Rekord, Bestzeit und vom Winde verweht: Ereignisreiche U20-DM für Luis Brandner

Eingetragen bei: Luis Brandner, News | 0
Die Rekord-Staffel samt Rekord-Tainer (v.li.): Hans-Arthur Margraf, Luis Brandner, Hagen Träger, Jan Niklas Pippert und Trainer Gerhard Jäger jubeln über die neue deutsche U20-Bestmarke über 4x100 Meter (Foto: Dirk Gantenberg)
Die Rekord-Staffel samt Rekord-Tainer (v.li.): Hans-Arthur Margraf, Luis Brandner, Hagen Träger, Jan Niklas Pippert und Trainer Gerhard Jäger jubeln über die neue deutsche U20-Bestmarke über 4×100 Meter (Foto: Dirk Gantenberg)

Nach einem arbeitsreichen Wochenende in Rostock kannte der Jubel bei Jan Niklas Pippert, Luis Brandner, Hans-Arthur Margraf und Hagen Träger keine Grenzen mehr. Die Sprint-Youngsters vom LAC Erfurt – Top-Team hatten gerade die Deutschen Leichtathletik-Jugendmeisterschaften in der letzten Entscheidung nach drei Wettkampf-Tagen gekrönt. Denn die Siegerzeit über 4×100 Meter von 40,60 Sekunden ist gleichbedeutend mit einem neuen deutschen U20-Rekord. Die Thüringer Sprinter steigerten die 35 Jahre alte „Uralt-Bestmarke“ von Salamander Kornwestheim (40,4 sec; Handstoppung) und SC Motor Jena (40,65 sec; elektronische Zeitnahme).

„Mit dem Rekord haben wir wirklich nicht gerechnet, da wir in den vergangenen Wochen immer wieder ein paar Probleme hatten“, jubelte Luis Brandner. Nach dem Rekordrennen am Sonntagnachmittag musste das junge Quartett noch die obligatorische Dopingprobe überstehen. Denn ohne Dopingtest gibt es keinen Eintrag in die Rekordlisten. „Die Tests liefen aber auch wie am Schnürchen“, scherzte Luis Brandner nach der schnell überstandenen Prozedur.

Diesmal zählt der Rekord

Auch die notwendige Startautomatik war in Rostock gegeben. Denn schon im Mai 2017 war die LAC-Staffel in einer anderen Besetzung mit 40,61 Sekunden unter der alten Rekordmarke geblieben. „Da hat aber leider die Rückschussautomatik gefehlt“, sagte Luis Brandner, der vergangenes Jahr beim „verhinderten Rekord“ ebenfalls an Position zwei gelaufen war. Die Startautomatik registriert, wenn sich der Läufer früher als eine Zehntelsekunde nach dem Startschuss aus dem Block löst. Dies ist gleichbedeutend mit einem Fehlstart.

In Rostock hatte die Erfurter Staffel die Konkurrenz sicher im Griff. Nach der schnellsten Vorlaufzeit von 41,14 Sekunden drehten Jan Niklas Pippert, Luis Brandner, Hans-Arthur Margraf und Hagen Träger im Rennen um die Medaillen mächtig auf und verwiesen in 40,60 Sekunden den SCC Berlin in 41,27 Sekunden auf Rang zwei. Bronze sicherte sich mit bereits 1,08 Sekunden Rückstand auf die Titelträger die Staffel von der LG Brillux Münster.

Luis Brandner schrammt eine Hundertstel an Bronze vorbei

Eine Winzigkeit zur Bronzemedaille fehlte Luis Brandner am Samstagabend. Über 200 Meter trennte ihm eine Hundertstel vom Podest: „Blech“ statt Bronze in Rostock. Als Trost blieb dem 17-Jährigen eine neue Bestzeit von 21,14 Sekunden. Seinen wenige Wochen alten Hausrekord steigerte der Schüler um fünf Hundertstelsekunden. „Klar will man in dem Rennen eine Medaille gewinnen. Aber die Konkurrenz war halt enorm stark und den Tick schneller als ich“, gab er sich als fairer Verlierer. Bronze ging an den U20-WM-Finalisten Milo Skupin Alfa (LG Offenburg; 21,13 sec).

Nicht zu schlagen an den DM-Tagen von Rostock war Yacouba Pfälzner. Der Berliner setzte sich auf der halben Stadionrunde mit starker neuer Bestzeit von 20,86 Sekunden vor Frieder Scheuschner (Dresdner SC; 21,08 sec) durch. Der 200-Meter-Titel war schon die zweite Goldmedaille für Yacouba Pfälzner. Am Freitagabend hatte er sich bei 4,8 Metern pro Sekunde Gegenwind in 10,68 Sekunden Gold über 100 Meter geholt.

100-Meter-Finale bei 4,8 Metern pro Sekunde Gegenwind

„Das waren so gar nicht meine Bedingungen“, sagte Luis Brandner zum verwehten 100-Meter-Endlauf. Mit 79 Kilo verteilt auf 1,90 Meter Körpergröße bringt der schlaksige Schüler einfach zu wenig Kraft mit, um dem Wind genug entgegenzusetzen. „Außerdem hatte ich in der Beschleunigungsphase einen Strauchler und musste mich daraufhin zu früh aufrichten“, analysierte Luis Brandner das Rennen. „Wäre das nicht passiert, hätte ich vielleicht um Bronze mitlaufen können.“ So musste sich der U20-WM-Dritte mit der Staffel in 10,97 Sekunden mit Rang sechs begnügen. Das Rennen um Silber entschied 400-Meter-Spezialist Joshua Hartmann (ASV Köln; 10,71 sec) vor Marvin Schulte (SC DHfK Leipzig; 10,75 sec) zu seinen Gunsten.

Nach den sieben DM-Rennen von Rostock binnen 70 Stunden ist die Saison 2018 für Luis Brandner vorbei. „Bevor die Schule wieder losgeht, fahre ich in den Urlaub nach Norwegen“, sagte der 17-Jährige. Auch 2019 darf der Erfurter noch in der U20-Klasse starten. Im 200-Meter-Finale war er Schnellster des 2000er-Jahrgangs. So könnte es für Luis Brandner im kommenden Jahr damit klappen, was ihm in Rostock knapp verwehrt blieb: eine Einzelmedaille bei der U20-DM. Über das verpasste Edelmetall konnte er sich aber dank des Rekordrennens über 4×100 Meter allerdings bestens hinwegtrösten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.