Olympia: Holzdeppe Achter, Helmke auf fünf

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Tolle Bilanz für die beiden Athleten des Trackteam Burg-Wächter bei den Olympischen Spielen. Sowohl Raphael Holzdeppe als auch Till Helmke erreichten das Finale im Pekinger Nationalstadion – und sorgten mit Platz acht (Holzdeppe) und Rang fünf (Helmke) für zwei überraschende und erfreuliche Ergebnisse.

Mit 18 Jahren war Raphael Holzdeppe der mit Abstand jüngste Springer im olympischen Stabhochsprung-Finale. Auch von den mehr als 90.000 Zuschauern ließ er sich nicht beeindrucken und übersprang 5,45 und 5,60 Meter sicher. Erst 5,70 Meter waren an diesem Abend zu hoch. Da einige arrivierte Athleten ihre Saisonbestleistung nicht abrufen konnten, belegte der Youngster vom LAZ Zweibrücken damit sensationell Rang acht.

„Zuerst habe ich mich ein bisschen geärgert. Schließlich ist Bronze ja mit 5,70 Metern weggegangen. Aber jetzt freue ich mich einfach über meine Leistung und bin stolz darauf“, erklärte der Junioren-Weltrekordler und hatte auch gleich die Begründung für die Fehlversuche über 5,70 Meter parat. „Zuerst war der Stab zu weich, beim dritten Versuch war ich dann zu passiv.“

Noch ein bisschen besser als sein 13 Jahre jüngerer Landsmann und Zimmergenosse schlug sich Danny Ecker. Der Leverkusener überflog im dritten Versuch 5,70 Meter und sicherte sich damit Rang sechs. Nach dem spannenden Finale hatte Ecker lobende Worte für Holzdeppe parat. „Ich war in der Quali so nervös, Raphael gar nicht. Für mich ist er jetzt schon der Leichtathlet des Jahres.“

Am Ende setzten sich nach dem Ausscheiden des 6,04-m-Springers Brad Walker (USA) in der Qualifikation die Favoriten durch. Mit dem olympischen Rekord von 5,96 Metern sicherte sich der Australier Steven Hooker den Olympiasieg vor dem Russen Evgeniy Lukyanenko (5,85 m) und Dennys Yurchenko. Der Ukrainer meisterte als einziger Springer im ersten Versuch 5,70 Meter und gewann damit überraschend Bronze.

Einen tollen fünften Rang belegte Till Helmke (TSV Friedberg-Fauerbach) mit der deutschen 4×100-Meter-Staffel. In 38,58 Sekunden musste sich das DLV-Team im Olympia-Finale nur den sensationellen Jamaikanern (37,10 s), Trinidad und Tobago (38,06 s), Japan (38,15 s) und Brasilien (38,24 s) geschlagen geben. Die Karibiksprinter legten im proppevollen Vogelnest die Stadionrunde so schnell zurück wie noch keine andere Staffel in der Geschichte. Das Team um Dreifach-Olympiasieger Usain Bolt steigerte den Weltrekord der USA um unfassbare drei Zehntelsekunden. „Unglaublich was die Jamaikaner da vorn machen. Da können wir nicht mithalten“, sagte der deutsche Schlussläufer Martin Keller zum „Jahrhundertlauf“ von Nesta Carter, Michael Frater, Usain Bolt und Asafa Powell in die Sport-Geschichtsbücher.

Deshalb schätzte auch Helmke das deutsche Resultat realistisch ein. „Wir können mit Rang fünf zufrieden sein, wir sind super gelaufen“, erklärte der 24-Jährige kurz nach dem Rennen. Natürlich hatten die Deutschen sogar eine kleine Chance auf Bronze. Doch gerade die Japaner waren läuferisch überlegen. Schließlich konnten die Asiaten auf vier Sprinter zurückgreifen, die Bestzeiten zwischen 10,02 und 10,20 Sekunden aufzuweisen haben und somit klar stärker als Helmke & Co. einzuschätzen waren. Die Athleten aus Jamaika und Trinidad waren ohnehin nicht von den Medaillenrängen zu verdrängen.

In der Besetzung Tobias Unger (Kornwestheim), Till Helmke, Alexander Kosenkow (Wattenscheid) und Martin Keller (Chemnitz) lief das deutsche Team ein nicht nur schnelles, sondern auch ein sicheres Rennen. Schließlich waren mit den Staffeln Großbritanniens, Polens und den USA drei schnelle Quartetts im Halbfinale gescheitert. Das sollte den DLV-Sprintern nicht passieren. Den Deutschen Rekord eines DDR-Quartetts (38,29 s) aus dem Jahr 1982 verpasste die Staffel aber um gut drei Zehntelsekunden. Von ihrer Saisonbestzeit waren die Deutschen beim wichtigsten Rennen des Jahres nur eine Zehntel entfernt. Vor vier Jahren in Athen war der deutsche „Vierer“ bereits im Halbfinale gescheitert. In Peking haben die „schnellen Jungs“ nun endgültig bewiesen, dass sie mit deutlich stärkeren Sprintnationen mithalten können.

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