Quartett fiebert der U20-EM entgegen

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Nach der U23-EM ist vor der U20-EM: Von Donnerstag bis Sonntag treffen sich in Eskilstuna (Schweden) die talentiertesten Leichtathletik-Teenager des Kontinents, um ihre Besten zu ermitteln. Mit dabei ist auch ein Quartett des Trackteam Burg-Wächter, das mit ganz unterschiedlichen Chancen und Ambitionen antritt.

Gina Lückenkemper hat sich für die U20-EM in Eskilstuna (Schweden) eine ganze Menge vorgenommen. Die Sprinterin hat als Ziel „zwei Medaillen“ ausgegeben. Die 18-Jährige startet in den kommenden Tagen über 200 Meter und mit der deutschen 4×100-Meter-Staffel. Über 100 Meter wird sie hingegen nicht dabei sein, obwohl sie mit 11,25 Sekunden auf Platz zwei der europäischen U20-Bestenliste rangiert und damit sogar die WM-Norm für Peking erfüllt hat. „Das wäre dann aber einfach zu viel gewesen“, sagte Lückenkemper. Schon jetzt stehen für das Sprint-Talent an drei Tagen fünf Rennen auf dem Programm.

Obwohl die Schülerin Ende Juni in Mannheim mit 23,04 Sekunden die schnellste Zeit einer deutschen Jugendlichen in diesem Jahrtausend lief, geht sie nicht als Top-Favoritin ins Rennen. Die Britin Shannon Hylton war in diesem Jahr schon eine Zehntel schneller unterwegs. Auch ihre Landsfrau Charlotte McLennaghan (23,09 sec) und die Französin Maroussia Pare (23,39 sec) sind Gold-Kandidatinnen: „Das wird ein ganz enges Rennen, da schon so viele in diesem Jahr gute Zeiten vorgelegt haben“, vermutet Lückenkemper. Allerdings ist das psychologische Moment auf der Seite der Soesterin: Sie hat das schnelle Trio bei der Junioren-Gala in Mannheim geschlagen.

Zwar hat Gina Lückenkemper die WM-Norm für Peking (22. bis 30. August) mit 11,25 Sekunden über 100 Meter erfüllt, doch bei den Deutschen Meisterschaften vom 24.-26. Juli in Nürnberg wird sie nich starten. Neben ihr haben auch schon Dreifach-U23-Europameisterin Rebekka Haase (LV 90 Erzgebirge, 11,21 sec), Tatjana Pinto (LG brillux Münster; 11,23 sec) und am Dienstagabend in Luzern Ex-Europameisterin Verena Sailer (MTG Mannheim; 11,20 sec) die Peking-Norm unterboten. Startplätze gibt’s allerdings nur drei. „Ich bin nur als Zuschauerin in Nürnberg. Ein Start direkt nach der U20-EM wäre zu viel. Ich probiere, mich mit meinen Zeiten aus Eskilstuna für einen WM-Start zu empfehlen“, sagte Lückenkemper. Das 200-Meter-Finale steht Samstag um 18:20 Uhr auf dem Programm, die Staffelmedaillen werden am Sonntag um 16:06 Uhr vergeben.

Alina Reh (TSV Erbach) wagt bei der U20-EM an diesem Wochenende in Eskilstuna (Schweden) den Doppelstart auf den Langstrecken. Am Samstag (18:50 Uhr) sind die 3000 Meter an der Reihe, am Sonntag (17:55 Uhr) die 5000 Meter. Ein straffes Programm für die 18-Jährige. „Da die Vorläufe über 3000 Meter ausfallen, habe ich mich für den Doppelstart entschieden. Sonst wäre es mir zu viel geworden“, sagt Deutschlands Jugend-Leichtathletin 2014.

Größere Chancen rechnet sich die Zweite der Olympischen Jugendspiele über die längere Distanz aus: „Über 3000 Meter sind auch einige 1500-Meter-Spezialistinnen gemeldet. Die werden sicher einen guten Endspurt mitbringen. Wenn ich dort in die Top fünf komme, bin ich zufrieden.“ Auf der längsten U20-Strecke ist „eine Medaille“ ihr Ziel. Auf beiden Distanzen führt die 18-Jährige mit 9:08,27 bzw. 16:01,08 Minuten sogar die Meldeliste für die U20-EM an. Dass Alina Reh damit allerdings automatisch die klare Gold-Favoritin ist, stimmt beileibe nicht. Denn speziell die jungen Athleten haben oft vor dem Saisonhöhepunkt nicht viele Rennen auf den Langstrecken bestritten, darüber hinaus sind große Leistungssprünge bei U20-Athleten an der Tagesordnung.

Sie wäre eine Gold-Kandidatin an diesem Wochenende bei der U20-EM in Eskilstuna (Schweden) gewesen. Mit knapp 100 Punkten Vorsprung führt Celina Lefller (SSC Koblenz-Karthause) die kontinentale U20-Bestenliste im Siebenakampf an. Doch ein angerissenes Band im Ellenbogen lässt Würfe mit dem Speer nicht zu – und damit auch keinen Siebenkampf. „Das ist natürlich sehr schade. Ich wäre sehr gern im Siebenkampf dabei gewesen“, sagte die amtierende U18-Weltmeisterin. Das älteste von sechs Geschwistern machte aus der Not eine Tugend und qualifizierte sich trotzdem für Eskilstuna. Über 100 Meter Hürden wird sie am Freitag starten.

Dass ihre Chancen in dieser Disziplin deutlich schlechter sind als im Siebenkampf, weiß Leffler genau. „Der Einzug ins Halbfinale wäre ein Erfolg“, gibt sie die Zielstellung aus. Mit 13,79 Sekunden liegt die Medizinstudentin auf Platz 16 der europäischen Bestenliste, nur sechs Hundertstel und gleich acht Plätze hinter ihrer Vereinskameradin Viktoria Müller, der zweiten deutschen Hürdensprinterin bei der U20-EM. Schon das zeigt: Es wird ganz eng zugehen ab Freitag in Schweden. Nur ein Quartett ist in diesem Jahr in Europa unter 13,70 Sekunden gelaufen. Es wird also eine hacuhdeünne Entscheidung um die Finalplätze geben. Vielleicht hat ja auch Celina Leffler die Chance, in ihrer „Ausweichdisziplin“ für Furore zu sorgen?

Premiere für Tom Meier: Der Speerwerfer vom LC Jena startet zum ersten Mal bei einer internationalen Meisterschaft. Am Donnerstagabend ist er in der Quali der U20-EM in Eskilstuna (Schweden) gefordert – und trifft dabei auf bärenstarke Konkurrenz. Von 26 gemeldeten Werfern haben schon 19 die 70-Meter-Marke übertroffen. Tom Meier fehlen dazu noch 25 Zentimeter. „Das wird wirklich eine harte Qualifikation. Die Chance ins Finale zu kommen, ist bei dieser Ausgangslage nicht allzu groß“, gibt sich der Deutsche U18-Meister realistisch.

Doch die Konkurrenz muss auch erst einmal die Vorleistungen bestätigen. Mut auf eine gute Weite machen Tom Meier die vergangenen Wochen. „Zuletzt sind alle Trainingsbestleistungen gefallen“, sagt der LC-Werfer. Und ganz weit weg sind die meisten Konkurrenten nun auch nicht. Nur fünf Werfer konnten bisher die 75-Meter-Marke übertreffen und sind damit die Medaillenkandidaten in Eskilstuna. Wie es sich anfühlt, bei einer U20-EM auf dem Podest zu stehen, weiß übrigens die Mutter und Trainerin von Tom Meier. 1977 in der mittlerweile vom Krieg zerstörten Stadt Donetsk (Ukraine) warf Petra Felke den Speer 57,68 Meter weit und gewann Silber hinter der Bayerin Heidi Repser. Elf Jahre später wurde Felke in Seoul Olympiasiegerin und warf zwei Wochen zuvor in Potsdam den Speer weiter als jede Frau zuvor oder danach: genau auf 80,00 Meter. Um ein Weltklasse-Speerwerfer zu werden, braucht es also seine Zeit. Und für Tom Meier beginnt das Abenteuer internationaler Meisterschaften ja gerade erst.

Die Startzeiten des Trackteam Burg-Wächter in Eskilstuna

Gina Lückenkemper
200 Meter
Vorlauf      17. Juli (19:30 Uhr)
Halbfinale  18. Juli (15:40 Uhr)
Finale        18. Juli (18:20 Uhr)

4×100 Meter
Vorlauf     19. Juli (10:30 Uhr)
Finale       19. Juli (16:06 Uhr)

Alina Reh
3000 Meter
Finale        18. Juli (18:50 Uhr)

5000 Meter
Finale         19. Juli (17:55 Uhr)

Celina Leffler
100 Meter Hürden
Vorlauf       17. Juli (12:35 Uhr)
Halbfinale   17. Juli (16:00 Uhr)
Finale         18. Juli (16:45 Uhr)

Tom Meier
Speerwurf
Qualifikation  16. Juli (Gr. A: 18:30 Uhr/Gr. B: 20:00 Uhr)
Finale             18. Juli (15:35 Uhr)

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