Luis Brandner sprintet Bestzeit, Alina Rehs zweiter Anlauf passt

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Gut 20 Stunden pralle Leichtathletik hatten die „Laufnacht“ am Samstag und die Sparkassen-Gala am Sonntag in Regensburg mit zusammen etwa 850 Sportlerinnen und Sportlern zu bieten. Unter ihnen war auch ein Quartett vom Trackteam BURG-WÄCHTER, das sowohl eine persönliche Bestzeit als auch eine europäische Saisonbestzeit ablieferte. Aber auf der anderen Seite auch mit Gegenwind, Unwettern und Wespen zu kämpfen hatte.

Luis Brandner steigert sich um fünf Hundertstel

Auf dem Weg zur Bestzeit: Luis Brandner steigerte sich in Regensburg über 100 Meter auf 10,36 Sekunden.
Auf dem Weg zur Bestzeit: Luis Brandner (Mitte) steigerte sich in Regensburg über 100 Meter auf 10,36 Sekunden. (Foto: Beautiful Sports)

Sprinter Luis Brandner (LAC Erfurt Top-Team) ist nach der Sparkassen-Gala am Sonntag in Regensburg ein Stein vom Herzen gefallen. Endlich gelang es dem 19-Jährigen, seine Bestzeit zu steigern. Im 100-Meter-Finale verbesserte er als Vierter seinen Hausrekord bei leichtem Rückenwind gleich um fünf Hundertstel auf 10,36 Sekunden. Nur der Schweizer Spitzen-Sprinter Silvan Wicki (10,19 sec), der deutsche Rekordler und Brandners Trainingspartner Julian Reus (10,25 sec) und der Deutsche Meister Michael Pohl (Sprintteam Wetzlar; 10,33 sec) waren schneller als der Teenager.

Speziell auf der zweiten Streckenhälfte spielte Luis Brandner seine Stärken im „fliegenden Bereich“ aus und konnte gut mit der starken Konkurrenz mithalten. „Das hat richtig Spaß gemacht, zu sehen, dass man gleichauf mit den anderen ist“, sagte Luis Brandner. Allerdings erkannte er auch noch einige Schwachpunkte im Rennen: den Start und die ersten Meter. „Das funktioniert nicht von heute auf morgen. Da ist noch viel Arbeit nötig. Aber die Rennen waren schon viel besser und stabiler als vergangene Woche in Wetzlar“, so Luis Brandner. In zwei Wochen fordert das Sprint-Talent bei den Deutschen Meisterschaften in Braunschweig erneut die deutsche Elite. Vielleicht ist auf der blauen Bahn in der „Löwenstadt“ eine erneute Steigerung für den Erfurter drin.

Alina Reh erlebt Achterbahnfahrt in Regensburg

So wollte Alina Reh das Stadion am Weinweg in Regensburg nicht verlassen. Denn am Samstag bei der „Laufnacht“ musste die Langstrecklerin vom SSV Ulm 1846 das 5000-Meter-Rennen vorzeitig beenden. Nach etwa drei Kilometern waren die Schmerzen unter dem rechten Fuß aufgrund eines Wespenstiches so groß, dass die das Rennen beenden musste. Sichtlich frustriert verließ die 23-Jährige die Sportanlage.

Doch die Regensburger Veranstaltung bot ihr am Sonntag eine zweite Chance. Denn die „Sparkassen-Gala“ an selber Stelle hatte ebenfalls ein 5000-Meter-Rennen – wenn auch mit etwas schwächerer Konkurrenz – im Programm. Alina Reh nutzte die Gelegenheit in einem – wie am Samstag – gemischten Rennen und lief in 15:27,46 Minuten die bisher schnellste Zeit des Jahres in Europa. Damit war sie etwa eine Zehntel schneller als Elena Burkard (LG farbtex Nordschwarzwald). Allerdings haben aufgrund der Corona-Pandemie bisher noch kaum hochkarätige Langstrecken-Rennen in dieser Saison stattgefunden.

„Ich wollte schon etwas schneller laufen, aber es war einfach wichtig, das Ding hier zu Ende zu bringen und mit einem guten Gefühl rauszugehen“, sagt die EM-Vierte über 10.000 Meter. Da der Wespenstich nicht mehr so starke Schmerzen wie am Samstag verursachte, war der Start tags darauf überhaupt erst möglich. Dass sie deutlich schneller auf der Distanz unterwegs sein kann, hatte Alina Reh vor einigen Wochen bewiesen. Da hatte sie im heimischen Laichingen im Training die 5000 Meter in 15:18 Minuten absolviert. Auf eine Steigerung ihrer Regensburger Zeit hofft die 23-Jährige bei den Deutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Braunschweig.

Marie Scheppans „400 Meter Freistil“

Und dann kam der Regen. Und wie! Marie Scheppan (LC Cottbus) verließ die Laufbahn des Regensburger Stadions am Weinweg bei der Sparkassen-Gala am Sonntag wie der sprichwörtlich „begossene Pudel“. Pünktlich zu ihrem 400-Meter-Zeitlauf hatte der Himmel erneut die Schleusen sperrangelweit geöffnet. An eine schnelle Zeit war für die 19-Jährige wie für ihre Konkurrentinnen nicht zu denken. Am Ende setzte sich die Cottbuserin über „400 Meter Freistil“ klar in 55,10 Sekunden durch. In der Endabrechnung der vier Zeitläufe bedeutete das Platz neun.

Das Rennen in Regensburg zeigte aber keineswegs das aktuelle Potenzial von Marie Scheppan. Wäre die Deutsche U20-Meisterin in einem der ersten beiden – bei Sonnenschein gestarteten – Rennen gelaufen, wäre eine klare Saisonbestleistung möglich gewesen, obwohl das Meeting schon zuvor aufgrund eines Unwetters etwa eine Stunde unterbrochen werden musste. „Da wartet man schon so lange – und dann das. Einen solchen Regen bei einem Wettkampf habe ich noch nie erlebt“, sagte eine völlig durchnässte Marie Scheppan nach dem Rennen.

Dass die Form eigentlich passt, hatte die 19-Jährige am Samstag an selber Stelle erwiesen. Bei der „Laufnacht“ steigerte Marie Scheppan als „Aufgalopp“ für die 400 Meter ihre 200-Meter-Bestzeit bei Gegenwind um eine Hundertstel auf 24,91 Sekunden. Das zeigt deutlich, dass für die Zweite der Olympischen Jugendspiele auch auf der Stadionrunde deutlich mehr möglich ist.

Gegenwind bremst Sina Kammerschmitt aus

Der natürliche Feind der Sprinter heißt Gegenwind. Und den spürte Sina Kammerschmitt (TG Worms) bei der „Laufnacht“ der LG Telis Finanz Regensburg am Samstag deutlich im Gesicht. 2,6 Meter pro Sekunde Gegenwind – mehr als in allen anderen Zeitläufen über 100 Meter – wurden im Rennen der TG-Sprinterin gemessen. Trotzdem stürmte die Deutsche U18-Meisterin in 12,11 Sekunden zur schnellsten Zeit des Meetings. Um diese einzuordnen: Bei etwas Rückenwind wäre im selben Rennen eine Zeit um 11,70 Sekunden möglich gewesen.

„Das mit dem Wind ist natürlich ärgerlich. Der Lauf hat sich besser angefühlt als in Wetzlar, als ich zwei Zehntel schneller war. Nur die Zeit zeigt es leider nicht“, sagte Sina Kammerschmitt nach dem Regensburger Rennen. Auch über 200 Meter lief es für das Sprint-Talent nicht nach Wunsch. Mit 25,04 Sekunden und 2,2 Meter pro Sekunde Gegenwind – wiederum dem stärksten der Zeitläufe – belegte die Schülerin Platz sieben im Gesamtranking. Der Sieg ging in Bestleistung von 23,23 Sekunden bei nur leichtem Gegenwind an Lokalmatadorin Corinna Schwab. Die gehört allerdings schon der Frauenklasse an, Sina Kammerschmitt der U18.

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