostsee gleich fünf Medaillen mit nach Hause.

Maya Rehberg hat es noch einmal gemacht! Die Läuferin vom SC Rönnau 74 gewann wie vergangenes Jahr in Mönchengladbach bei den Deutschen Jugendmeisterschaften die U20-Titel über 2000 Meter Hindernis und 3000 Meter. Kurios: In beiden Finals setzte sich die Dritte der U20-EM in Rostock jeweils gegen Johanna Christine Schulz und Hanna Hoss durch.

Den Auftakt zur doppelten Titelverteidigung machte die 19-Jährige am Samstag. Über 2000 Meter Hindernis hatte die deutsche U20-Rekordlerin keine Mühe, die Konkurrenz im Schach zu halten. Direkt nach dem Startschuss setzte sich Rehberg an die Spitze und baute ihren Vorsprung Runde um Runde aus. Nach 6:28,65 Minuten lief sie mit rund 80 Metern Vorsprung auf Schulz (6:43,05 min) und Hoss (6:45,20 min) ins Ziel.

Nach dem ersten Kilometer in knapp unter 3:10 Minuten sah es sogar aus, als könnte Rehberg ihren deutschen U20-Rekord (aufgestellt beim DM-Sieg 2012) von 6:22,06 Minuten verbessern. Doch auf Rekordjagd war die Abiturientin „nach den Belastungen der vergangenen Wochen“ mit drei Rennen bei der U20-EM und Platz zwei bei der Frauen-DM gar nicht gegangen.

Am Sonntag wählte die Schleswig-Holsteinerin eine andere Taktik. Über 3000 Meter lief sie zwei Kilometer im Feld mit, um dann mit einem beherzten Antritt die Entscheidung zu suchen. Dabei legte Rehberg den letzten Kilometer in schnellen 3:03 Minuten zurück und setzte sich in 9:52,57 Minuten erneut gegen Schulz (9:56,38 min) und Hoss (9:56,48 min) durch. „Ich wusste, dass die anderen auch einen starken Spurt haben. Darum habe ich mich für die frühe Tempoverschärfung entschieden“, sagte Rehberg nach ihrem am Ende ungefährdeten Sieg.

Die Saison für die besten deutschen Nachwuchsleichtathleten war lange und kräftezehrend. Doch Gina Lückenkemper (LAZ Soest) läuft und läuft und läuft. Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften am Wochenende in Rostock verteidigte sie nicht nur ihren 200-Meter-Titel in der U18-Klasse, sondern belohnte sich über 100 Meter außerdem mit Silber.

Über die kurze Strecke war am Samstag nur Spezialistin Jessie Maduka schneller. Die Düsseldorferin setzte sich in 11,88 Sekunden mit vier Hundertstelsekunden Vorsprung auf die Soesterin durch. Bronze ging an Nina Braun (CLV Siegerland; 12,10 sec). Vergangenes Jahr in Mönchengladbach hatte Lückenkemper noch Platz drei belegt. Dank eines deutlich verbesserten Starts ist sie nun auch über 100 Meter deutlich schneller geworden. So steigerte sich Lückenkemper in diesem Sommer auf starke 11,61 Sekunden.

Über ihre Spezialstrecke, die 200 Meter, ließ die Soesterin der Konkurrenz bei leichtem Gegenwind keine Chance. In 23,76 Sekunden lag die Schülerin klar vor Nina Braun (24,49 sec) und Eleni Frommann (LC Jena, 24,55 sec). Im Vorlauf war Lückenkemper bei optimalem Rückenwind von 2,0 Metern pro Sekunde in 23,63 Sekunden sogar noch ein wenig schneller unterwegs. „Damit habe ich wohl am meisten meinen Trainer überrascht. Nach der der U18-WM hatte ich zumindest im Vorlauf mit einer 24er-Zeit gerechnet“, sagte die Deutsche Meisterin.

Die Soesterin hatte sichtlich Spaß an ihren insgesamt fünf Rennen in Rostock. Speziell auf den 200 Metern. „Die internationale Konkurrenz war bei der WM sehr stark auf den ersten 100 Metern. Da habe ich in der Kurve einiges verloren“, so Lückenkemper. Wie gut ihre Zeiten waren, zeigt auch der Blick auf die ältere Jugendklasse. U20-Meisterin Ivy Atieno (ART Düsseldorf) war im Finale eine Zehntelsekunde langsamer als Lückenkemper im Vorlauf. Damit dürfte die Schülerin in den kommenden Jahren auch in der U20-Klasse zu den Titelkandidatinnen zählen.

Ein Fehlversuch bei 3,90 Metern hat Desiree Singh (LG Lippe-Süd) den Titel bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock gekostet. Die Stabhochspringerin überquerte am Sonntag wie die Deutsche U20-Meisterin Franziska Kappes 4,05 Meter. Allerdings hatte die Leverkusenerin in der Endabrechnung eben diesen einen entscheidenden Fehlversuch weniger. Bronze sicherte sich mit 3,90 Metern Rebecca Pietsch (TV Angermund).

„Ich habe mich unter Wert verkauft. Aber nach meinem „Salto Nullo“ bei der U20-EM ist es ein versöhnlicher Saisonabschluss für mich“, sagte Singh. Gleichzeitig war es für die U18-Weltmeisterin von 2011 auch die letzte Deutsche Meisterschaft in der Jugendklasse. Von 2013 an muss sich die deutsche U18-Rekordlerin (4,32 m) in der Frauen- und Juniorenklasse (U23) behaupten. Genug Talent hat die junge Mutter auf jeden Fall, um in ein paar Jahren auch bei den Erwachsenen um die nationalen Medaillen zu springen.

Momentan ist Laura Voß (LAZ Soest) Hochspringerin außer Dienst. Eine Knieverletzung lässt keine Höhenflüge zu. Doch trotzdem war die Abiturientin bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in Rostock dabei. Der Vierten der U18-WM 2011 gelang es nämlich, sich über 400 Meter für die U20-DM zu qualifizieren.

Dass sie keine gelernte Langsprinterin ist, sah man in Rostock auf den ersten Blick. Im Gegensatz zu den Spezialistinnen ist die komplette Beinmuskulatur bei Voß deutlich zarter ausgeprägt. Die fehlende Kraft machte sich dann auch auf der Rundbahn bemerkbar. Obwohl die Hochsprung-Spezialistin mit 58,37 Sekunden im Vorlauf ihre Bestzeit nur um vier Zehntel verfehlte, hatte sie keine Chance aufs Finale. Dafür wären 55,59 Sekunden nötig gewesen.

„Obwohl es im Hochsprung nicht ging, wollte ich trotzdem bei der Jugend-DM dabei sein. Und deshalb habe ich mich für die 400 Meter entschieden und bin stolz darauf, die Quali geschafft zu haben“, sagte Voß. In den kommenden Jahren will sie dann aber wieder lieber in ihrer Spezialdisziplin bei Deutschen Meisterschaften dabei sein.

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