Oliver Koletzko nutzt letzte Chance und fliegt zu DM-Silber

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Vor dem letzten Versuch animierte Oliver Koletzko am Sonntagvormittag das Publikum im Berliner Olympiastadion. Mit dem rhythmischen Klatschen als Unterstützung wollte der Weitspringer vom Wiesbadener LV noch einmal die vorderen Plätze des Weitsprung-Finals bei den Deutschen Leichtathletik-Meisterschaften attackieren. Schließlich war der 18-Jährige zwischenzeitlich von Platz drei auf sieben zurückgefallen. Nur ein Sprung blieb ihm, um sich doch noch mit einer Medaille zu belohnen.

Im sechsten Sprung passt der Anlauf

Und das gelang ihm perfekt. Nach drei ungültigen Sprüngen zuvor steigerte sich der Schüler noch um 30 Zentimeter auf 7,57 Meter. Lediglich Fabian Heinle (VfB Stuttgart) flog bei seiner erfolgreichen Titelverteidigung mit 7,81 Metern weiter. Bronze sicherte sich mit 7,52 Metern der Passauer Acht-Meter-Springer Maximilian Entholzner. „Ich habe gespürt, dass noch etwas möglich ist. Schon die letzte Trainingseinheit lief sehr gut. Ich war so schnell, dass ich im Wettkampf mehrfach zurückgehen musste“, jubelte Oliver Koletzko nach seinem Silber-Coup. Die Medaille erhielt er schon wenige Augenblicke nach dem Wettkampf auf der Tribüne über dem Marathontor des historischen Stadions.

„Ich bin zum ersten Mal überhaupt im Olympiastadion gestartet. Es war schon sehr beeindruckend und die Stimmung war super, auch wenn es nicht so viele Zuschauer dort waren. Die verlieren sich natürlich in diesem riesigen Stadion“, erzählte Oliver Koletzko über seine Eindrücke auf der blauen Bahn, der WM-Stätte von 2009 und EM-Stätte 2018.

Oliver Koletzko hakt U20-WM-Norm ab

Apropos WM: Mit seinem Sprung auf 7,57 Meter übertraf der Deutsche Vizemeister die Norm für die U20-WM Anfang August in Cali (Kolumbien) um zwei Zentimeter. Das war dem Schüler im bisherigen Saisonverlauf noch nicht gelungen. „Da fällt mir natürlich ein Stein vom Herzen. Jetzt kann ich beruhigter in die nächsten Wettkämpfe gehen“, so der U20-Europameister.

Mit der Junioren-Gala kommendes Wochenende in Mannheim und den Deutschen Jugendmeisterschaften in drei Wochen in Ulm stehen die wichtigsten Quali-Wettkämpfe für das Weitsprung-Talent noch an. Dass die Formkurve deutlich nach oben zeigt und die Verletzungsprobleme aus dem Winter überwunden sind, hat Oliver Koletzko im Olympiastadion jedenfalls eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Marie Scheppan steigert im DM-Vorlauf ihre Saisonbestzeit

Sie kämpfte um jede Hundertstel und überholte auf der Zielgeraden des 400-Meter-Vorlaufs bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin am Samstagabend noch einige Konkurrentinnen. Doch zum erhofften Lauf ins Finale reichte es für Marie Scheppan (LC Cottbus) nicht ganz. Mit 54,52 Sekunden sprintete die 21-Jährige in neuer Saisonbestzeit in ihrem Vorlauf auf Platz vier. Dabei ließ sie sogar drei Konkurrentinnen mit deutlich schnelleren Saisonbestzeiten hinter sich. Für den Einzug ins Finale am Sonntagnachmittag wären allerdings 53,88 Sekunden nötig gewesen.

„Es wird von Woche zu Woche besser. Ich bin hinten raus auch gut rangekommen. Allerdings fehlt vorn noch etwas das Tempo“, sagte Marie Scheppan nach dem kräftezehrenden Vorlauf. Ihre Trainingspartnerin Skadi Schier (SC Potsdam) schrammte noch knapper am Endlauf vorbei. Sie lief in einem anderen Vorlauf 54,13 Sekunden und stellte damit exakt ihre Bestzeit ein.

Für Marie Scheppan ist der Wettkampf-Sommer nach dem Besuch auf der ganz großen Leichtathletik-Bühne noch lange nicht vorbei. Mit den Deutschen U23-Meisterschaften in Wattenscheid in drei Wochen steht der nächste Höhepunkt auf dem Programm. Dort soll es in jedem Fall mit dem Finale klappen. Und wenn es gut läuft und die Formkurve weiter nach oben zeigt, könnte im Lohrheidestadion sogar eine Medaille in Reichweite kommen.

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