U20-WM: Oliver Koletzko und Sina Kammerschmitt verpassen Weiterkommen

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Weitspringer Oliver Koletzko (Wiesbadener LV) wollte am Montagabend in Cali (Kolumbien) bei der U20-WM Anflug aufs Finale am Mittwoch nehmen. Doch in der Qualifikation setzte er – ausgerechnet an seinem 19. Geburtstag – ein wenig zu früh zur Landung an. In den ersten beiden Versuchen wurden jeweils 7,51 Meter gemessen, es folgte ein ungültiger dritter Versuch. Damit fehlten dem U20-Europameister von 2021 als 15. exakt sechs Zentimeter zum angepeilten Finaleinzug.

„Klar war das Finale mein Ziel. Allerdings hatte ich zuletzt einige Probleme mit den Füßen. Die Physios haben die zwar getapet, das hat geholfen. Tatsache ist aber auch, dass ich nicht in der Lage war, meine Leistung bei der WM abzurufen“, gab sich Oliver Koletzko nach dem Qualifikations-Aus selbstkritisch. Schließlich hatte er nach überstandenen Verletzungsproblemen im Frühjahr zuletzt aufsteigende Form bewiesen und seine Saisonbestleistung Anfang Juli auf 7,69 Meter gesteigert. Diese Weite hätte in Cali zu Platz fünf in der Qualifikation und zum Sprung ins Finale gereicht.

Oliver Koletzko fehlte Zeit in der Vorbereitung

Am Tag nach dem Ausscheiden blickte Oliver Koletzko schon wieder motiviert nach vorn: „Natürlich bin ich frustriert und ziemlich traurig, dass ich es nicht ins Finale geschafft habe, aber irgendwie kann ich auf die Saison zurückblicken und sagen: Ja, ich habe es zur WM geschafft, obwohl ich mir nicht sicher war, ob ich aufgrund meiner Verletzung bis dahin wieder fit sein würde.“

Der 19-Jährige hatte sich nach einer erfolgreichen Hallensaison am Oberschenkel verletzt. Nach einer längeren Pause und Reha konnte der Schüler erst verspätet ins geregelte, spezifische Training einsteigen. Dieser Rückstand war bis Cali nicht mehr aufzuholen. So reiste der Weitspringer nicht wie 2021 in Top-Form zum Saisonhöhepunkt. 2021 hatte er mit überragenden 7,98 Metern die Goldmedaille bei den U20-Europameisterschaften gewonnen. Auf dieser soliden Grundlage kann der Wiesbadener für die kommenden Karriere-Jahre aufbauen.

Die 100 Meter sind scheinbar eine einfache Disziplin in der Leichtathletik. Doch auch auf dieser kurzen Strecke muss technisch alles zusammenpassen. Das gelang Sina Kammerschmitt (TG Worms) im Vorlauf der U20-WM am Dienstagabend in Cali (Kolumbien) leider nicht. Die 18-Jährige hatte in der Mitte des Rennens technische Probleme und kam etwas aus dem Tritt. Auch solche kleinen Fehler kosten über 100 Meter die oft entscheidenden Hundertstel.

So musste sich die Deutsche U20-Vizemeisterin in ihrem Vorlauf mit 11,79 Sekunden und Rang sieben begnügen. Zu ihrer Bestzeit fehlten Sina Kammerschmitt 21 Hundertstelsekunden. Zum Einzug ins Halbfinale hätte die Westhofenerin 11,71 Sekunden laufen müssen. „Es war wirklich nicht mein Lauf. Ich wollte wenigstens eine solide Zeit erreichen. Das hat leider nicht geklappt“, sagte die Sprinterin nach dem verunglückten Vorlauf.

Sina Kammerschmitt mit zweiter Chance in der Staffel

Dass die Bahn in Cali für schnelle Zeiten gut ist, bewiesen einige andere Sprinterinnen. So steigerte die Niederländerin N’Ketia Seedo als Siegerin des Vorlaufs mit Sina Kammerschmitt den U20-Landesrekord auf 11,16 Sekunden. Die Nigerianerin Tima Godbless war in einem anderen Vorlauf mit 11,09 Sekunden sogar noch schneller unterwegs und erzielte ebenfalls einen U20-Landesrekord.

Auch Sina Kammerschmitt hat in Cali eine weitere Chance auf schnelle Zeiten und den Einzug ins Finale. Am Donnerstag und Freitag stehen Vorlauf und Finale über 4×100 Meter auf dem Programm. Zuletzt war Sina Kammerschmitt fester Teil der deutschen Staffel. Gelingen dem Quartett saubere Wechsel und passt die Form, dann zählt es sogar zu den Medaillenkandidaten. „Ich freue mich auf die Staffel. Dort soll es natürlich besser laufen“, so die 18-Jährige.

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