Nur fünf Hundertstel fehlen zum WM-Halbfinale

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Den Start ordentlich verpennt, dafür das Finish umso stärker: Gina Lückenkemper lieferte bei ihrer WM-Premiere eine echte Gina-Lückenkemper-Vorstellung ab: Auf der Außenbahn neun hatte die Sprinterin vom LAZ Soest im ersten 100-Meter-Vorlauf von Peking schon nach wenigen Schritten einen Rückstand von einem Meter. Auf der zweiten Streckenhälfte spielte die 18-Jährige ihre Stärke, das freie Laufen aus, und holte Stück um Stück auf.

Am Ende reichte es mit 11,34 Sekunden nicht ganz zum dritten Platz, der zur direkten Halbfinal-Qualifikation gereicht hätte. Der ging mit 11,28 Sekunden an Asha Philip. Ihren Vorsprung hatte sich die Britin schon vor dem ersten Schritt herausgearbeitet. Ihre Reaktionszeit auf den Startschuss betrug gute 0,133 Sekunden, die von Gina Lückenkemper war elf Hundertstel langsamer. Bei leichtem Rückenwind von 0,5 Meter pro Sekunde holte sich Medaillenkandidatin Torie Bowie (USA) mit 10,88 Sekunden den Vorlaufsieg vor der dreimaligen Olympiasiegerin Veronica Campbell-Brown (Jamaika; 11,04 sec).

Unzufrieden war Gina Lückenkemper mit dem undankbaren vierten Vorlaufplatz und der viertbesten Zeit ihrer Karriere trotzdem nicht. „Das mit dem schlechten Start kenne ich ja mittlerweile, insgesamt geht die Leistung aber in Ordnung“, sagte die U20-Europameisterin im ARD-Interview. Für die Schülerin hatte das mögliche WM-Halbfinale im Vorfeld ohnehin keine Rolle gespielt. Es ging darum, Erfahrungen zu sammeln. „Es ist schon der Wahnsinn, wie groß alles hier ist“, sagte Lückenkemper zu den Tagen in Peking. Und die sind noch lange nicht vorbei: Am Samstag steht im „Vogelnest“ die 4×100-Meter-Staffel auf dem Programm.

Dann sind auch Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge; 11,29 sec im Vorlauf) und Verena Sailer (MTG Mannheim; 11,41 sec im Vorlauf) mit von der Partie. Beide verpassten ebenfalls den Einzug ins 100-Meter-Halbfinale. Ganz knapp war es bei Rebekka Haase. Der dreifachen U23-Europameisterin fehlten mit 11,29 Sekunden im vierten Vorlauf nur sechs Tausendstel zu Ramona Papaioannou. Die Zypriotin schnappte sich mit der identischen Leistung den letzten der drei Plätze, die über die Zeitregel ins Halbfinale führten. Das zeigt auch die Qualität der WM-Vorläufe von Peking. Reichten bei den letzten drei Weltmeisterschaften Zeiten um 11,40 Sekunden für den Sprung in die drei Halbfinals, musste am Sonntag mehr als eine Zehntel schneller gelaufen werden. Ganz dicht dran an den schnellsten 24 Läuferinnen der Welt war dabei auch Gina Lückenkemper bei ihrem ersten Rennen auf ganz großer Bühne. Es wird nicht ihr letzter gewesen sein.

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