Maya Rehberg: „Habe neues Niveau erreicht“

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Hindernisspezialistin Maya Rehberg (SG TSV Kronshagen/Kieler TB) startet am Sonntag in Toulon-Hyères (Frankreich; 13. Dezember) bei ihrer sechsten Cross-EM in Folge. Bei ihren fünf Starts von 2010 bis 2014 hat sie fünf Medaillen gewonnen. Vier im Team, dazu Einzel-Bronze 2013. Im Interview spricht die 21-Jährige darüber, warum ihr das Laufen im Gelände so gefällt, welche Ziele sie für das Rennen am Sonntag hat und warum sie sich auch auf der Bahn einen weiteren Leistungssprung zutraut.

Maya Rehberg, als Kind haben Sie doch sicherlich viel lieber im Wald und auf Wiesen getobt als auf einem ganz normalen Spielplatz?
Klar, so abwechslungsreich wie die Natur ist kein Spielplatz der Welt! Für meine Brüder und mich waren die Wälder zu Hause genau wie der Strand und die Dünen Dänemarks die Plätze, um uns auszutoben. Wobei so ein Nachmittag auf dem Bolzplatz nach der Schule auch ganz schön war.

Ich komme darauf, weil Sie Crossrennen so mögen. Am Sonntag starten Sie in Toulon-Hyère (Frankreich) mit 21 Jahren bei Ihrer sechsten Cross-EM in Folge. Was gefällt Ihnen so am Laufen im Gelände?
Die Sommersaison ist immer geprägt vom Kampf um jede Sekunde. Beim Crosslauf muss man die Uhr ganz vergessen und einzig und allein auf seinen Körper hören. Man muss schauen, wie viel Körner die einzelnen Passagen kosten und wie viel man investieren darf. Denn am Ende zählt einzig und allein die Platzierung im Ziel.

An welche Cross-EM erinnern Sie sich am liebsten und warum?
Das ist einfach: an die EM 2013 in Budapest. Der dritte Platz in der U20 hat mich ungemein darin bestärkt, den Leistungssport ernsthaft anzugehen. Lutz Zauber hat unsere U20 Mannschaft in Budapest super betreut, wir hatten Spaß und waren auch als Team mit Bronze erfolgreich.

Seit einem Jahr trainieren Sie bei Andreas Fuchs. Er hat schon Stefen Uliczka zu vielen guten Ergebnissen im Gelände und auf der Bahn geführt. Bereitet er Sie speziell auf den EM-Start vor?
Ja, wir haben die Cross EM fest in unsere Jahresplanung aufgenommen. Nach der EM werde ich über Weihnachten etwas ruhiger trainieren, um dann im Januar im Trainingslager in Monte Gordo mit einem hohen Niveau in die gezielte Vorbereitung der Bahnsaison zu starten.

Bedeutender als die Crossläufe ist die Sommersaison. Was bringen Ihnen die Rennen im Gelände für die 3.000 Meter Hindernis?
Die Anforderungen sind recht ähnlich: Rhythmuswechsel, Ausdauer und Kraft. Die Renngeschwindigkeit ist beim Hindernislauf natürlich höher. Darauf müssen wir ab Januar verstärkt achten.

Sie haben sich als Zehnte in Tilburg für die Cross-EM qualifiziert. Welche Chancen rechnen Sie sich bei Ihrem Start in der U23-Klasse am Sonntag aus?
Die Konkurrenz ist ungemein stark. Mit der Britin Laura Muir und der Niederländerin Sifan Hassan sind zwei Läuferinnen mit 1.500-Meter-Bestzeiten klar unter vier Minuten dabei. Sie zählen zur absoluten Weltspitze. Dazu kommt mit der Belgierin Louise Carton eine Klasse-Crossläuferin, die schon in der Frauenklasse vorn mitgemischt hat. Man sieht: Die Konkurrenz ist stark. Trotzdem möchte ich gern in die Top 10 laufen. Dass die Form dafür passt, hat das Rennen in Tilburg und die Trainingsergebnisse gezeigt.

Das Streckenprofil in Toulon weist nur einige kurze Anstiege auf. Der Rest des Parcours ist flach und dürfte an der Cote d’Azur sehr hart und damit schnell werden. Ist dieses Terrain ein Vorteil für die sehr grundschnellen Läuferinnen?
In Tilburg lief die Strecke über harte Wege durch den Wald, 2013 in Budapest war der Boden gefroren. Beide Rennen liefen für mich super. Darum müsste mir der Boden bei der EM entgegenkommen. Wenn’s zu weich wird, wird’s für mich wie für viele andere schwierig.

Bei den U23-Juniorinnen wird neben Ihnen nur noch Vera Coutellier (ASV Köln) für den DLV starten. Wären Sie gern mit einem kompletten deutschen Team bei der EM dabei gewesen?
Auf jeden Fall. Schließlich wird’s für mich der erste Cross-EM-Start ohne Team.

Schon rund einen Monat nach der Cross-EM stehen die ersten Hallenrennen auf dem Programm. Welche Rolle spielt für Sie die Hallensaison?
Ich werde auf jeden Fall das ein oder andere Rennen mitnehmen, um auf Geschwindigkeit zu kommen. Aber den Schwerpunkt liegt woanders.

Sie spielen auf Ihre Spezialstrecke an, die 3.000 Meter Hindernis. Sie haben 2015 Ihre Bestzeit um knapp sechs Sekunden auf 9:49,88 Minuten gesteigert. Welche Zeiten halten Sie im kommenden Jahr für möglich?
Ich habe vergangene Saison einen großen Schritt nach vorn gemacht und auch im Training ein neues Niveau erreicht. So rückt die Olympia-Norm für mich auf jeden Fall näher. Das große Ziel für das nächste Jahr sind eben die für Rio geforderten 9:39 Minuten.

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