Kammerschmitt, Dörfel, Scheppan: Trackteam-Trio jagt Edelmetall

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Sina Kammerschmitt und Blanka Dörfel vom Trackteam BURG-WÄCHTER
Neu im Trackteam BURG-WÄCHTER (v. li.): Sprinterin Sina Kammerschmitt (TG Worms) und Langstreklerin Blanka Dörfel (LC Cottbus). (Fotos: Iris Hensel, Beautiful Sports / Jan Kaefer)

Drei Lauf-Youngsters vom Trackteam BURG-WÄCHTER nehmen bei den Deutschen U20-Hallenmeisterschaften am Wochenende in Neubrandenburg Edelmetall ins Visier. Sprinterin Sina Kammerschmitt (TG Worms) plant im Jahnsportforum einen Doppelstart. Marie Scheppan und Blanka Dörfel (beide LC Cottbus) sind über 400 Meter und 3000 Meter mit von der Partie. Für Sina Kammerschmitt und Titelverteidigerin Blanka Dörfel sind es dabei die ersten Deutschen Meisterschaften als Teil vom Trackteam.

Sina Kammerschmitt peilt Finale und Bestzeit an

Mit einer erst eine Woche alten 60-Meter-Bestleistung im Gepäck reist Sina Kammerschmitt zu den Deutschen U20-Hallenmeisterschaften am Wochenende in Neubrandenburg. 7,50 Sekunden lief die 16-Jährige bei den Süddeutschen Hallenmeisterschaften in Sindelfingen. Damit rangiert die Sprinterin der TG Worms auf Platz vier der U20-Bestenliste und hat beste Chancen auf den Finaleinzug. Schon 2019 stand sie mit erst 15 Jahren im Finale der Jugend-Hallen-DM.

„Das erste Ziel lautet Finale. Gern würde ich dort natürlich noch einmal meine Bestzeit steigern und unter 7,50 Sekunden bleiben“, blickt Sina Kammerschmitt voraus. Die Konkurrenz wird es dem Schützling von Fabian Weiland aber nicht einfach machen. Denn gleich ein Dutzend U20-Sprinterinnen sind in diesem Winter schon 7,60 Sekunden oder schneller gelaufen. Angeführt wird die Bestenliste von Titelfavoritin Antonia Dellert (Sprintteam Wetzlar; 7,40 sec). Dahinter folgen Talea Prepens (TV Cloppenburg; 7,46 sec), Lilly Kaden (Schalke 04; 7,47 sec) sowie mit jeweils 7,50 Sekunden Svenja Pfetsch (SC Vöhringen) und eben Sina Kammerschmitt.

Starke Konkurrenz auf den 60 Metern

Die Ausgangslage zeigt, wie eng das 60-Meter-Rennen am Samstagnachmittag (Finale: 14:00 Uhr) in Neubrandenburg werden wird. Doch obwohl Sina Kammerschmitt mit 16 Jahren zu den jüngsten Top-Sprinterinnen zählt, bringt sie schon genug Erfahrung mit, um sich gegen die bis zu zweieinhalb Jahre ältere Konkurrenz zu behaupten. So sprintete die Westhofenerin im Halbfinale der Hallen-DM 2019 mit 7,54 Sekunden Bestzeit und qualifizierte sich mit erst 15 Jahren sensationell fürs Finale.

Nach (hoffentlich) drei 60-Meter-Rennen am Samstag startet Sina Kammerschmitt am Sonntag erneut. Dann stehen die 200 Meter mit Vorlauf (10:45 Uhr) und Finale (12:35 Uhr) an. Mit 25,05 Sekunden rangiert die 16-Jährige auf Platz 15 der Bestenliste. Angeführt wird diese mit 24,03 Sekunden recht deutlich von Svenja Pfetsch. Die zu Saisonbeginn erzielte Zeit spiegelt aber nicht das Leistungsvermögen der TG-Sprinterin auf der Hallenrunde wider. Darum ist auch auf den 200 Metern ihr Ziel eine Top-Acht-Platzierung – und natürlich eine neue Bestzeit unter der 25-Sekunden-Marke.

Blanka Dörfel und das Projekt Titelverteidigung

Titelverteidigerin und Nummer eins der aktuellen Bestenliste: Wenn es am Samstagmittag (12:15 Uhr) über 3000 Meter um die Medaillen bei den Deutschen U20-Hallenmeisterschaften in Neubrandenburg geht, heißt die Favoritin Blanka Dörfel. Lief die Langstrecklerin vom LC Cottbus 2019 noch sensationell zum Titel, hat die Konkurrenz sie diesmal mit absoluter Sicherheit auf der Rechnung. Denn mit ihrer Mitte Januar erzielten Bestzeit von 9:27,95 Minuten hat sie in der aktuellen Jahresbestenliste fast 15 Sekunden Vorsprung auf die U20-Konkurrentinnen.

Über eine schnelle Pace Richtung Podium

Bei dieser Ausgangslage ist ihr Ziel klar: „Ich will meinen Titel verteidigen. Denn ich weiß nun, dass ich unter 9:30 Minuten laufen kann“, so Blanka Dörfel. Ihre Bestzeit erzielte die Schülerin am 19. Januar in Berlin übrigens im Alleingang. Das wird am Samstag anders sein. Denn mit Linn Lara Kleine (LG Olympia Dortmund) ist eine Läuferin im Feld, die 2018 mit 9:27,78 Minuten schon einmal schneller war als die Cottbuserin. Dazu kommt mit 1500-Meter-Spezialistin Antje Pfüller (LG Region Karlsruhe) eine spurtstarke Läuferin. Die 18-Jährige, die für Neubrandenburg auch über 1500 Meter gemeldet hat, lief 2019 zum EYOF-Sieg über die lange Mittelstrecke.

Auf ein langsames Rennen wird es Blanka Dörfel am Samstag daher nicht ankommen lassen. Dass sie von der Spitze heraus ein schnelles Tempo halten kann, hat sie bei ihrem Lauf zur Bestzeit eindrucksvoll unter Beweis gestellt. „Wichtig wird sein, dass mein Trainer mir die Rundenzeiten reinruft. Daran kann ich mich gut orientieren und laufe nicht in Gefahr, zu schnell anzugehen“, erklärt Blanka Dörfel. Bei dieser Ausgangslage ist in Neubrandenburg ein spannendes und schnelles Rennen mit der Titelverteidigerin in einer der Hauptrollen zu erwarten.

Medaillen-Premiere für Marie Scheppan unterm Hallendach?

Sie ist amtierende Deutsche U20-Meisterin im Freien und Zweite der Olympischen Jugendspiele. Doch eine Medaille bei Deutschen U20-Hallenmeisterschaften hat Marie Scheppan noch nicht gewonnen. Das soll sich für die 400-Meter-Läuferin des LC Cottbus an diesem Wochenende ändern. In Neubrandenburg zählt die 18-Jährige als Dritte der U20-Jahresbestenliste und Zweite der Meldeliste zu den Medaillenkandidatinnen.

Dabei muss der Schützling von Rainer Kruk schon im Vorlauf am Samstag (14:15 Uhr) seine volle Leistung abrufen. Denn nur die vier schnellsten von 26 gemeldeten Läuferinnen qualifizieren sich für das A-Finale am Sonntagmittag (13:20 Uhr), in dem die Medaillen vergeben werden. Zwar starten vier weitere Läuferinnen im B-Finale, doch selbst wenn diese schneller sind als die Starterinnen im A-Finale, können sie keine Medaillen gewinnen. Diese Erfahrung musste Marie Scheppan vor zwei Jahren machen, als sie als Siegerin des B-Finals schneller war als zwei Läuferinnen im A-Finale. In der Endabrechnung bedeutete es damals trotzdem Platz fünf.

Titelverteidigerin Mona Mayer favorisiert

„Mein Ziel ist auf jeden Fall das A-Finale. Wenn das klappt, ist einiges möglich“, blickt Marie Scheppan voraus. Die 18-Jährige hat vor zwei Wochen ihre Hallen-Bestzeit auf 55,22 Sekunden gesteigert. Damit liegen nur Titelverteidigerin Mona Mayer (LG Telis Finanz Regensburg; 54,41 sec) und Lara Noelle Steinbrecher (SC Magdeburg; 54,83 sec) in der U20-Jahresbestenliste vor der Cottbuserin. Da die Magdeburgerin aber anderen Disziplinen – 60 Meter, 200 Meter und Speerwurf – den Vorzug gibt, ist die Titelverteidigerin aus Regensburg die stärkste Konkurrentin in Neubrandenburg.

„Mona ist in guter Form und mit Sicherheit die Favoritin auf den Titel. Ich werde es ihr aber natürlich so schwer wie möglich machen“, so Marie Scheppan. Aufgrund ihrer Körpergröße von 1,81 Metern ist die 18-Jährige allerdings nicht die prädestinierte Hallenläuferin. Denn ihren entsprechend langen Schritt kann sie in den engen Hallenkurven nur schwer ziehen. Trotzdem sind eine Zeit unter 55 Sekunden und ein Platz auf dem Podest für Marie Scheppan am Sonntag in Reichweite.

Hinweis: leichtathletik.de überträgt die U20-Hallen-DM aus Neubrandenburg am Samstag und Sonntag ab 9:55 Uhr komplett im Internet per Livestream.

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